Das Fünfergespann mit dem seltsamen Namen JAKED OFF SHORTS AND LOADED HEADS kommt aus Bad Kissingen und weiß selber laut Info nicht so recht, wie es seine Musik bezeichnen soll. „Irgendwo zwischen experimentellem Metal und 90er Crossover“ wird da als ungefährer Anhaltspunkt angegeben und damit liegen die Herren vielleicht gar nicht so abseits der Wahrheit. Für meinen Geschmack kann man ruhig noch den Zusatz „Industrial“ hinzusetzen und man nähert sich einer beinahe treffenden Beschreibung der Musik auf ihrem aktuellen Output „Feeding the Future“.
Gespickt mit Samples und getragen von leicht scheppernden Drums, dröhnend-kreischenden Gitarren und einem zeitweise funky Bass werden bei den Vocals fast alle Möglichkeiten des Gesangs abgedeckt. Mal gibt es klares Hintergrund-Aaaaahhaaaaa, mal tiefe Sprechpassagen á la Marilyn Manson, dann Ansätze von Crossover-Sprechgesang, doch die Meiste Zeit schreit sich der junge Mann am Mikro einfach nur die Seele aus dem Leib. Irgendwo zwischen den frühen MARILYN MANSON, frühen KORN, MINISTRY und der bekannten Schreiraupe wüten die fünf Herren also musikalisch durch ihre elf Songs und bieten von nervigen funky Parts über schepperndes Rumgeprügel bis zu ein paar fast guten Ideen die ideale Geräuschkulisse, um den Nachbarn bei voller Lautstärke in den Wahnsinn zu treiben. Soundtechnisch liegen JOALH dabei für eine Eigenproduktion gar nicht so schlecht davor, trotzdem ist die Produktion natürlich noch nicht perfekt und weist noch einige Schwächen in Punkto Druck auf. Für meinen Geschmack müsste für solche Art von Musik, die mit Industrial-Einflüssen und viel Dreck und Schmutz daherkommt der Aggressions- und Lärmfaktor noch weiter hochgeschraubt werden, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Im Endeffekt bieten JOALH mit „Feeding the Future“ eine Sammlung von musikalischen Kuriositäten, die größtenteils nach dem Prinzip „Hauptsache abgefahren“ funktionieren. Für Freunde extremer und abgefahrener Mucke könnte JOALH damit vielleicht etwas bereithalten, aber trotz einiger interessanter und fast cooler Parts ist „Feeding the Future“ dem potentiellen Zielpublikum nur bedingt zu empfehlen.
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4.0 Punkte von Gorlokk (am 25.08.2008)
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musikalischer Background des Verfassers Prog Rock/Metal, Post Rock/Metal/Hardcore, Djent, Swedish/Melodic Death, Folklore/Neofolk, Black Metal, Neo-Thrash, Pagan Metal, Düster-Rock u.v.m.
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