1988: Iron Maiden hatte gerade Seventh Son Of A Seventh Son herausgebracht, Dream Theater standen noch mit ihrem Debut When Dream And Day Unite im Studio und kannten ihren späteren Ausnahmesänger James LaBrie noch nicht, Pink Floyd zeigte mit A Momentary Lapse Of Reason, dass eine Weltklasse-Superband nach einem Weltklasse-Superkonzeptalbum wie The Wall nur noch Mist herausbringen kann, da trauten sich die damals hauptsächlich als Vorgruppe zu Maiden, AC/DC, Bon Jovi oder Ozzbourne bekannten Metaller Queensryche mit einer Scheibe auf den Markt, die den Metal umkrempeln sollte: Operation Mindcrime war ein Konzeptalbum mit durchgängiger Story, es setzte die damals nur dem Hardrock oder den Posern vorbehaltenen Synthesizer effektvoll ein (ok, das hatten sie mit Rage for Order 1986 schon geübt) und begründete mit variablem Songwriting samt Bandeinspielungen eine Musikrichtung, die später Progressive Metal heißen sollte. Über Musik und Story will ich nicht viel schreiben, das haben andere schon getan; Google liefert für Operation Mindcrime über 170.000 Treffer...
Geoff Tate ließ seine unverwechselbare und flexible Stimme für moderne Ohren dann doch ziemlich kreischen, aber hey, das waren die 80er. Die Jungs sehen auch entsprechend aus (ach, sahen wir damals nicht alle so aus...), auch gaben sie sich auf der 1991 erscheinenden Live-DVD Operation Livecrime für heutige Verhältnisse etwas prollig. Aber egal, auf de Mindcrime knallen Gitarren und Drums in einem auch heute noch aktuellen und frischen Sound.
Zwei Jahre nach der Mindcrime kam die Empire, bei der einige Arrangements noch ausgefeilter klingen, aber etwas Kreativität fehlt -- sehr hörenswert. Danach brachte Queensryche nur noch mittelmäßige Platten zustande, nicht unbedingt schlecht, wenn man auf Tates Gesang steht, aber im Vergleich zu diesen Höhepunkten blutarm und unkreativ. Fast jede Scheibe wurde als Comeback gefeiert, aber so richtig kommt da nichts. Immerhin haben sich die Jungs ihre prolligen Matten abgesäbelt :) Derzeit stehen sie übrigens für Operation Mindcrime II im Studio, die CD soll im Januar 2006 erscheinen. Die Chancen für bessere Musik sind hoch, ist doch Gitarrist DeGarmo wieder dabei, nachdem er Mitte der 90er die Band verlassen hatte.
Warum ich das hier überhaupt schreibe: Vor kurzem habe ich entdeckt, dass die alten Queensryche-Platten nun als Remastered-Versionen für einen Zehner zu bekommen sind. Der Sound wirkt nun zeitgemäß, während die originalen CDs im Vergleich ziemlich matschig klingen. Zusätzlich hat EMI jeder Platte ein paar (m.E. wenig beeindruckende) Live-Tracks und ein ausführliches Booklet samt Fotos und Anmerkungen von Tate spendiert. Wer also die alten Scheiben wie ich auf irgendwelchen Feten verbummelt hat oder sie noch nie besaß, kann jetzt bedenkenlos zuschlagen, zumindest beim Dreierpack Rage, Mindcrime und Empire.
Line-Up Mindcrime:
Geoff Tate: Vocals, Keyboards, "Whistels and Blurbs"
Chris DeGarmo: Guitars
Michael Wilton: Guitars
Eddie Jackson: Bass
Scott Rockenfield: Drums, Percussion
Als Remastered-Versionen zu haben:
1984, The Warning
1986, Rage For Order
1988, Operation Mindcrime
1990, Empire
1994, Promised Land
8.0 Punkte von kacior (am 05.10.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Progressive Metal, Heavy Metal, Melodic Metal, bisschen Gothic/Dark, aber auch ProgRock, Emo
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