Ja, wie lange denn noch, hätte ich auf ein Lebenszeichen der Thrash Combo aus Stettin warten sollen. Endlich ist sie in meinen Händen, die ersten Klänge erfreuen meine Ohren und die Anlage gibt alles was sie hat. Sehr viele Probleme gab es in letzter Zeit im Hause Quo Vadis, ja nicht mal ein Label wollte dieses Urgestein der polnischen Metalszene signen. Doch jetzt mit einem Label, welches in Polen und England aktiv ist, also endlich auch mal eine größere Möglichkeit für Quo Vadis sich dem ausländischen Publikum zu präsentieren (hoffe ich doch), geht es in eine neue Ära. Doch kommen wir zum Wesentlichen.
Nach einem kurzen moslemischen Gebetsintro geht es mit gewohnt politischem Hintergrund los und „Dzihad“ drescht los, wie man Quo Vadis aus den 90ern kennt. Die schnellen und knallharten Thrashparts mit der krächtzenden Stimme von Skaya sind geblieben. Hier hätte der Satz: „Sie sind ihrem Sound treu geblieben“ gepasst. Doch schon beim zweiten Track „Zegary“ kommt bei mir die Angst!? Was ist das denn, doch nicht etwa Industrial Sample-Computer-Parts, die mich sofort an Rammstein, neue Kat oder Wave-Combos etc erinnern? Shit, was soll das, das ist doch Quo Vadis, oder? Doch ich, als alter Quo Vadis-Verfolger, muss feststellen, dass sie dadurch nicht stehen geblieben sind und sich so weiterentwickeln. So wie es aussieht hat es mit dem Besetzungswechsel was zu tun, da allein Tomasz Skaya der einzige ist, der von Anfang an dabei ist und die neuen wohl eher jüngeren auch erst für diese in Jahre 2001 eingespielte CD dazugestoßen sind und somit wohl ihre Einflüsse mit einbringen. Trotz ihrer vielen Probleme und ewigem nur „Underground-Kult-Status“ wagen sie sich zu neuen Ufern. Ob jedoch dieser enorme Soundwechsel der alten Fangemeinde, der ersten bzw. zweiten Stunde (damit meine ich die späten 90er) gefällt!? Ich muss schon sagen, gewagt ist es auf jeden Fall, aber es gefällt mir persönlich sehr.
Wie die Soundentwicklung zwischen ihrem Debüt „Quo Vadis“ von 1988 und „Uran“ 1996, so ist es jetzt ein Schritt in eine weiter Richtung, auch wenn dabei die alten bekannten Sounds und Gewohnheiten nicht vergessen werden. Außer, dass diesmal wirklich der obligatorische Coversong fehlt; irgendwie ungewohnt!
Wer jedoch immer noch nie etwas von diesen Polen gehört hat, dem sei an dieser Stelle das Interview vom 31.05.2002 und ein Einkauf bei Conquer Rec. zu empfehlen, sofern man wirklich etwas für coole, schnelle, aggressiv-tharshige, als auch ruhige und Industrial-Parts übrig sowie nichts gegen polnische Texte auszusetzen hat.
Fazit: 13 knallharte thrash-industrial Songs und ein ruhigerer Hiddentrack sorgen für einen 52-minütigen Ausnahmezustand in meinem Zimmer.
9.0 Punkte von Arturek (am 07.04.2003)
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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