Holla, die Waldfee. Was geht denn hier ab? Ich wusste gar nicht, dass Franzecken in der Lage sind, rappeldicken Power Metal der klassischen Sorte zu spielen. Nicht nur das: Ihnen gelingt es mühelos, den treibenden Riffs, typischen Melodien und hämmernden Rhythmen einen modernen Anstrich zu verpassen, ohne dabei mit überflüssigen Samples oder sonstigen Spielereien zu nerven.
Der Titelsong eröffnet den Reigen mit einem perfekten Hassgewitter im Rhythmusbereich und klasse Melodien. Charismatisch funkeln die Lead Vocals durch den Speaker, die sich irgendwo zwischen Pantera, Symphony X und Grave Digger bewegen. Das neoklassische „Carnivore ritual“ ist mir etwas zu plakativ geraten. Die Bandhymne „Kragens“ wird textlich mit allerlei deutschen Kraftausdrücken angereichert und mutet zunächst etwas seltsam an, entwickelt sich allerdings bald zu einem gemeinen Nackenbrecher. Das treibende „Fear“ ist dann endlich der nach dem vielversprechenden Auftakt erwartete Hammersong. Melodisch, episch, heavy, eingängig – hier wird alles geboten, was ich mir von gutem Power Metal erhofffe. Hammer, Hammer, Hammer. „Lords of chaos“ plätschert etwas zu beschaulich dahin. Dafür donnert einem „Metal Hunter“ so richtig kräftig um die Ohren und glänzt mit mächtigen Screams und ganz kleinen Priest Anleihen. „Satan the killer“ ist für einen Stampfer ganz schön experimentell geraten. „Nightmare“ nervt mit reichlich überflüssigen Growls, die meiner Meinung nach nicht in das Gesamtbild der Band passen. Scheinbar scheinen die Franzosen jedoch gesteigerten Wert auf dieses Stilelement zu legen und setzen es hier und da mal wieder ein. Naja, wenn’s schön macht... „Road warrior“ zieht dann wieder alle Registier, ebenso „World made of heroes“. Ein famoser Doppelschlag. Der wütende Stampfer „Rise up your fist to fight“ ist auch noch mal ein richtig fetter Brocken. Der recht modern geratene Rausschmeißer „Destroyin the temple“ beschließt eine richtig gute CD, die sicher noch ein paar Mal in meinem Player rotieren wird.
Kragens bieten traditionellen Powermetal mit wenigen neoklassischen Elementen sowie Thrash und Prog Elementen. Dabei haben sie durchaus Einflüsse aus dem US Metal Bereich und verbinden diese mit ein paar düsteren Linien aus Dark und Death Metal. Dabei laufen die Fäden an genau den richtigen Stellen zusammen. Härte, Melodie, Spieltechnik und Kompositionskunst sind richtig dosiert. Lediglich ein wenig Feeling fehlt, um die guten Songs zu unsterblichen Klassikern zu formen. Wenn sich die Franzosen bis zum nächsten Album aber noch auf die Suche nach ein wenig guter alter Metalmagie begeben, kann man hier Großes erwarten.
9.0 Punkte von Christian (am 25.07.2004)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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