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 Unheilig (Deutschland) "Lichter der Stadt" CD

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Label: Universal Music  (50 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 16.3.2012   (1510 verwandte Reviews)
Spieldauer: 64:00
Musikstil: Rock   (1264 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung: Gothic-Wave-Pop
Homepage: http://www.unheilig.com
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Weitere Infos zu Unheilig:
REVIEWS:
Unheilig Puppenspiel
Unheilig Grosse Freiheit (winter Edition)
Unheilig Lichter Der Stadt
Unheilig Als Musik Meine Sprache Wurde - Die Offizielle Autobiografie
Mehr über Unheilig in der Metalopedia
Diskussion zum Review
im Forum

Man hätte eigentlich drauf wetten können, dass sich „Der Graf“ erstmal auf den Lorbeeren ausruht, nach den turbulenten drei Jahren!
Es waren ja unhei(lig)mlich erfolgreiche drei Jahren durch sein Megahit-Album „Große Freiheit“ – mit dem er Rekorde der deutschen Charts gebrochen hat! Zahlreiche (ausverkaufte) Liveauftritte, viel Präsenz im Funk und Fernsehen als auch etliche Auszeichnungen, Werbetermine und Projekte waren ebenfalls Bestandteil dieser vergangenen Zeit bei diesem Künstler. Daher hätte ihm niemand eine Pause böse genommen. Doch nichts da, der Graf lenkt sich mit neuen Kompositionen/Songwriting ab und lässt so seine Erlebnisse als auch die stressige, rasante Zeit hinter sich bzw. bleibt weiterhin in dieser Spur.
Gut für die Fans als auch gegebenenfalls die Karriere, aber wie lange kann man einem solchen Druck standhalten? Zumal die Werbtrommel seit Monaten rührt, Auftritte in Fernsehshows nicht weniger werden und auch die nächste Tournee schon feststeht. Doch diese und andere Fragen werden sich von selbst beantworten, wenn wir uns dem neuen Album widmen. Dieses Werk trägt den Namen „Lichter der Stadt“ und es scheint das emotionalste und auch wieder eben sehr persönliche Album des „Stars“ zu sein.
Emotional ist sogar das Stichwort. Denn entgegen dem Erfolgsalbum, bei dem es eher nur zwei bis drei sehr zarte Momente gegeben hat, die auch den Erfolg in den Singlecharts ausgemacht haben, präsentiert der Graf hier deutlich mehr langsamere Stücke. Songs, die eher sehr rockig oder gar industrial/dark wave-artig und eben hart daherkommen, sind auf „Lichter der Stadt“ rar gesät. Da wären lediglich „Eisenmann“, „Herzwerk“ und „Feuerland“ genannt, die noch am ehesten an die frühere Phase des Grafen erinnern und somit mächtig „dunkel“ abrocken. Das soll auch heißen, dass Fans von u.a. Oomph, Eisbrecher oder Rammstein daran ihre Freude finden werden.
Ansonsten gibt es lediglich deutlich mehr vom weicheren Pop-Stil, die der Normalhörer aus dem Radio nun kennt und wie jener Unheilig in den letzten drei Jahren kennen gelernt hat. Allen voran bringt dies schon die erste Singleauskopplung „So wie Du warst“ auf den Punkt. Dazu gesellen sich auch die beiden Duettstücke mit Andreas Bourani „Wie wir waren“ und „Zeitreise“ mit Xavier Naidoo, die sicherlich auch gut im Radio und TV ankommen werden. Nicht zu vergessen wären an dieser Stelle noch die enorm schnulzigen „Unsterblich“ und „Vergessen“ als auch die super-poppigen Stücke „Ein großes Leben“, „Ein guter Weg“ und das Titelstück.
Als Ausverkauf (aufgrund der zahlreichen Tränendrüse-Songs) würde ich das noch nicht werten wollen, da man trotzdem den Eindruck gewinnt, dass es eben auch das ist, was den Grafen derzeit beschäftigt. Die Stücke klingen trotz aller Erfolge sehr authentisch. Zudem ist das Artwork sehr gelungen und passt hervorragend zum Gesamtbild (Texte und Musik) dieses Albums. Ob nun eine Pause angebrachter gewesen wäre, um erstmal etwas Abstand vom Erfolg zu gewinnen, wird die Zeit mit sich bringen, ob die Fans und Medien weiterhin dies so präsentiert bekommen wollen.

Fazit: Die Platte setzt da an, wo „Große Freiheit“ mit seinen Ausnahme-Singles aufgehört hat. Qualitativ sicherlich voll in Ordnung, da textlich mal wieder sehr persönlich und gekonnt feinfühlig. Aber musikalisch oft einfach viel zu seicht und enorm medientauglich. Und das ist für das Konto von Unheilig sicherlich ein Vorteil, aber sonst?!
Allemal werden die Fans der Singles „Geboren um zu Leben“ und „Unter deiner Flagge“ dieses Album deutlich mehr mögen, da der Vorgänger noch den ein oder anderen „Normalohörer“ mit seinen härteren Stücken überraschte. Fans von früher, werden sich diesmal noch mehr umschauen, auch wenn man durchaus diesen Weg, den er nun eingeschlagen hat, verstehen und ihm den Erfolg gönnen wird.


„Lichter des Stadt“ erscheint neben der CD-Ausführung inkl. einem einzigartigen interactiveaudio-Bonusbereich auch noch als limitierte Digipack-Doppel-CD sowie eine Fan-Deluxe-Edition (2CD + DVD + signierter Bilderrahmen). Nähere Informationen dazu gibt es auf der Bandhomepage.


… ab Ende Juni geht es auf ausgiebige „D-A-CH-Tour“ mit Andreas Bourani (?) und Staubkind als Support. Die exklusiven Clubshows zur CD-Veröffentlichung Ende März sind bereits restlos ausverkauft. Die einzelnen Termine der kommenden Tour gibt es hier unter: http://www.unheilig.com/unheilig/termine-live.

 
Tracklist: Lineup:
01. Das Licht (Intro)
02. Herzwerk
03. So wie du warst
04. Tage wie Gold
05. Wie wir waren (feat. Andreas Bourani)
06. Unsterblich
07. Feuerland
08. Lichter der Stadt
09. Ein guter Weg
10. Ein großes Leben
11. Brenne auf
12. Zeitreise (feat. Xavier Naidoo)
13. Das Leben ist schön
14. Eisenmann
15. Vergessen
16. Die Stadt (Outro)
 

 
6.0 Punkte von Arturek (am 19.03.2012)
 
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