Lange hat es gedauert, bis das neue Nevermore Werk „The Obsidian Conspiracy“ erschienen ist – das immerhin siebte Album des Seattle-Quartetts. Immerhin gab es in den letzten Jahren die prall gefüllte DVD „The Year Of The Voyager“ und die Solo Alben von Warrel Dane und Jeff Loomis zu bestaunen. Der Nachfolger zu „This Godless Endeavor“ ließ allerdings eine ganze Weile auf sich warten. Sein Titel geisterte schon monatelang durch das Netz, doch nun liegt endlich auch das Produkt vor. Dieses ist bereits viel und recht kontrovers diskutiert. Nicht wenige sprechen von einem erneut genialen Stück Musik, andere sehen „The Obsidian Conspiracy“ eher als gutes Metal Album, dass für Nevermore Verhältnisse eher ein laues Lüftchen als einen Sturm darstellt.
Gehen wir der Sache also mal auf den Grund. Fakt ist, dass Warrel Dane auf „The Obsidian Conspiracy“ mehr Freiheiten zugestanden werden als man es bisher gewohnt ist. Das liegt vielleicht an den kompakten Songstrukturen, die dem Sänger deutlich zu Gute kommen. Die Stücke sind maximal fünfeinhalb Minuten lang, nicht wenige schaffen die Fünf-Minuten-Marke nicht einmal. So bleibt wenig Zeit für ausgiebige instrumentale Eskapaden. Jeff Loomis kommt dabei aber keineswegs zu kurz. Ganz im Gegenteil. Im hoch anspruchsvollen Riffing tobt sich der Göttergitarrist richtig aus, und so kommt Nevermores einzigartige Fähigkeit, grandiose Gesangslinien und hochkarätige Instrumentalarbeit miteinander zu verbinden, auf diesem Album stärker zur Geltung als auf den Vorgängern. Viele Songs ballern außerdem ohne Ende, und niemand muss befürchten, dass Nevermore als Band jetzt dem eher seichten Soloalbum ihres Frontmanns nacheifern. Leise Töne gibt es natürlich trotzdem, und bis einschließlich der Ballade „The Blue Marble And The New Soul“ bewegen sich alle Songs im neun bis zehn Punkte Niveau. Da wäre zum Beispiel der starke Opener „The Termination Proklamation“ oder das beklemmende „And The Maiden Spoke“, das neue Facetten der Band zeigt, mit dem überragend komponierten Refrain aber auch ein altbekanntes Trademark bietet. Im letzten Albumdrittel schwächelt „The Obsidian Conspiracy“ ein wenig, doch der abschließende Titelsong zieht noch einmal alle Register: eine wahre Thrash Metal Granate, die mit überragenden Melodien protzt und ein idealer Opener für künftige Live Shows wäre. Die Nummer gehört für mich zu den Alltime Tops der Band.
Noch ein weiteres Wort zu Jeff Loomis: Auch im Solo Bereich erstrahlt er in altem Glanz, nimmt sich allerdings zu Gunsten des Songs zurück. Warum auch nicht? Er hat längst bewiesen, dass er zu den besten Gitarristen unserer Zeit gehört. So fügt sich sein Spiel mit Warrels Gesang zu einem harmonischen Ganzen mit Höchstanspruch.
Beim Drumherum geht man auf Nummer sicher. Das tolle Artwork liefert mal wieder Travis Smith, und für den Sound zeichnet sich erneut Andy Sneap verantwortlich, der einen hervorragenden Job macht und die Musik differenziert, doch auch schön warm und nicht zu steril in Szene setzt.
Die Ltd. Deluxe Edition und die Bonus 7” der Vinylversion enthalten übrigens noch die Bonus-Coverversionen „The Crystal Ship” (The Doors) und „Temptation” (The Tea Party), die mir leider nicht vorliegen.
Fassen wir also noch einmal zusammen: In den ersten sechs Stücken hält „The Obsidian Conspiracy“ mit den Klassikeralben „Dreaming Neon Black“ (1999), „Dead Heart In A Dead World“ (2000) und „This Godless Endeavor“ (2005) mit. Anschließend tendiere ich zum Punktabzug, bis der Titelsong noch einmal so richtig einen raus haut.
Tracklist:
Lineup:
01. The Termination Proclamation
02. Your Poison Throne
03. Moonrise (Through Mirrors Of Death)
04. And The Maiden Spoke
05. Emptiness Unobstructed
06. The Blue Marble And The New Soul
07. Without Morals
08. The Day You Built The Wall
09. She Comes In Colors
10. The Obsidian Conspiracy
Bonustracks Special Edition:
11. The Crystal Ship (The Doors Cover)
12. Transmission (The Tea Party Cover)
musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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1. Darkest Era "The Last Caress Of Light"
2. Doomsword "The Eternal Battle"
3. Volbeat "Beyond Hell / Above Heaven"
4. While Heaven Wept "Fear Of Infinity"
5. Alestorm "Back Through Time"
6. Mael Mordha "Manannán"
X Alltime-Klassix Top6
1. Manowar "Into glory ride"
2. Doomsword "Let battle commence"
3. Slayer "Reign in blood"
4. Iron Maiden "7th Son Of A 7th Son"
5. Black Sabbath "Mob Rules"
6. Volbeat "Guitar Gangsters & Cadillac Blood"
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