Weiter schreiten Peccatum – weiter bewegen sie sich auf ihrem meilenweit von jeglichen Schubladen entfernten Pfad durchs Geäst, hier und dort unverkennbare weil einzigartige Fußabdrücke wie das geniale 2004-er Werk „Lost In Reverie“. Nun sind ex-Emperor Ishan mitsamt Gattin und Unterstützung zurück und beweisen anhand der drei Songs enthaltenden EP „The Moribund People“, dass das kreative Pulver der Norweger noch lange nicht verschossen ist. Im Gegenteil, denn selten zeigten sich Peccatum so divers, so unterschiedlich innerhalb gerade einmal 15 Minuten Spielzeit! Der titelgebende Einstieg beispielsweise bezaubert mit entspannten, pop-rockigen, synthieunterstützten Klängen und der lieblichen Stimme Ihriels, im Refrain Unterstützung von ihrem Mann erhaltend. Überhaupt präsentiert sich jener Track extrem lieblich und harmonisch und in sich geschlossen, bis er im Mittelteil von Ishans bissigem Organ (Erinnerungen an späte Emperor-Zeiten werden wehmütig evoziert) und harschen Gitarren durchbrochen wird. Wenig später jedoch ist der Status Quo wieder hergestellt und man gibt sich unschuldig sanft und gezähmt. Doch nun weiß der Hörer, dass er den stimmungsvollen und dunklen Soundcollagen der Nordlichter nicht trauen darf, vermutet hinter jeder Ecke, jedem Break einen neuerlichen Ausbruch in ansatzweise schwarzmetallische Klanggebilde. Lange muss er auch nicht warten, denn auch „A Penny’s Worth Of Heart“ tischt zu Beginn ruhig-verträumte Collagen dunkler Synthiespielereien und lieblichen Vocals auf, lässt luftige Bilder in der Imagination des Hörers entstehen und entfernt an Björk denken, bevor die eingestöpselte Gitarre die Bühne betritt und gepflegt vor sich hin flirrt. Wieder einmal brechen blackmetallische Elemente und Ishans unverkennbar raues Organ die ruhige Szenerie auf, setzen neue Akzente und mischen den Song auf. Diesmal jedoch waren wir gewarnt…oder? Beim dritten und letzten Track der Platte hingegen wird es erst richtig interessant, eine Bathory-Coverversion steht an. Doch was vernehmen unsere Ohren? Pianoklänge und ein triphoppiger Beat? Dazu mystische Damenvocals und kühle Elektronik? Schon kommt man in Versuchung, Peccatum Frevel vorzuwerfen, was bei eine begnadeten Musiker wie Ishan jedoch schlicht und ergreifend lächerlich wäre. So entwickelt sich „For All Those Who Died“ nach gewisser Zeit zu einem zwar gewagten, jedoch überaus genialen Versuch, den Bathory-Song in ein wirklich einmaliges Gewand zu pressen. Vor allem der räudige Übergang zwischen dem sentimentalen Einstieg und dem ruppigen Mosh-Part…schlicht großartig. Sollte man gehört haben! Ein Video zum Titeltrack beschließt die neue EP der Erbsünden-Träger und präsentiert Peccatum einmal mehr von ihrer besten Seite: Außergewöhnlich, spannend, unerwartet. Leider kann ich über das Viedo keine Aussage machen, da mein PC unerwartete Probleme beim Abspielen bekommt. Schaut man sich das wunderschöne Cover an, wird man jedoch auch von jenem Clip mit Sicherheit nicht enttäuscht werden!
ohne Wertung von Björn Springorum (am 10.06.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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