Wow! Amps auf 10, full distortion, die Felle bis zum Äußersten gespannt und ab geht die Post mit „Beaver fever“, dem Opener des Overloaded Debüts und gleichzeitig einem der besten Rockstücke der letzten Jahre. Diese Überraschungsband kommt aus – woher schon? Detroit Rock City. Rock ’n’ Roll wie Rock ’n’ Roll sein muss. Laut, dreckig, straight, auf die Fresse, aus dem Bauch direkt ins Gemächt. Kein Song erreicht die Fünfminutengrenze. Die Gitarren sind zwischen kreischenden Leads, wilden Soloeinlagen und Kettensägenriffs ständig in Bewegung. Das Schlagzeug prügelt die Band permanent nach vorn, und der Bass sorgt für das nötige Kawumm. Die größte Show liefert Sänger Chris Gilen, dessen Stimme zum Rock passt wie Pommes zur Currywurst. Sein aggressives, eher helles Organ, das irgendwo zwischen Guns ’n’ Roses, Cinderella und AC/DC kreischt, ist ganz einfach dafür gemacht, gitarrengetragene Musik zu veredeln. Der Speedrocker „War of worlds“ beweist dies eindrucksvoll. Erst bei „Feeling overloaded“ nehmen die Amerikaner den Fuß vom Gas, ohne allerdings an Energie zu verlieren. Spätestens bei „Where are you running to?“ fragt sich der Hörer, ob jemand die Zeit zurückgedreht hat. Nein, wir befinden uns längst nicht mehr im Jetzt. Overloaded haben uns in die Jahre zurückversetzt, als Bands wie Mötley Crüe, Ratt und später die Gunners Stadien füllten. Die ganz großen Zeiten des Hard Rock scheinen erneut anzubrechen. Zeiten, in denen die Jungs im Fernsehen mit ihren Spandex Leggins um die Wette posten und Männer mehr Haarspray in der Matte hatten als die Mädels. Nicht falsch verstehen: Overloadad sind heavy. Sie kommen aus der bösen Ecke von Detroit. Glaubt ihr nicht? Dann hört euch „King of the landfill“ an. Oder noch besser das fette Cyclone: „Give me guitars and alcohol until I go insane“. Genau meine Meinung, ihr Herren. So lob ich mir das. Nicht nur wegen dieses ausgeklügelten Textes ist der Song mein Anspieltipp. Im vergleichsweise komplexen „Sick“ zeigt Leadgitarrist Erik Kluiber noch einmal, dass er auf dem besten Weg ist, zu den ganz Großen seiner Zunft aufzuschließen. Die Arbeit an den Sechssaitern ist auf dem ganzen Album aller erste Sahne.
Es ist unglaublich, dass diese Formation erst seit August 2004 existiert. Die CD ist mit nicht einmal fünfundzwanzig Minuten Spielzeit sehr kurz geraten und geht daher bei mir nur als Mini CD durch. Zusammen mit der ein halbes Jahr später veröffentlichten Hellfire EP hätte es sicher für ein ganzes Album gereicht, aber dafür hatten die Musiker wahrscheinlich zu viele Hummeln im Arsch. Glaubt man dem beiliegenden Infoschreiben, hat die Truppe in Motor City wie eine Bombe eingeschlagen. Ich brenne auf jeden Fall darauf, diese Band auch hier bei uns einmal live zu erleben, um zu checken, ob sie wirklich so viele Eier in der Hose haben, wie sie uns mit „Hail the kingdom“ weis machen wollen. Doch schließlich heißt es: „Im Zweifel für den Angeklagten.“ Und so sahnen Chris und Co. erst einmal verdientermaßen dicke Punkte bei mir ab.
8.0 Punkte von Christian (am 27.11.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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