Hier sind Bandname und Albumtitel gleichermaßen Programm – ersteres mittlerweile schon seit über 15 Jahren und wegen zweiterem (sagt man das so ?) sind wir heute hier.
CANNIBAL CORPSE waren stets ein Garant für gleichbleibend gute Alben und somit war die Band fast zwei Jahrzehnte lang die würdige Speerspitze des amerikanischen Death Metal floridianischer Prägung.
Dank zensurverliebter Zeitgenoss(inn)en wie Frau Jenal und ebensolcher Organisationen wie der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Schriften oder der PMRC in Amiland waren und sind CANNIBAL CORPSE stets im Fadenkreuz der öffentlichen „Meinung“ ob ihrer Albumcover und Songtexte.
Ihre allerersten Alben, damals noch mit SIX-FEET-UNDER-Mastermind Chris Barnes, machten das von uns so geliebte gepflegte Gegrunze, Geröchele und Gegurgele erst so richtig salonfähig.
Genug der Vergangenheitsbewältigung, kümmern wir uns lieber um das neue Album, schlicht „Kill“ betitelt:
Gleich der erste Track mit dem wegweisenden Titel ‚The Time To Kill Is Now’ zeigt jedem Zweifler unmißverständlich auf, wo der gesichtszerfetzende Hammer hängt – schnell, kompromißlos und ultrabrutal ... ein typischer CC-Song eben !
Ohne Verschnaufpause geht es weiter: ‚Make Them Suffer’, gefolgt von dem genialen ‚Murder Worship’, dann das ultraderbe ‚Necrosadistic Warning’.
Ich lasse jetzt an dieser Stelle einfach die weitere Aufzählung all der kleinen und großen Hits, die sich auf „Kill“ verbergen – denn JEDER der dreizehn Tracks befindet sich auf allerhöchstem Niveau !
Jedes Stück ist genau auf den Punkt gespielt und produziert – hier können sich Legionen ambitionierter Death-Metal-Bands ehrfurchtsvoll und demütig abgucken, wie so etwas gemacht wird.
Diese geballte Bündelung ungezügelter Energie, gepaart mit unendlicher Brutalität ist schon sensationell, wurde aber selten so essentiell präsentiert wie auf „Kill“.
Diese herrlich dissonanten verzerrten Gitarrenläufe, kombiniert mit diesen unnachahmlichen Riffs, zelebriert in dieser meist mörderischen Geschwindigkeit – keine Angst: es gibt auch genügend verschleppte Parts – können in dieser ausgereiften Form nur von den Kannibalen selbst stammen – das bekommt keine andere Band in dieser unverwechselbaren Präzision hin !
Das Cover ist diesmal eher schlicht, aber vielleicht hat man es ja auch einfach nur satt, daß dieses dann in Folge sowieso in den meisten Ländern auf dem Erdball zensiert und eingeschwärzt werden würde ...
Aber dafür bleibt wenigstens bei den Songtiteln und –texten kein am blutigen Nervenstrang baumelndes Auge bzw. sonstiges abgetrenntes Körperteil trocken !
Der Sound ist schlichtweg der Hammer (produziert wurde in den Mana Studios in St. Petersburg, Florida), aber das hat man von den Meistern auch nicht anders erwartet, oder ?
„Kill“ muß man mehrmals am Stück hören, bevor man irgendwann wieder zu Atem kommt und die ersten Tracks zu begreifen, zu lieben und zu verinnerlichen beginnt – ganz großer Death Metal !!!
Hierbei sorgt das abschließende verschleppte und für verzückte Grimassen sorgende ‚Infinite Misery’ ganz von alleine dafür, dass man die Repeat-Taste drückt und so schnell nicht wieder losläßt ... pure Vernichtungswalze !
In der limitierten Erstausgabe erscheint das Album mit Bonus-DVD.
Fazit: Ein weiterer gedärmezerfetzender Meilenstein auf dem langen und blutigen Weg der Sumpfhäcksler aus Florida – 9,5 überfette Punkte.
Tracklist:
01. The Time To Kill Is Now
02. Make Them Suffer
03. Murder Worship
04. Necrosadistic Warning
05. Five Nails Through The Neck
06. Purification By Fire
07. Death Walking Terror
08. Barbaric Bludgeonings
09. The Discipline Of Revenge
10. Brain Removal Device
11. Maniacal
12. Submerged In Boiling Flesh
13. Infinite Misery
Line-Up:
Alex Webster – Bass
Paul Mazurkiewicz – Drums
George “Corpsegrinder” Fisher – Vocals
Pat O’Brien – Guitars
Rob Barrett – Guitars
Diskographie (alles erschienen bei Metal Blade / sofern nicht anders vermerkt: „CD“):
1990: Eaten Back To Life
1991: Butchered At Birth
1992: Tomb Of The Mutilated
1993: Hammer Smashed Face (EP)
1994: The Bleeding
1996: Vile
1997: Monolith Of Death (VHS)
1998: Gallery Of Suicide
1999: Bloodthirst
2000: Live Cannibalism (CD + DVD)
2002: Gore Obsessed
2002: Worm Infested (EP)
2002: Monolith Of Death (DVD)
2003: 15 Year Killing Spree Box Set (3 CDs + DVD)
2004: The Wretched Spawn
2006: Kill (CD + DVD)
9.5 Punkte von WARMASTER (am 22.03.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Death und Black Metal, 70er-Jahre Rock, Beat
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