Schon seit geraumer Zeit umtreibt auch den Gründervater der deutschen Independent-Szene, wie er mitunter bereits tituliert wurde, und seinen Voodooclub der Wiederveröffentlichungswahn alter Werke. Der Großteil seiner früheren Alben wie „Copperfield“ oder „Hair“ ist schon länger in neu abgemischten, mit Bonustiteln versehenen Versionen erhältlich, nun erwischt es auch „Helios“ aus dem Jahre 1991, mit welchem Boas sperriger Alternative auch allmählich im Mainstream ankam. Im Gegensatz zu anderen Künstlern glücklicherweise, ohne dabei an seiner Faszination zu verlieren.
Mit dem Opener „And then she kissed her“ landete man gleich einen der größten Hits der Bandgeschichte, ein Song, welcher auch heute noch auf keinem Konzert fehlen darf und freundlicherweise gleich noch in einem 2011er-Mix enthalten ist, der zum Mittanzen auf dem Discofloor einlädt. Was im Vergleich mit früheren Alben auffällt, ist der etwas melancholischere Unterton, der sich durch die gesamte Spiellänge hindurchzieht und beispielsweise durch „Pretty Bay“ bestens ausgedrückt wird. Auch stechen experimentellere Stücke wie „Sirens from Hell“ mit seinen Dudelsackklängen hervor – ein Instrument, welches neben besagtem Song gleich noch in zwei Weiteren auftaucht und somit durchaus als ungewöhnlich bezeichnet werden sollte. Aber auch Freunde der straight rockenden Töne kommen natürlich wieder auf ihre Kosten, etwa mit dem pogotauglichen „Wonderless“ oder „Life after being a zombie“. Der letzte Track des regulären Albums, „The undersea world of Jaques Cousteau and his friends“, bei welchem einmal mehr Boas Gesangspartnerin Pia Lund ihr Talent darlegt, ist ebenfalls so ein Kandidat, nur meiner Meinung nach viel zu kurz geraten – bevor man richtig mit dem Herumspringen angefangen hat, ist das Ganze schon wieder vorbei.
Was noch folgt, sind allerlei unveröffentlichte Songs, welche sich durchaus sehen lassen können und überdies von der Grundstimmung her genauso gut auf dem ursprünglichen Album hätten landen können. Insgesamt also eine stattliche Neuveröffentlichung einer großen CD, welche bei keinem Indie-Fan fehlen sollte. Wer Phillip Boa & The Voodooclub noch einmal live erleben möchte, dem seien hiermit seine Shows im April ans Herz gelegt, zu denen er exklusiv seine Scheiben „Helios“ und die ebenfalls wiederveröffentlichte „Boaphenia“ spielen wird.
Tracklist:
Lineup:
01. And then she kissed her
02. Wonderless
03. Pretty bay
04. 30 men on a dead man's grave
05. Puppets on a strang
06. Pfirsischeisen
07. Life after being a zombie
08. The laughing moon
09. Sirens from hell
10. Galerie der Fälschungen
11. The undersea world of Jaques Cousteau and his friends
Bonus:
12. Tristane
13. Laura Deathley
14. Moonlight with me
15. 1/2 chicken from hell
16. Angels of sorrow
17. Lifelong boardwalk
18. And then she kissed her (2011 Mix)
ohne Wertung von Laughing Moon (am 06.03.2011)
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musikalischer Background des Verfassers Dark Metal, Gothic Rock/Metal, Folk
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