Vorsicht! Hier handelt es sich definitiv nicht um ein neues Album von Persuader! In meinem Review zum Überwerk Evolution Purgatory habe ich bereits darauf hingewiesen: Nach ihrem ersten Demo „Visions and dreams“ unterzeichneten Persuader bei dem kleinen Label Loud’n’Proud. Frohen Mutes stolzierte die junge Band ins Studio und nahm ihr Debüt „The hunter“ auf. Doch das Label machte pleite und „The hunter“ erschien nur in Frankreich. Der Rest ist Geschichte. Persuader gewannen den Noise Records Bandwettbewerb „Young Metal Gods“ und veröffentlichten in Zusammenarbeit mit den Giganten von Sanctuary das hammerstarke „Evolution Purgatory“. Trotz hervorragender Kritiken blieben die Verkaufszahlen schwach. Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich auch kaum an Interviews oder sonstige Berichte über Persuader erinnern. Promotion mäßig muss da jemand ziemlich geschlampt haben. Die Band wurde von Noise gedroppt und unterschrieb einen Deal bei Dockyard 1. Dieses Label wurde von ehemaligen Noise Angestellten gegründet: Dirk Putzke, Christine Stephan und – Obacht! –Iron Savior Frontmann Piet Sielck. Dieser Jener hatte „Evoution Purgatory“ produziert. Verfluchte Inzucht! Da schließt sich für mich so langsam der Kreis. Jetzt liegen nämlich Vermutungen nahe, wie Thomen Stauch nach seinem Ausstieg bei Blind Guardian in Kontakt zu den Persuader Jungs kam. Der Piet saß ihm auf dem Schoß und spielte ihm die Scheibe vor. Genau wie meiner einer bemerkte Thomen, dass Persuader Sänger Jens Carlsson wie der junge Hansi Kürsch klingt. Und die ganze Band sowieso nach ganz alten Blinden Gardinen. Idealer Nährboden also für das Vorhaben des Schlagzeugers, weg von den überproduzierten Guardian Sachen zurück zu seinen Wurzeln zu gehen. So verpflichtete Thomen Jens gemeinsam mit Bandkumpel Emil Norberg (Gitarre) für sein neues Projekt Savage Circus . Diese Nachricht nahm ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits freute ich mich auf das Savage Circus Album, andererseits befürchtete ich das Ende von Persuader. Unbegründete Furcht scheinbar, denn laut Labelinfo ist die Veröffentlichung des „Evolution purgatory“ Nachfolgers für März 2006 geplant. „When Eden burns“ soll er heißen.
Die Wartezeit bis dahin verkürzen uns Dockyard 1 mit dem Re-Release des verschollenen „The hunter“ Albums und packen noch zwei Bonus Tracks vom „Visions and dreams“ Demo drauf. So bekommt der Hörer genau das, was in der Natur der Sache liegt: das Frühwerk einer Klasseband mit allen Qualitäten und Unzulänglichkeiten, die junge Musiker in einem solchen Stadium ihrer Karriere aufzuweisen haben. Für Sammler ist der Kauf von „The hunter“ unerlässlich. Pesuader Fans, Savage Circus Anhänger und Blind Guardian Komplettisten müssen zugreifen. Allen anderen Melodic Speed Metal Fans werden Songs wie der sehr eingängige Opener „Fire at will“ oder das schnelle und dennoch melancholische „Cursed“ sicher auch Spaß machen. Interessenten sollten jedoch wissen, dass der Sound natürlich seine Schwächen hat. Das macht in meinen Augen gar nichts, gehört sogar dazu, wie ich finde. Mir gefällt „The hunter“ schon deswegen, weil Persuader hier noch nicht in jedem Song wie Blind Guardian klingen. Klar, der Titeltrack oder „And there was light...“ beispielsweise könnten auch aus Krefeld stammen. Mit den folkloristischen Gitarrenmelodien im Instrumental „Secrets“ oder dem simplen „Heart and steel“, das eher in italienischer Tradition steht, gehen die Schweden hier noch etwas andere Wege. Die sind für den Hörer allerdings schwer zu entdecken, da der Hansi in Jensens Stimme allgegenwärtig ist.
7.0 Punkte von Christian (am 08.10.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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