Über die deutschen Goth-Metaller Crematory braucht man wohl keine großen Worte mehr verlieren. Als eine der etablierten deutschen Bands in diesem Sektor veröffentlichen die die Mannen um Gerhard "Felix" Stass konsequent neue Alben, die stilistisch nie sonderlich stark voneinander abweichen. Mal stärkere, mal schwächere Releases pflastern dabei die Discographie. Da macht auch der neueste Streich „Infinity“, mittlerweile elfte Album der Mannheimer keine Ausnahme. fragt sich nur wohin die Reise Anno 2010 geht.
Mal wieder präsentieren die fünf ein sehr eingängiges Bombastisches Gothic Metal Album, das von einer hervorragenden Produktion und seiner (düsteren) Stimmung lebt. Die dunklen Gothic Passagen verstehen Crematory wie kaum eine andere Band in diesem Sektor in starke Atmosphäre umzuformen. Da beweisen sie immer noch ihre Klasse und ein wahnsinnig gutes Gefühl fürs Arrangement der Songs. Insbesondere das Wechselspiel zwischen Klargesang und Growls kann dabei einmal mehr Akzente setzen.
Aber auch musikalisch langen Crematory diesmal einige male richtig hin und präsentieren sich phasenweise deutlich härter, und dadurch letztlich abwechslungsreicher als auf den letzten Outputs. Als Fan der ersten Stunde kann man sich an dem Opener oder dem knallharten ’Where Are You Now’ erfreuen, wer es eher mit Clubtauglichen Material hält, wird bei ’Out of Mind’ nicht weghören können und sein Tanzbein in Wallung versetzen.
Und trotz aller Lobpreisung kann mich auch „Infinity“ wieder nicht restlos überzeugen. Sicherlich ist das neue Album besser als die, naja eher durchschnittlichen, Vorgänger „Pray“ oder „Klagebilder“. Sicherlich sind die Songs supereingängig und bieten für den Moment klasse Gothic Metal Futter. Aber leider verlieren sich Crematory auch genauso gerne in ihren gängigen Mustern und bieten einfach nichts Neues. Und genau das ist das Problem der Platte: Man rotiert beständig in seinem eigenen musikalischen Orbit, der ja auch nicht mal besonders groß ist, und vergisst dabei leider mit einer innovativen Idee neue Akzente oder Facetten in die Musik zu integrieren. Dadurch nutzen die Songs sich einfach zu schnell ab, und irgendwann kommt man unweigerlich an den Punkt an dem auch „Infinity“ ohne Langzeitwirkung im Regal verstauben wird.
Schade, denn Crematory verfügen zweifellos die nötigen Fähigkeiten sich mal experimentierfreudiger zu geben ohne sich gleich untreu zu werden ...
Anspieltipps: Broken Halo, Infinity, Where are you now, Out of Mind
Fazit: Unterm Strich ein gutes, typisches Crematory Album. Auf jeden Fall Stärker als die beiden Vorgängeralben aber Neuerungen wird man wieder mal vergebens suchen. Fans werden „Infinity“ trotzdem lieben; Gegner der Band werden „Infinity“ ebenso hassen wie die Alben davor. Also alles beim alten im Hause Crematory…
Tracklist:
Lineup:
1. Infinity 4:52
2. Sense of time 5:46
3. Out of mind 3:21
4. Black celebration 4:56
5. Never look back 4:11
6. Broken halo 4:19
7. Where are you now 5:02
8. A Story about... 4:52
9. No one knows 4:28
10. Auf der flucht 4:35
musikalischer Background des Verfassers NWOBHM; Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom / Stoner Metal ; Glam / Classic/ Hard Rock & Sleaze,
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