Die Schweden Astral Doors betiteln ihr drittes Werk stolz „Astralism“ und fahren ganz große Geschütze auf. Das Album entstand in den renommierten Abyss Studios und wurde unter der Regie der magischen Hände von Peter Tägtgren (Hypocrisy) eingespielt. Man sagt ja gern, dass das dritte Scheibchen wegweisend für die Karriere einer Band ist. Das wissen wohl auch die Mannen um Gründer Joachim Nordlund (Gitarre) und gehen mit „Astralism“ auf Nummer sicher. Sie liefern uns ein starkes Stück Power Metal im typischen Astral Doors Gewand, das alle Stärken der Band in sich vereint: hammergeiles Riffing, eine tighte Rhythmussektion und einen überragenden Sänger. So kann eigentlich gar nichts schief gehen.
Mit viel Drive steigen die Schweden in ihr neues Produkt ein, wobei ich keine Ahnung habe, was uns der Titel des Openers („EVP“) sagen soll. Von Beginn an beherrscht Vocalist Nils Patrik Johansson den Zuhörer mit seinem alles einnehmenden Powerorgan. Es gibt nicht viele Sänger, die sowohl in schnellen als auch in getragenen Stücken glänzen können. Der Astral Doors Fronter ist so ein Mann. „Astralism“ ist eine erneute Galavorstellung des wohl besten Metal Sängers des neoklassischen Zeitalters. Aber auch seine Mitstreiter spielen in der absoluten Oberklasse. Es versetzt mich auf jeder Astral Doors Scheibe immer wieder erneut in Erstaunen, wie es der Band gelingt, Elemente von typischen Achtziger Jahre Dio Riffrockern mit modernem Power Metal zu verbinden. Dabei gehen sie mir einer Heavieness vor, wie man sie heutzutage im melodieorientierten Bereich leider nur noch sehr selten findet. „Astralism“ wird auf diese Weise zu einem fast perfekten Power Metal Album. Kraftvoller Gesang zwischen Ronnie James Dio und Tony Martin, fette und ausfüllende Riffs, furiose Gitarrensoli und eine wuchtige Rhythmuswand bieten beinahe alles, was sich ein Bangerherz wünschen kann. Warum nur beinahe? Die ganz großen Momente fehlen mir diesmal irgendwie. Momente, die ein saustarkes Album wie dieses zu einem unsterblichen Klassiker machen. Die Gänsehautphasen eben, die den Hörer vom Sofa holen und zur Luftgitarre greifen lassen. Astral Doors gehen den epischen Göttermelodien, die beispielsweise das famose Debüt auszeichnen, etwas aus dem Weg und erreichen ihren eigenen Höhepunkt nicht ganz. Also keine zehn Punkte für diesmal. Doch die auf den Punkte gebrachten Strukturen und Melodieführungen haben einen äußerst positiven Nebeneffekt: Live dürfte das Material von „Astralism“ megamäßig knallen. Die Songs sind ausnahmslos einhundertprozentig live kompatibel. Und so freue ich mich jetzt schon auf die im September anrollende Tour mit den Blinden Gardinen. Diese CD ist allerfeinster Rock’n’Roll in Power Metal Form. Muss man haben. Fehlt wohl nur noch mein Anspieltipp. Das ist das dynamische „Vendetta“ mit seinen hammergeilen Gesangslinien zwische Dio und Ozzy und vorgetragen mit der Energie der neuen Generation hungriger Schwermetaller. Einzigartig.
Tracklist:
Lineup:
1. EVP
2. Black Rain
3. London Caves
4. From Satan with Love
5. Fire in our House
6. Israel
7. Raiders of the Ark
8. Tears from a Titan
9. Oliver Twist
10. Vendetta
11. The green Mile
12. In Rock we trust
13. Apocalypse revelead
9.0 Punkte von Christian (am 04.03.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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