Nach 3 Demos und dem Debutalbum erscheinen CARNAL GRIEF, die seit 1997 schon gemeinsam musizieren, nun 2006 mit ihrem neuen Album ’Nine shades of pain’ wieder auf der Bildfläche. Und da die Jungs aus Schweden kommen, war es wohl mehr oder weniger abzusehen, dass es schwedischen melodischen Death Metal gibt.
Sicher, es gibt schon mehr als genug im Melodic Death Metal und noch dazu aus Schweden, aber so schlecht machen CARNAL GRIEF ihre Arbeit nicht. Grundsolide und durchdacht kommen die 10 Tracks daher, die streckenweise SEHR, SEHR an die letzten 2 Alben von Carcass erinnern. Nicht nur wegen Jonas Carlsson’s Vocals, sondern auch wegen dem Gitarrenspiel von Johan Lindgren & Andrè Alvinzi. Wenn man nicht ganz genau aufpasst oder absolut alles von Carcass kennt, könnte man schon meinen, man habe es hier mit verschwundenem Ausschussmaterial von den Swansong-Sessions zu tun. ;-)
Natürlich sind CARNAL GRIEF kein reines Plagiat, sondern bringen schon ihre eigene Note mit (Catatonic, Tin winged angel, A passion for hate) aber es gibt auch einige Tracks, bei denen man sich – glaube ich – dann doch vielleicht etwas zu sehr an Carcass orientiert hat (The perpetual grey, Epitaph oder Information feed z.B.).
Vorwiegend bewegt man sich im Midtempo-Bereich und kann mit ganz angenehmen Solos aufwarten, die sogar mir als altem Solo-Hasser gefallen. CARNAL GRIEF kommen jetzt nicht gerade mit dem goldenen Grahl des Melodic Death Metals um die Ecke und genausowenig sind riesige Überraschungen zu erwarten – aber das, was sie machen, machen sie richtig gut!
Um das Ganze etwas aufzulockern hätte man vielleicht öfter mal die Geschwindigkeit etwas anheben können, so wie bei ’Crown of might’, anstatt zwischendurch mal schnell 2 unspektakuläre Akustik-Instrumentals (Charts of temporal diversity, Elswhere) mit drauf zu packen.
Das Rad wird hier nicht neu erfunden und wenn CARNAL GRIEF nicht diese massive Carcass-Schlagseite hätten, würden sie wahrscheinlich in der Flut von melodischen Death Metal Releases komplett untergehen, aber genau dieser Umstand hebt ’Nine shades of pain’ doch angenehm hervor.
Als Carcass-Fan der letzten Stunden kann man durchaus mal ein Ohr riskieren; die Genialität wird nicht erreicht aber ist dennoch ganz angenehm und der Rest, der vom melodischen Death Metal den Hals nicht vollkriegt bekommt hier auf jeden Fall was für sein Geld:
Melodischen Death Metal, der NICHT von triefenden Keyboards durchsetzt ist, sondern noch sein Augenmerk auf Riffs und gitarrenlastige Melodien legt.
Tracklist:
Lineup:
1. Information feed
2. Epitaph
3. Catatonic
4. Elsewhere
5. The prepetual grey
6. Chronolies
7. Tin winged angel
8. A passion for hate
9. Crown of might
10. Charts of temporal diversity
musikalischer Background des Verfassers Death Metal (bevorzugt SwedenDeath), Thrash Metal, Stoner Rock, Power Metal, Hardcore, Doom Metal
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