Den meisten Lesern, Musikfans wohl nur als Anhängsel bei Rockkonzerten oder eben „die“ fanatische Rocker-Matratze bekannt: das Phänomen Groupie! So alt, wie die Rockmusik selbst und einfach nicht wegzudenken.
Das Buch einer Szenekennerin und bekennendem Groupie klärt einen etwas darüber auf, was es wirklich auch heißen kann, ein Groupie zu sein. Es geht den Damen (in den meisten Fällen sind es Damen, die sich den Herren der Bühne hingeben – auch wenn hier auch eine Ausnahme zu Wort kommt) nicht nur um die Eroberung des gewissen Rockers für eine spezielle Nacht. Es soll mehr die Beziehung sein, die man als Fan so genial findet. Nämlich sehr nah an seinem Star zu sein, d.h. man liebt in erster Linie die Musik, den Künstler und vielleicht erst später die Person. Und dies auch, wenn dabei noch etwas mehr rumkommt, why not – so what? Natürlich zählt auch hier, jedem das Seine, aber nun.
So ungefähr teilt uns Pamela Des Barres in ihrem Buch „Im Bett mit Rockgöttern“ die Beziehungen vieler Groupies zu ihren Stars mit. Sie behandelt das Thema tatsächlich mit Ernsthaftigkeit und deutet nicht nur einmal darauf hin, dass es immer mind. zwei Personen sein müssen, die etwas miteinander anfangen wollen. Sie unterhielt sich mit vielen Damen und konnte dabei so einige sehr intime Bekenntnisse herausfiltern. Sie schafft es zwar unterhaltsam den Erfahrungsaustausch hier und da abzubilden, aber irgendwann verliert man sich bei der ein oder anderen Story und es kommt einem doch vergleichbar mit der zuvor dargestellten Story vor.
Allgemein betrachtet sind es auf mehr als 500 Seiten mit einigen Abbildungen zahlreiche Geschichten aus dem wahren Leben viele Damen, die sich noch an einige der erlebten Tage, Monate und Jahre mit ihren Stars erinnern. Angefangen mit Elvis bis hin zu Größen wie Cat Stevens, Bob Dylan, Iggy Pop oder gar Courtney Love und John 5, wird hier so aus dem Nähkästchen geplaudert. Ob nun alles tatsächlich auch so stattgefunden hat, werden nur die Beteiligten selbst wissen. Wichtig ist nur zu wissen, dass einige der Stories doch authentisch wirken, unabhängig davon in welcher Zeit und Genre sie nun stattgefunden haben. Ja, nicht wirklich jede Geschichte ist spannend oder gar interessant, aber das gehört nun mal auch zu dem Leben eines Groupies, dass es mal nicht so läuft, wie man, ähm, Frau sich das so vorstellt.
Ganz wichtig zu wissen: im Epilog werden einige Seiten dem Film „Almost Famous“ gewidmet, der eben das gewisse Leben eines Groupies grandios darstellt. Musik ist eben für viele Menschen das „Besondere“.
Fazit: Ja, „Im Bett mit Rockgöttern“ stellt „Die intimsten Bekenntnisse der Supergroupies“ dar, aber es sind nicht alle wirklich erschreckend oder überraschend. Doch vielleicht kann uns in der heutigen Zeit so etwas einfach nicht mehr so enorm schocken.
Ein durchaus unterhaltsames Werk, aber nur wenn man ein paar „wahre“ Geschichten aus dem Leben der eher verhassten Damen (gegenüber den Ehepartnerinnen der betroffenen Stars) erfahren möchte. Schließlich gibt es hier nicht nur die allseits bekannten „Beziehungskrisen“, mit denen die Boulevard-Zeitschriften voll bepackt sind.
Allgemeine Infos zum Buch:
DEUTSCHE ERSTAUSGABE, Taschenbuch, 518 Seiten, mit zahlreichen s/w-Abbildungen, ISBN: 978-3-453-67546-9. UVP laut Verlag: € 8,95 [D]. Mehr @ Heyne Harcore
ohne Wertung von Arturek (am 22.02.2010)
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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