In der schönen Abfolge von jeweils durchschnittlich zwei Jahren* (Supervulkane gehen im Schnitt alle 600.000 Jahre hoch !) präsentieren Ausnahmemusiker Dani und seine Truppe CRADLE OF FILTH den ungeduldig wartenden Heerscharen gläubiger Anhänger jeweils ihr neuestes Opus.
* Nur „Bitter Suites To Succubi “ und „Damnation And A Day“ (erschienen 2001 bzw. 2003) fallen aus diesem Rahmen ...
Und auch bei „Thornography” hat sich das Ausharren einmal mehr gelohnt:
CRADLE OF FILTH präsentieren eingangs der dunklen Jahreszeit ein stets sinistres Feuerwerk extremer Weisen, in der Bandbreite zwischen hell lodernd und intensiv glühend.
Das neue Album muß man am Stück – wenn man es durchhält ! – mindestens 5 bis 6 mal intensiv durchhören, bevor man auch nur annähernd die unglaubliche Fülle an choreographisch umgesetzten Ideen, herrlich abwechslungsreichen Songs mit dieser unwiderstehlichen und unnachahmlichen CRADLE-OF-FILTH-Attitüde, einem wahren Füllhorn an genialen Riffs, Breaks, usw. usw. gedanklich und emotional auch nur streift !
Songs wie das kongeniale ‚Tonight In Flames’ oder die Mini-Oper ‚Libertina Grimm’ sind zeitlose Meisterwerke, welche sich bereits jetzt ihren unvergänglichen Platz weit über dem Metal-Olymp erobert haben.
Bei ‚The Byronic Man’ erhielt man prominente Unterstützung am Mikrophon: Ville Valo von HIM ist hier mit von der Partie. Auch dieses Stück brilliert mit einer ausgefeilten Komposition und einer herrlichen getragenen Melodie.
Weiter geht die morbide Hatz:
Der Sieben-Minüter ‚I Am The Thorn’ eignet sich hervorragend als Anspieltip, zeigt er doch sehr gut auf, zu welchen Höchstleistungen CRADLE OF FILTH 2006 – und ich bin mir gar nicht sicher, ob das schon der Zenit ihres Schaffens ist ! – in der Lage sind.
Ein genialer (dieses Adjektiv paßt irgendwie am besten, auch auf die Gefahr hin, daß es sich abnützt) Song nach dem anderen wird aus dem schwarzen Ärmel geschüttelt, als ob dies nichts wäre ! – Wer Dani kennt, weiß, daß diese 64 Minuten schwarzer Tonkunst das Resultat von zwei Jahren harter, intensiver und konzentrierter Arbeit sind, aber es wirkt alles so locker und wie aus einem Guß !
Vielleicht ist das die eigentliche Leistung dieses Ausnahmealbums: Wie „Thornography“ auf den Zuhörer wirkt – nämlich wie eine neue Definition von „der Leichtigkeit des Seins“ ...
Atemlos erwähne ich jetzt nur noch ein paar weitere Meilensteine auf diesem gottgleichen Album, welches mir die dunkle Jahreszeit nachhaltig und lange bitterversüßen wird: ‚Cemetry And Gundown’ (fast schon Gothic Metal - eine wundervolle Komposition mit Dancefloor-Hitqualitäten !), das eingangs akustisch-verträumte, aber dann kurzzeitig in Raserei abdriftende ‚Lovesick For Mina’; ‚The Foetus Of A New Day Kicking’ hat dann wieder Radioqualitäten – ein unwiderstehlicher Kracher !!!
Das Instrumental ‚Rise Of The Pentagram’ wird durch einen gänsehauterregenden rezitativen Monolog eingeleitet – die Gänsehaut bleibt jedoch sieben Minuten lang erhalten; das vielleicht vom Spannungsaufbau her beste Stück auf dem Album wird durch dezente Klavier- und Geigenklänge filigran schwebend getragen – einfach nur phantastisch !!!
Die beste Melodie-Riff-Kombination hält dann aber ‚Under Huntress Moon’ bereit, ein morbides Lehrstück der Extraklasse mit Co-Gesang Dani-???.
Stimmig abgeschlossen wird „Thornography“ dann von ‚Temptation’, einer sehr gewagten Interpretation des 80er-Jahre-Klassikers von HEAVEN 17.
Offensichtlich hält man im Hause der Wiegen aus Filz auch an der Zusammenarbeit mit den auf „Damnation And A Day“ erstmals engagierten ungarischen Orchestermusikern fest, denn eine solche Sprache (“The devil speaks in tongues” !) spricht das mächtige 100 Sekunden andauernde symphonische Intro, welches den Zuhörer feierlich einstimmt auf einen weiteren Meilenstein extremen Metals des neuen Jahrtausends.
