Manche nennen es Progressive Metal, manche nennen es Avantgarde Metal – egal, passen tut beides irgendwie, und auch wieder nicht, denn EXTOL aus Oslo haben einen ureigenen Stil entwickelt, welcher mit nichts und keiner anderen Band auf diesem Planeten zu vergleichen ist.
Auf dem letzten Album der Götter von den Fjorden, „Synergy“ aus dem Jahr 2003, meinte ich Anklänge an MEKONG DELTA zu hören, was auch stimmt, EXTOL aber bei weitem nicht gerecht wird.
Und auch 2005 zünden EXTOL wieder ein buntes Feuerwerk an intelligenten Arrangements, feinen Melodien, intensiven technischen Thrash-Klängen, progressiven Ausflügen aller Art bis hinein in folkloristische und jazzige Gefilde und schmieden so ein Album, welches den Hörer, der sich mit allen Sinnen kompromißlos darauf ein- und sich selbst losläßt, so schnell nicht wieder aus seinem Maelstrom ausspeien wird.
„Blueprint“ – leider ist mein Promo-Exemplar von ebensolcher Art, was mich andererseits von der Pflicht enthebt etwas über das Coverartwork zu sagen – transportiert den Hörer in ein phantastisches schillerndes Klanguniversum, welches er freiwillig nicht wieder verlassen möchte und macht augenblicklich süchtig !
„Blueprint“ ist ein intensives Gesamtkunstwerk, aber ich möchte trotzdem einige Tracks näher beleuchten: ‚Soul Deprived’ ist hart, aber gerecht und erinnert an die kanadischen Technik-Thrasher von VOIVOD, das melodische ‚Pearl’ fesselt durch ein tolles, auch von der Rhythmusfraktion getragenes Riff und intensiven einschmeichelnden Gesang, ‚The Things I Found’ besticht durch schräge Arrangements und einen verweifelten Gesang – sehr emotional und wieder etwas an VOIVOD erinnernd, das LED ZEPPELIN-artige ‚Lost In Dismay’ offenbart eine weitere Facette von Peters grandioser Stimme, während ‚Void’ recht psychedelisch und voivodartig schräg daherkommt. Das grandiose ‚The Death Sedative’ ist das fesselndste und gleichzeitig beste Stück dieses tollen Albums und ein würdiger Abschluß.
Ich weiß: Jetzt wird es wieder heißen, der Warmaster benotet zu gut; aber was soll ich machen, wenn ich in ein bis zwei Wochen gleich mehrere Götteralben auf meinen Tisch bekomme ?
„Blueprint“ ist perfekte, ausgeklügelte Musik des 21. Jahrhunderts, wie man sie schwerlich noch besser spielen kann; das Album geht knapp 50 Minuten lang prickelnd und umfassend unter die Haut – man kann es 100 Mal hören und wird immer wieder etwas Neues entdecken; soll ich dafür etwa eine mittlere Punktzahl geben ? – Nein !!! – Es gibt die verdienten 9 ½ Punkte und damit basta !
VÖ: Heute
Tracklist:
1. Gloriana (3:25)
2. Soul Deprived (3:26)
3. In Rehearsal (5:37)
4. Pearl (2:55)
5. From The Everyday Mountain Top (3:46)
6. Another Adam’s Escape (4:36)
7. The Things I Found (6:24)
8. Lost In Dismay (5:14)
9. Essence (3:43)
10. Void (5:38)
11. The Death Sedative (4:55)
Line Up :
Peter Espevoll – Vocals and Acoustic Guitar
Ole Halvard Sveen: Electric ans Acoustic Guitars, Vocals
Tor Glidje: Electric and Acoustic Guitars
Jon Robert Mjåland: Bass
David Husvik – Drums and Backing Vocals