Vision Divine (Italien) "The Perfect Machine" CD
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Für mich gehörten die Namen Labyrinth und Olaf Thörsen zusammen wie ein Paar beim Memory. Aus bandhistorischer Sicht wird sich daran auch nichts ändern. Musikalisch jedoch ist in den letzten 12 Monaten so einiges passiert, was die unabhängige Betrachtung beider Teile erfordert. Das letzte Vision Divine-Album „Stream Of Consciouness” war textlich schon sehr reif und weit weg vom Fantasie-Einerlei, die Musik jedoch typisch italienischer Gut-Wetter-Metal. Kein Wunder, denn schließlich war Thörsen treibende Kraft von Labyrinth. Jene erkannten die Sackgasse und orientieren sich mit „Freeman“ an den moderneren Klängen des melodischen Metals. Für Vision Divine wäre es also einfach gewesen, einmal mehr den Südeuropa-Power-Metal zu spielen. Auf der anderen Seite wäre - den kläglichen AOR-Ausflug des Sängers Michele Luippi im Hinterkopf - auch eine ganz seichte Scheibe keine Überraschung gewesen. Beides ist – erfreulicherweise – nicht der Fall. Gerade der Mann am Mikrophon überrascht ungemein mit seinem ausdrucksstarken Gesang.
Vision Divine präsentieren sich mit „The Perfect Machine“ als erwachsene Band, die den Sprung aus den Schubladen heraus geschafft hat und richtig überzeugen kann. Zweifelsohne hat Timo Tolkki als Produzent der Scheibe seinen Teil zu dem neuen Klang beigetragen. Und vielleicht ist es mit viel Fantasie auch gar nicht so abwegig das letzte Stratovarius-Album angereichert mit progressiven Passagen als entfernten Orientierungspunkt anzusehen: Leicht moderner, aber dennoch zeitloser Metal mit Bombast, der mit eingängigen Melodien, wohl durchdachten Arrangements und nie zu aufdringlichen Keyboards von Anfang an zündet und dennoch genug Spielraum lässt auch bei weiteren Umrundungen Neues zu entdecken. So richtig interessant wird die Angelegenheit, wenn das textliche Konzept mit in die Betrachtung genommen wird. Das Konzeptalbum handelt von einem Wissenschaftler, der die menschliche DNA entschlüsselt und die ewige Jugend entdeckt hat. Gott, Gefühle und Nachwuchs werden überflüssig. Auf der Homepage gibt das komplette Stroyboard in aller Ausführlichkeit zum Nachlesen.
Starkes Album, das ich bedenkenlos zum Kauf empfehlen kann.
Tracklist:
The Perfect Machine
First Day Of A Never-ending Day
The Ancestor's Blood
Land Of Fear
God Is Dead
Rising Sun
Here In 6048
The River
Now That You've Gone
The Needle Lies (Queensryche cover. / Bonus track for Japan only)
Vision Divine sind:
Olaf Thörsen – Guitars
Michele Luppi – Vocals
Andrea "Tower" Torricini – Bass
Oleg Smirnoff – Keyboards
Federico Puleri – Guitars
7.0 Punkte von LEX (am 30.11.2005)
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musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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