CRADLE OF FILTH gehören zu den wenigen Bands, welche es geschafft haben mit ihrer Musik ein absolut eigenes Universum zu kreieren. Wenn man einen COF-Song hört, weiß man sofort, daß man es mit der Finstertruppe aus England zu tun hat !
Dieser Stil ist einfach nur unverwechselbar !!!
Daher scheue ich mich auch nicht diesem kongenialen Mix aus Avantgarde, Black Metal, zeitgenössischer Klassik und einfach nur extremen diversen anderen Zutaten ein eigenes Etikett zu verleihen (siehe Musikbeschreibung; darüber können wir ja dann im Forum ausgiebig diskutieren !).
Fazit: „Thornography“ ist das von allen Seiten erwartete Meisterwerk geworden – mehr noch: Dani Filth und seine Mannen haben es ein weiteres Mal geschafft sich in atemberaubender Manier zu übertreffen.
Schlagen können sie sich sowieso nur noch selbst.
Hier ist die Höchstnote absolute Pflicht; man sucht ständig nach einer Möglichkeit noch mehr Punkte zu vergeben !
PFLICHTKAUF !!!!!!! – Holt euch eines der besten fünf Alben 2006 !!!
Diskographie:
EPs und Demos
• Invoking the Unclean (Demo) 1992
• The Black Goddess Rises (Demo) 1992
• Orgiastic Pleasures Foul (Demo) 1992
• Total Fucking Darkness (Demo) 1993
• V Empire (or Dark Faerytales in Phallustein) (EP) 1996
• From the Cradle to The Enslave (EP) 1999
• No Time To Cry (EP) 2001
Alben
• The Principle of Evil Made Flesh 1994
• Dusk and Her Embrace 1996
• Cruelty and the Beast 1998
• Midian 2000
• Bitter Suites to Succubi 2001
• Lovecraft & Witch Hearts (Best-Of) 2002
• Live Bait For The Dead (LIVE) 2002
• Damnation And A Day 2003
• Nymphetamine 2004
Singles
• No Time To Cry (The Sisters Of Mercy - Cover) 2000
• Babalon A.D. (So Glad For The Madness) (DVD-Single) 2003
• Mannequin (DVD-Single) 2003
• Nymphetamine (Promo-Single) 2004
• Devil Woman (Promo-Single) 2005
Musikvideos
• From The Cradle To Enslave 1999
• Her Ghost In The Fog 2000
• Born In A Burial Gown 2001
• Scorched Earth Erotica (Nasty Version) 2001
• Scorched Earth Erotica (Very Nasty Version) 2001
• No Time To Cry 2001
• Babalon A.D. (So Glad For The Madness) 2003
• Mannequin 2003
• The Promise Of Fever 2003
• Nymphetamine 2004
Line-Up-History:
Aktuelle Besetzung
Gesang: Dani Filth (Daniel Lloyd Davey)
Bass: Dave Pybus (seit 2005)
Gitarre: Paul Allender (1993-1996, seit 2000)
Gitarre: Charles Hedger (seit 2004)
Schlagzeug: Adrian Erlandsson (seit 1999)
Gründungsmitglieder:
Gesang: Dani Filth (Daniel Lloyd Davey)
Gitarre: Paul Ryan (bis 1994?)
Bass: John Richard (bis 1992)
Schlagzeug: Darren J. White (bis 1993)
Keyboard: Benjamin Ryan (bis 1994?)
Weitere ehemalige Mitglieder
Keyboard: Damien Gregori (1994 - 1997)
Keyboard: Les Smith (1998 - 1999)
Keyboard: Mark Newby-Robson (1999)
Keyboard: William A. Sarginson (1999 - 2000)
Keyboard: Martin Powell (2000 - 2005)
Gitarre: Bryan Hipp (1994 - 1995)
Gitarre: Stuart Antsis (1994 - 1999)
Gitarre: Jeff Acres (1995-1996)
Gitarre: Jared Demeter (1996)
Gitarre: Gian Pyres (1996 - 2002)
Gitarre: James Mcilroy (2004 - 2005)
Bass: Robin (Graves) Eaglestone (1992-2001)
Bass: Dave Pybus (2001 - 2004)
Schlagzeug: Nicholas Barker (1994 - 1999)
Schlagzeug: Dave Hirschheimer (1999)
Tracklist:
Lineup:
01 Under Pregnant Skies She Comes Alive Like Miss Leviathan (Intro)
02 Dirge Inferno
03 Tonight In Flames
04 Libertina Grimm
05 The Byronic Man
06 I Am The Thorn
07 Cemetry And Gundown
08 Lovesick For Mina
09 The Foetus Of A New Day Kicking
10 Rise Of The Pentagram
11 Under Huntress Moon
12 Temptation
10.0 Punkte von WARMASTER (am 13.10.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Death und Black Metal, 70er-Jahre Rock, Beat
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