Album # 3 für NIGHTRAGE. Und hier könnte sich die Floskel tatsächlich mal bewahrheiten, dass das dritte Album ganz wesentlich über die zukünftige Relevanz einer Band in der Szene entscheidet. Bandgründer Marios Iliopoulus musste diesbezüglich herbe Rückschläge verkraften. Erst verließ Sänger und Aushängeschild Tomas Lindberg (u.a. ex-AT THE GATES, THE GREAT DECEIVER, SKITSYSTEM) die Band. Gitarrenwizard Gus G. (FIREWIND) tat es ihm gleich und schließlich und endlich wurde die Band auch noch von ihrem Label Century Media gedroppt. Doch man hat sich aufgerappelt, mit Jimmie Strimmell einen fähigen Shouter ins Boot geholt und einen Deal bei Lifeforce Records ergattert. Und soviel sei schon mal vorweg genommen: „A new disease is born“ darf sich ohne weiteres in die Riege der hochklassigen Releases der Band einreihen. Zwar hat man sich diesmal von Jacob Hansen (u.a. FEAR MY THOUGHTS, HEAVEN SHALL BURN, MAROON) einen zeitgemäßen Ballersound verpassen lassen, mit Metalcore haben NIGHTRAGE aber - wie von mir zunächst vermutet – nicht geliebäugelt. NIGHTRAGE zocken nach wie vor melodischen Death-/Thrash-Metal, eben nur mit modernerem Anstrich, in etwa vergleichbar mit dem neuesten FEAR MY THOUGHTS-Output. Neu-Sänger Jimmie Strimmell gefällt mir zwar nicht ganz so gut wie sein Vorgänger, überzeugt aber mit absolut unpeinlichen Gesangspassagen, die eher Assoziationen zu AMORPHIS als zu KILLSWITCH ENGAGE zulassen. Grandios ist auch einmal mehr die Leistung von Iliopoulos zu bewerten. Der schüttelt endgeile Melodien, Leads und Soli aus dem Ärmel, dass es eine wahre Freude ist. Zusätzlich werden immer mal wieder (halb-) akustische Zwischenparts in die knüppelnden Thrash-Attacken eingestreut (wie etwa bei "Spiral" oder "Surge of Pity"). Manch eine Melodie kommt ab und an zwar doch mal sehr bekannt vor, überwiegend hat man jedoch versucht, die Songs interessant zu gestalten und sich nicht über Gebühr selbst zu wiederholen. Die Highlights der Platte sind mit der treibenden Abrissbirne „A condemned club“ (mehr Druck und gleichzeitig Atmosphäre kann man in 3:45 min nicht erzeugen) und dem nicht minder bewegenden „Reconcile“ schnell ausgemacht. Freunde von Bands wie SCAR SYMMETRY, FEAR MY THOUGHTS, THE HAUNTED oder auch INTO ETERNITY sollten zugreifen.
Tracklist:
Lineup:
01. Spiral
02. Reconcile
03. Death-Like Silence
04. A Condemned Club
05. Scars
06. De-Fame
07. Scathing
08. Surge of Pity
09. Encircle
10. Drone
11. Spiritual Impulse
12. A New Disease is Born (Instrumental)
musikalischer Background des Verfassers 80`s Metal, Old School Thrash, Brutal & Technical Death, Metalcore, Hardcore, Mathcore, Hardrock, Melodic Rock/AOR, Prog-Metal
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