Die Südtiroler Symphoniker haben wieder zugeschlagen !!
GRAVEWORM aus den nördlichen Gefilden Italiens haben es in den vergangenen neun Jahren geschafft mit etlichen ausgezeichneten Alben, aufopfernder Bühnenpräsenz und stets authentischer Fannähe neben Szenegrößen wie DIMMU BORGIR und CRADLE OF FILTH eine ureigene und höchst durchschlagende Variante epischen Bombast-Black-Metals zu etablieren, welche mittlerweile Legionen treuer Fans auf ihre Seite gezogen hat.
In der Diskussion um und über GRAVEWORM-Alben geht jedoch die Gothic-Metal-Komponente, welche stets eine tragende Säule im Schaffen GRAVEWORMs war und auch heute noch ist, für meinen Geschmack immer ein wenig unter.
So ... wie klingt es denn aber nun, das nach zwei Jahren Pause neue Studioalbum der Recken aus Südtirol ?
Nun ... zunächst einmal klingt es einfach nur saugut, das ist der alles dominierende erste Eindruck !!
Bei näherer Betrachtung muß dann durchaus ehrfürchtig festgestellt werden, daß GRAVEWORM 2007 nun wohl endgültig reif geworden und auf der Höhe ihres Schaffens angekommen sind.
Nach einem eher verstörenden Intro bratzt unvermittelt mit voller Gewalt und heftigster Breitseite der erste reguläre Song aus den Boxen, so daß es eine wahre Pracht ist !! - Sämtliche Trademarks, die GRAVEWORM in den vergangenen Jahren groß gemacht haben, sind vorhanden: Dieser unnachahmliche Grunz-Keif-Co-Gesang, eine phantastische Melodie, welche sofort ins Ohr geht und eine jener schwelgerischen Halb-Gitarre-Halb-Keyboard-Soundwände, welche perfekt den Spagat zwischen symphonischem Black Metal und treibendem Gothic Metal schaffen, als wäre das gar nichts.
Das haben in dieser Form wohl nur GRAVEWORM drauf und auch auf "Collateral Defect" ist ebendieser unwiderstehliche Mix wieder eines der herausragendsten Elemente.
Ein Knaller jagt den anderen ... zum Verschnaufen kommt man dabei nicht ... kaum sind die letzten Klänge des superben Openers verklungen, da peitscht einem schon das recht brutale 'Touch Of Hate' entgegen, welches als Kontrapunkt ein Pfeifen im Hintergrund hat, welches an den allseits bekannten 'Engel' von Rammstein erinnert.
Ich habe bereits beim ersten Durchlauf das ganze Album hindurch einfach verzückt mitgebangt und schon jetzt ist "Collateral Defect" eine meiner Lieblings-CDs 2007 !!
Ich könnte jetzt zwar noch das eine oder andere Stück herausheben, aber da ALLE Stücke genial sind und sich auf einem schon beinahe beängstigend hohen Niveau befinden, lasse ich es jetzt einfach, ergebe mich erneut den phantastischen Klängen auf "Collateral Defect" und kann einem jedem von euch nur empfehlen dasselbe zu tun ... holt euch eines der bislang besten und abwechslungsreichsten Metal-Alben 2007 !!
Überraschenderweise sind GRAVEWORM insgesamt betrachtet auf "Collateral Defect" sogar noch etwas härter geworden, was ihnen aber ausgezeichnet zu Gesicht bzw. zu Gedärm steht.
Das liegt zum einen an der kompromißlos brutalen Stimme von Stefano Fiori und zum anderen an den stets optimal abgehenden Drums, die ein ums andere Mal und nicht zuletzt durch perfekt vorgetragene Doublebass-Läufe zu gefallen wissen.
Eine Sache fiel mir noch auf: Ich meine das siebte Stück, 'I Need A Hero', schonmal irgendwo gehört zu haben, komme aber im Moment nicht drauf, wen GRAVEWORM da gecovert haben ... war das nicht sogar Bonnie Tyler ... ?
Daß die Jungs auch live eine Macht sind, davon konnte ich mich schon mehrmals überzeugen, zuletzt auf dem "Up-From-The-Gound"-Festival in Gemünden am Main (das war das Billing vor zwei Jahren, glaube ich). Die neuen Stücke - allesamt optimal von der Durchschlagskraft her - dürften das sowieso schon beeindruckende Bühnenrepertoire der Götter aus Südtirol nochmals deutlich bereichern ... hiermit ergeht die amtliche auch an mich selbst gerichtete Aufforderung die Jungs gefälligst auf einem oder auch mehreren der zahlreichen Sommer-Open-Airs zu beehren. Wie ich in den Gazetten und im Internet in den vergangenen Wochen mitbekommen habe, treten sie heuer relativ häufig auf ...
Das mit einem wirklich ausgezeichneten Sound aufwartende Album wurde von Andy Classen produziert und ist auch als limitierte Digipak-Edition erhältlich.
Mir bleibt somit resümierend nur übrig erneut den Hut vor dieser begnadeten Kapelle aus dem nördlichen Italien zu ziehen, welche uns schon wieder mit einem absolut überragenden und brillianten Album erfreut, und das bedeutet bei mir 9 fette Punkte, nicht mehr und nicht weniger !
Tracklist:
Lineup:
1. Reflections
2. Bloodwork
3. Touch Of Hate
4. Suicide Code
5. The Day I Die
6. Fragile Side
7. I Need A Hero
8. Out Of Clouds
9. Scars Of Sorrow
10. Memories