Die holländische Formation ONHEIL war mir bis dato gänzlich unbekannt, doch nach einigen Nachforschungen auf der bandeigenen Homepage www.onheil.nl kristallisierte sich heraus, daß ONHEIL im holländischen Underground schon seit längerem keine Unbekannten mehr sind was mich nach einer ersten Hörprobe von „We hebben de hel gezien“ ehrlich gesagt auch schwer gewundert hätte, ist das auf diesem Album enthaltene Songmaterial doch kurz gesagt ein Kracher!
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal von einer mir völlig unbekannten Demoband so begeistert war, wie ich es von ONHEIL nach den ersten Durchläufen des vorliegenden Albums war, es liegt auf jeden Fall schon sehr lange zurück!
Nach einem recht ruhigen Intro, welches mit leidenden Schreien (vermutlich Samples) unterlegt wurde und den recht passenden Namen „Introducing the torture“ trägt, macht der Hörer zugleich Bekanntschaft mit dem „Unheil“ in Form des ersten Songs „Hatewind“.
Schneller, aber nicht übertrieben gebolzter Black Metal mit herrlich sägenden Gitarren (für mich eindeutig der Glanzpunkt dieses Albums!); einem kratzigen Organ und leichten traditionellen Einflüssen leiten die Vernichtungsorgie ein und auch wenn die schnellen Passagen die Oberhand behalten, gibt es in der Musik von ONHEIL genug Abwechslung in Form von diversen Tempowechseln, ruhigen Passagen (Akustikgitarre in „Between good and evil“) und einigen Samples, deren Herkunft mir leider gänzlich unbekannt ist.
Obwohl das Songmaterial überwiegend aggressiv klingt ist es doch teilweise erstaunlich melodiös und nachdenklich ausgefallen, klingt jedoch zu keiner Sekunde kitschig oder soft.
Dass diese Mischung aus Aggressivität und Melodie ein schmaler Grat ist, weiß die Band wohl am besten, doch während eine Vielzahl anderer Bands entweder in das eine oder das andere Extrem verfallen, gelingt es ONHEIL mithilfe der Gitarren immer wieder, anmutig schöne Melodiefäden in den sonst ruppigen und aggressiven Black Metal zu weben.
Auf der anderen, aggressiven Seite sind es ebenfalls die Gitarren, welche sich wie ein todbringender Teppich über die Musik legen und mit unglaublicher Intensität alles mit sich reißen, was sich ihnen in den Weg stellt.
Hört euch nur einmal „Eternal Fog“ an und ihr wisst, was ich meine. Der absolute Wahnsinn, was die Holländer hier verbrechen und eine Schande daß diese Band noch immer keinen Deal in der Tasche hat!
Mit „Nightcrawler“ befindet sich auch eine JUDAS PRIEST Coverversion auf der Platte, zu welcher ich allerdings nichts sagen kann da mir das Original unbekannt ist und ich mit dieser Band nicht gerade viel anfangen kann.
Als letzter Track erwartet den Hörer noch eine Liveversion von „Sterf“ (ursprünglich auf einem früheren Demo), welche ich allerdings als weniger geglückt erachte, da der Sound nicht gerade das Gelbe vom Ei ist.
Um die Musik auf einen Nenner zu bringen, würde ich sie als atmosphärischen Black Metal mit Anleihen an ABYSSIC HATE und DIABOLI (aus Finnland) beschreiben, jedoch dienen diese Bands nur als grobe Richtlinien, der von ONHEIL erschaffene Black Metal besitzt einen ganz eigenen Charme, welcher vor allem auf die wahnsinnig genial klingenden Gitarren zurückzuführen ist.
Obwohl dieses Album mit einem Drumcomputer aufgenommen wurde und mir dieser Umstand normalerweise überhaupt nicht gefällt, handelt es sich bei vorliegender CD meiner Meinung nach um eine der besten Eigenproduktionen, welche mir jemals untergekommen ist und sticht sogar einen Teil der derzeitigen Labelveröffentlichungen aus!
Bleibt noch zu sagen, daß es sich bei ONHEIL um die erste mir bekannte Black Metal Band handelt, welche ihre Texte teilweise in holländisch rezitiert. Sehr gelungen!
Achtet auch auf das in Bälde hier erscheinende Interview!
8.0 Punkte von Björn Springorum (am 17.10.2002)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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