Horn, das Ein-Mann-Projekt eines gewissen Nerrath, hat es nach drei Eigenproduktionen geschafft einen Plattenvertrag an Land zu ziehen und ist bei dem hauseigenen Partnerlabel der Drebkauer Einheit Produktionen, Black Blood Records, unterkommen.
Grundlegender Wegweiser für das Projekt waren Gedichte mit naturbeschreibenden Themen. „Die Kraft der Szenarien“ lässt sich folglich als naturvertonender Pagan-Metal beschreiben. Horn zeichnet mit seinen stellenweise herausragenden Melodien naturbelassende, atmosphärische Landschaften, denen er mit Hilfe seiner Stimme aber gleichzeitig einen unberührten sowie rau-zerklüfteten Charakter verpasst. Erschaffen mit Emotionen wie Schwermut, Stolz und Verträumtheit wandert Horn eine gute Stunde durch seine ganz eigenen Klangwelten.
Dass das Album in der Gesamtbetrachtung trotzdem nur durchschnittlich abschneidet, liegt weniger an einigen schon hinreichend bekannten Melodien. So ist der Gruß an Ensiferum bei „Alpenland II“ ist beispielsweise kaum zu überhören. Vielmehr ist es die Tatsache, dass Horn aus seinem interessanten Grundgedanken, den vorhandenen Ideen und seinen Möglichkeit einfach zu wenig macht. So hätte zum Beispiel eine weitreichendere Einbindung des Jagdhorns, das nur zaghaft in „Als der Mensch sich selbst erlag“ zu vernehmen ist, dem Klang des gesamten Albums bestimmt gut getan. Ebenso wie ein wenig Varianz in dem durchweg gleichklingenden und somit auch leicht nervenaufreibenden Gesang (oder sollte ich besser Gekrächze sagen?). Nervend ist überhaupt ein gutes Stichwort, um ein paar Takte über den Sound des Albums zu verlieren. Auf der einen Seite gehören der rohe, gänzlich unpolierte Klang der Gitarren und die scheppernden Drums in gewisser Weise schon zu dieser Art von Musik. Gleichzeitig wird der Hörgenuss allerdings genau dadurch merklich getrübt. Das ist in sofern bitter, weil in den acht Stücken zu wenig passiert, um sich stärker auf die Ereignisse in Songs zu konzentrieren.
Bleibt als abschließende Feststellung, dass hier ein Musiker am Werk ist, von dem man in naher Zukunft einiges erwarten kann. Die Basis ist zumindest vorhanden.
Tracklist:
Lineup:
1. Auftakt
2. Where the clarions have never seized
3. Hornstoss Westfalen
4. Alpenland II
5. Landscapes on hold
6. Die Kraft der Szenarien
7. Spätherbst
8. Als der Mensch sich selbst erlag
musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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