Meistens landen genau die Alben auch noch Jahre später immer wieder im Player, die sich nicht sofort nach dem ersten Hördurchlauf erschließen. Ich habe das Gefühl, dass „Road to Ruin“ so eine Scheibe ist, denn was auf den ersten Blick als etwas sperriger Hardrock daherkommt, entfaltet schon beim zweiten Hören eine tolle und individuelle Note.
Kein Wunder, denn bei ROAD TO RUIN tummeln sich ein paar großartige Musiker im Line-Up, angeführt vom keinem geringeren als Matti Alfonzetti (Skintrade, Jagged Edge, Alfonzetti), der in letzter Zeit übrigens auch als Produzent für die aktuelle CD der Poodles tätig war. Gitarrist Lars Chriss (Lion`s Share) und Keyboarder Sampo Axelsson (Glenn Hughes) stellten mit ROAD TO RUIN ein sehr individuelles Projekt auf die Beine. Die Songs erinnern an die klassichen Hardrock Nummern von Whitesnake, Rainbow oder auch Deep Purple, was bei ihren ursprünglichen Bands nicht so ganz ins Konzept gepasst hatte.
ROAD TO RUIN sollte nun endlich jenen musikalischen Ideen ans Tageslicht verhelfen. Zum Glück – denn die Musik kann hier wirklich voll und ganz überzeugen. Vor allem die ruhigeren Stücke wie „Face of an Angel“, „For your Soul“ oder „Thorn in my Side“ strahlen durch eine gekonnte Mixtur aus bluesigen Riffs und dezenten Orgel-Einsätzen. Über allem ragt Matti Alfonzettis herausragende Stimme, die den Songs einerseits den richtigen drive und andererseits die außergewöhnlich melancholische Note verleiht. Unweigerlich fühlt man sich an die großen Momente von Led Zeppelin oder teilweise auch Black Sabbath erinnert und trotzdem kommen ROAD TO RUIN mit einer frischen und modernen Spielfreude daher, so dass der eine oder andere Song auch problemlos im Radio laufen könnte.
Es gibt sowohl dynamische und schnelle Rocksongs mit eingängigen Hooklines („Pleasure and Pain“), aber meiner Meinung nach sind es die langsameren Nummern, die hier die Klasse des Albums ausmachen. Anspieltipp ist meiner Meinung nach „For your soul“, das mit einem genialen Chorus aufwarten kann. Auch „Thorn in my side“ entwickelt sich zu einer wahren Perle. Der langsame ¾ - Takt und die bluesige Orgel im Hintergrund unterstreichen nur allzu gut, dass die Songs von ROAD TO RUIN schon viel zu lange auf ihre Veröffentlichung warten mussten.
Höchste Zeit, dass dies mit dem Release geändert wurde.
Fazit: Ein dynamisch-komplexes Album, das nicht sofort wirkt – aber dafür umso länger!
Tracklist:
Lineup:
1. The Only One
2. Pale Rider
3. Face Of An Angel
4. Pleasure And Pain
5. For Your Soul
6. Walk The Line
7. Thorn In My Side
8. Crawling
9. Until I See The Sun
musikalischer Background des Verfassers Melodic Metal, Melodic Rock, AOR, Sleaze-Glam, Progressive, Power Metal
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