Hinter dem merkwürdigen Namen OSADA VIDA verbirgt sich ein Prog-Gespann aus Polen, das bereits seit fast zehn Jahren sein musikalisches Unwesen treibt. Nun, von Unwesen darf man hier eigentlich nicht sprechen, denn was die vier Herren auf ihrem neuen Album „The Body Parts Party“ anbieten ist professioneller Prog Rock mit einem leichten Schlag Richtung Metal und Art Rock.
„The Body Parts Party“ ist dabei im Übrigen ein Konzeptalbum, auf dem jeder Song ein bestimmtes Organ oder Körperteil und die mit diesem verbundenen menschlichen Gefühle, Assoziationen etc. behandelt. Zeitweise kommt man sich da schon fast wie bei „Fight Club“ vor, wenn Leber, Zunge oder Knochen anfangen zu monologisieren („Ich bin Jacks Medula Oblongata…“), ohne Zweifel handelt es sich aber um ein interessantes textliches Konzept.
Musikalisch loten OSADA VIDA viele Möglichkeiten progressiver Musik aus: Es wird mit langen Soli, vertrackten Rhythmen, Halbtönen etc. gearbeitet und die Rock-Instrumentierung bindet viele wilde Keyboard/Synthesizer/Orgel-Momente in die Musik ein. Gitarre und Keyboard spielen sich zeitweise die Bälle zu und bringen entsprechende Weite in die Songs ein, um meistens gerade noch rechtzeitig wieder auf den Punkt des Songs zurückzufinden. Mehr als einmal kratzen die Polen mit ihrer Musik an den Grenzen zu technisch verliebtem Art Rock. Dadurch erweitern sie zwar ihr Spektrum, fordern dem Hörer aber auch wesentlich mehr Anspruch und Geduld ab, denn trotz der angenehmen Musik ist „The Body Parts Party“ kein einfaches Album geworden. Musikalische Vergleiche lassen sich mit großen Namen wie PINK FLOYD, SPOCK’S BEARD, RIVERSIDE und PORCUPINE TREE ziehen, leider schaffen es OSADA VIDA aber nicht, im Songwriting die gleiche fesselnde Kraft wie die oben genannten Formationen zu entwickeln. Hinzu kommt, dass Sänger Lukasz Lisiak zwar über eine relativ gute Stimme verfügt, über das gesamte Album aber etwas zu monoton klingt und keine wirklich beeindruckende stimmliche Präsenz entwickeln kann.
„The Body Parts Party“ ist damit ein ordentliches Prog Rock Album geworden, das für „Spezis“ in der Szene interessant sein könnte, meiner Meinung nach aber mehr durch instrumentales Können als durch Emotionen glänzt und damit nicht an wirklich gute Scheiben aus dem sonstigen Prog-Bereich herankommt.
Am besten gefielen mir auf der Scheibe wohl noch „Body“, „Tongue“ und das Instrumental „Spine“, die hiermit als Anspieltipps erwähnt seien.
Tracklist:
Lineup:
1. Body
2. Liver
3. Brain
4. Tongue
5. Spine
6. Heart
7. Muscle
8. Bone
musikalischer Background des Verfassers Prog Rock/Metal, Post Rock/Metal/Hardcore, Djent, Swedish/Melodic Death, Folklore/Neofolk, Neo-Thrash/Metalcore, Black Metal, Düster-Rock u.v.m.
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