Blue Tears gehören zu den vielen Gruppen, die mit ihrem Debüt zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Wie so viele andere Acts auch fielen sie nach Veröffentlichung des Albums 1990 und mit Aufklingen der Grungewelle den Massenentlassungen seitens der Majorfirmen zum Opfer. Nachdem im letzten Jahre zwei CDs mit unveröffentlichtem für ein zweites Album geplanten Songs veröffentlicht wurden, wurden die Rufe wieder lauter nach Blue Tears. War ihr Erstlingswerk ein Meilenstein, welches auch heute noch immer für viele Fans zu einem der 10 besten Melodicalben aller Zeiten gehört, so wartete man gespannt auf neues Material. Groß war die Frage, wie würden sie klingen nach 16 Jahren? Hat Hauptsongwriter und Sänger Gregg Fulkerson an Stimmkraft verloren und kann er noch Songs schreiben? Antwort auf diese Fragen finden wir im neuen Album „The Innocent Ones“ und erste Befürchtungen, dass das neue Material nicht klassisch genug ist, sondern eher in moderne Gefilde abdriftet, haben sich glücklicherweise nicht erfüllt. Kommt einem das Album beim ersten Hören zwar noch ein wenig belanglos vor, so entwickelt es sein komplettes Hörvergnügen erst beim zweiten Mal. Zwischen getragenen Songs der Marke Springsteen, AOR der klassischen Schule und Melodicrock pur, entfaltet sich dem Hörer ein wahres Meisterwerk. Alleine für den Chorus von „Let it rain“ würden andere Bands töten. Zusammen mit seinem Freund Bryan Wolski spielte Gregg Fulkerson sämtliche Songs im Alleingang ein. Stellenweise meint man ein Bandgefüge zu vermissen, lässt sich aber gleich eines Besseren belehren. Kein einziger Songs hat das Zeug zum Totalausfall, obwohl getragenes Material überwiegt. Aber gerade das macht ein Album aus, will es in der heutigen Zeit bestehen. Sicherlich könnte sich der ein oder andere Song auch auf einem Album von Bon Jovi finden, aber nach deren letzten Ergüssen kann man sich freuen, so ein starkes Songmaterial überhaupt zu Gehör zu bekommen. Hat man das Werk erst mal entdeckt, wollen viele der Songs sich einfach nicht mehr aus den Gehörgängen befreien lassen. Gregg Fulkerson hat von seinem Handwerk nichts verlernt, sollte allerdings für viele Fans ein wenig veröffentlichungsfreudiger werden, denn auf ein nächstes Album will dann keiner mehr weitere 16 Jahre warten wollen.
Fazit: Starkes Songmaterial eines außergewöhnlichen Sängers und Songschreibers.
Tracks:
1. Drive
2. Let it rain
3. Run for your life
4. The innocent ones
5. Save yourself
6. Fast times
7. In your dreams
8. All the way home
9. She wants to be a star
10. Gloryland
11. Break my heart
12. Silent scream
13. Money to burn
14. Unrequited love
8.5 Punkte von Christoph (am 03.05.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Melodicrock allgemein, AOR, True Metal, Prog-Metal
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