Wenn der total überstrapazierte und von internationalen Leserschutzorganisationen geächtete Begriff „Urgestein“ auf eine Band angewandt werden darf, dann ist das Cadaver. Gegründet 1988 in Norwegen wurde von ihnen im Jahre 1989 ihr Debüt „Hallucinating Anxiety“ veröffentlicht. Dieses Werk hat zusammen mit „Dark Recollections“ von CARNAGE den so genannten schwedischen Stil des Death Metals kreiert und ein ganz neues Zeitalter eingeläutet. (Dass es Norweger waren, war unwichtig!) Fortan zogen Bands wie DISMEMBER, ENTOMBED und UNLEASHED aus, um der Menschheit Verwüstung und Todesblei der neuen Art zu bescheren. Cadaver haben zwar den Stein ins Rollen gebracht, jedoch haben sie es irgendwie nie zu Ruhm und Ehre bringen können, und werden dem jüngeren Publikum wohl kein Begriff sein. Das lag wohl auch daran, dass die Kapelle aus ziemlichen Psychos bestand, die sich dauernd auf den Sack gingen und überdies nicht gewillt waren Kompromisse einzugehen. Diese Zugeständnisse an die vermeintlichen Wünsche der Hörerschaft, die aus Sicht der Labels damals nötig war, um einen vernünftigen Deal zu erhalten, haben letztendlich dem „Schweden Death“ das Genick gebrochen. Heutzutage sind die Helden der alten Tage doch nur noch Schatten ihrer selbst. Aber genug den goldenen Zeiten hinterher getrauert, zurück zu Cadaver: Seit 1993 auf Eis gelegt, wurde der Haufen 1999 reaktiviert und machte unter dem neuen Namen „Cadaver Inc.“ mit der Scheibe Discipline auf sich aufmerksam. Den Vogel schossen sie ab, indem sie über ihren Internet-Shop Alibis für Morde (!) verkauften. Was eigentlich als Gag gedacht war verselbständigte sich irgendwie und dadurch trat die Musik unverdienterweise in den Hintergrund. Nun wollen sie sich wieder auf die Musik konzentrieren und besinnen sich zurück auf den guten alten Namen Cadaver. Hier legen sie nun ihr neuestes Machwerk vor.
Hart, schnell, roh, krank. Das sind die ersten Eindrücke, die das Album Necrosis beim Hören hinterlässt. Ich denke/hoffe, dass die instrumentale Kälte und die recht rohe Produktion so gewollt sind, um den Spirit der alten Grindzeiten wieder zu beleben. Netter Versuch, jedoch kommt es irgendwie nicht so wirklich ausgegoren rüber. Dafür gibt’s von mir einen Punktabzug. Die Songs sind eigentlich so, wie sie sein sollen: Simpel gestrickt, meistens rasend schnell, manchmal auch ein wenig groovy und ansonsten einfach stumpf. Mir gefällt die Scheibe schon, aber das liegt vielleicht einerseits am Historienbonus und anderseits an meiner Vorliebe für kranke Musik. Als uneingeschränkte Kaufempfehlung kann ich diese CD nicht deklarieren!! Für Freaks, die die alten Sachen kennen und mal hören wollen was heute so los ist im Cadaver-Lager, kann ich dieses Teil allerdings schon empfehlen. Für die (mir ans Herz gewachsenen) Underground-sickos, die sowieso alles was hart ist sammeln, könnte sich dieses Teil sogar als Glücksgriff erweisen. Der „normale“ Death- und Grind Fan kann auf dieses Scheibchen verzichten und sich lieber an GOREROTTED, REGURGITATE und Konsorten vergnügen.
6.0 Punkte von Karsten (am 05.07.2004)
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musikalischer Background des Verfassers Death, Grind und alles was auf -core endet ! :-) Aber auch vieles andere ist willkommen...
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