Roher und frostiger Black Metal prangt auf den Bannern der deutschen Formation Insignium, welche vor wenigen Wochen ihr einer Eigenproduktion nachfolgendes Debüt „In die Abgründe“ via Black Attakk an die Oberfläche würgte. Entfernt an alte Meister der norwegischen Schwarzschule, eher jedoch an einige Helden aus dem deutsprachigen Underground erinnernd (hier und da schimmern Erinnerungen an Nagelfar oder, in einigen Gitarrenmelodien, auch Nargaroth durch), bewegt sich der entschlossene Vierer abwechslungsreich durch die acht zumeist sehr langen Songs, soll heißen, „In die Abgründe“ ist weder ein stupides, von vorn bis hinten durchgeprügeltes Werk, noch ein depressiv-monotones Manifest, in welchem ein Riff auf Songlänge ausgewalzt wird. Nein, Insignium geben sich wirklich alle Mühe, den Hörer bei der Stange zu halten, bieten demzufolge alles, was das schwarzmetallische Herz begehrt: Flirrend-rasende, ungestüme Attacken, hypnotisch-treibende Midtempo-Walzen, flotte Doublebass-Orgien und der eine oder andere Moment völliger, elegischer Ruhe (ohne Zuhilfenahme von Keys!) zeichnen das Bild eines sehr um Abwechslung bemühtes Album, welches vielleicht unter so manchem zu „lieblichen“ Part zu leiden hat, ein wenig den grimmigen Biss aus den Songs nehmend (womit ich jedoch kein großes Problem habe). Dieser Umstand ist, zusammen mit einem unnötigen und dämlichen Songtitel wie „Gefistet“, jedoch der einzige Kritikpunkt einer ansonsten guten Scheibe des deutschen Black Metal-Undergrounds, bei welchem auch das Soundgewand absolut in Ordnung geht (auch wenn ich mir die Aufnahme der Drums eventuell ein wenig differenzierter gewünscht hätte – dies jedoch nur am Rande), weshalb ich „In die Abgründe“ neben Anhängern der erwähnten Bands auch Fans alter Ulver oder Satyricon ein Reinhören empfehle. Potentielle Scheuklappenttäger dürften ob der teilweise sehr melancholischen Eskapaden oder dem einen oder anderen Death Metal-Einfluss aus dem Land der Elche eventuell abgeschreckt werden…tja, selbst schuld, nicht wahr? Hoffnungsvoller Newcomer!
7.5 Punkte von Björn Springorum (am 26.02.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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