Mausoleum Records sind Spezialisten für Old School Musik. In diese Kerbe hauen auch Phantom-X. Dafür bürgt allein schon Frontmann Kevin Goocher, dessen Hauptjob bekanntlich das Mikrofonschwingen bei den legendären US Metallern Omen ist. Phantom-X kommen aus Dallas. Der ortsansässige Rock DJ Robert Miguel suchte sie aus bekannten Musikern der dortigen Szene als Dio Tribute Band zusammen. Aus reinem Spaß an der Musik startete die Formation also ihr Schaffen und entwickelte sich entgegen der Erwartungen zu einem gefragten Live Act. Für Goocher ist die Band eine willkommene Gelegenheit, seinen musikalischen Horizont zu erweitern und neue Erfahrungen im Live und Studio Bereich zu sammeln. Ihm zur Seite stehen Gitarrist Eric Knudson (Deja Vu), Bassist Glenn Malicki (Strangers) und Drummer Danny White (Aska). Der Spaß steht bei dem Vierer weiterhin nicht unbedingt hinten an. Das suggerieren schon die Fotos im Booklet, wo die Musiker stilecht traditionelle Metal Posen zeigen. So klingt auch die Musik. Die bewegt sich irgendwo zwischen Running Wild („Storms of hell“), Grave Digger (der Titelsong), ganz alten Megadeth („Steel winged fury“) und sehr traditionellem US Metal. Mit „Enchanted“ gibt es auch eine brauchbare Ballade. Für hohe Wertungen ist das Material allerding zu sehr abgehangen und zu wenig skurril. Ich bin schon versucht, diese Platte aufgrund ihres Old School Faktors hochzujubeln. Doch im Bemühen um Objektivität muss ich eingestehen, dass Phantom-X zwar spielerische Klasse haben, jedoch zumindest auf ihrem Debüt in puncto Songwriting den großen Wurf nicht bringen konnten. Es fehlen die zündenden Ideen in den Kompositionen, die großartigen Momente im musikalischen Fluss, die einem Zuhörer den gewissen Schauer über den Rücken jagen und die Nackenhaare aufstellen.
Wer sich dennoch weiter für dieses Album interessiert, sollte wissen, dass es von Sterling Winfield produziert worden ist, der bereits mit Pantera, King Diamond und Damageplan arbeitete. Zwei Prominente verdienen sich als Gastsänger: Jason McMaster („Pain machine“) und Robert Lowe („Blood on the moon“). Der Song „Metal Warrior“ steht als Tribut für Dimebag Darell auf dem Album. Dieses Stück hatte Kevin Goocher 1982 geschrieben. Zur selben Zeit etwa starteten Pantera ihre Live Karriere. Goocher und die Jungs wurden Freunde, und der Sänger nimmt „Rise of the phantom“ zum Anlass, den Song unter das Volk zu schmeißen und über ihn noch einmal an den verstorbenen Musiker zu erinnern. Was man wirklich nicht oft genug tun kann. Danke, Kevin!
5.5 Punkte von Christian (am 26.10.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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