Ich hasse Musik, bei der ich nie genau weiß, ob die Box kaputt ist, mein Handy klingelt oder ob das wirklich so gemeint ist. Stellt Euch mal folgendes vor: Die Enterprise treibt irgendwo zwischen dem Nexus und dem Todesstern ziellos im Raum. Plötzlich brechen völlig grundlos die Schutzschilde zusammen und Ryker, Gordi und Data werden auf den Wüstenplaneten gebeamt. Dort hat Paul Atreides in seiner unendlichen Macht allen Sand in Watte verwandelt. Irgendwo tanzt eine Gruppe zugekokster Fremen, deren Augen seltsamerweise in einem sanften Zartrosa erstrahlen, Ringelpiez mit besonders flauschigen, in pechschwarze Tütüs gewandeten Teletubbies. Und David Lynch gibt die Anweisungen für die Schrittkombinationen.
Für dieses Alptraumszenario liefern Nobility of Salt den perfekten Soundtrack. Und in diesen haben sie enorm viel Arbeit gesteckt. Dabei merkt man den Musikern an, dass sie ihr Handwerk, das Spielen ihrer Instrumente, durchaus beherrschen. Doch was sie unter „komponieren“ und „Songs“ verstehen, das geht gänzlich an meinem persönlichen Verständnis für Musik vorbei. NOS erinnern am ehesten an eine Wave Version der tschechischen Weirdoz von Con Anima, gehen aber noch verrückter und avantgardistischer zu Werke. Insgesamt würde ich den Sound als Progressive Wave bezeichnen. Die in einem blutroten Sonnenuntergang liegende Ruhe und Entspannung will sich bei mir jedenfalls nicht einstellen. Dafür sind die percussiven Sounds auf „The Tremulous Sea“ zu hektisch umgesetzt.
Sorry, für diese Art von Kunst bin ich wirklich der falsche Mann. Vielleicht bin ich zu dumm, vielleicht bin ich zu wenig Schöngeist, vielleicht habe ich keinen Sinn für Poesie. Wie dem auch sei. Objektiv betrachtet sind Nobility of Salt äußerst intellektuelle Musiker, die mit ihrem expressiven Schaffen innovative Wege auf einer wohlbekannten Landkarte suchen. Subjektiv gesehen geht mir dieses wirre Gejaule auf den Sack.
Die Promo-Agentur von NOS bleibt fair und räumt ein, dass Plattenkritiken zu dem Silberling durchaus entweder himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt ausfallen. Diese hier gehört zu den letzteren. Sorry. Not my cup of tea. Einen Punkt für den Song „Michelle“, der mir wenigstens ansatzweise im Ohr geblieben ist.
1.0 Punkte von Christian (am 14.11.2002)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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