Vor mir liegt es nun, das elfte Studioalbum von Gitarrenhexer Jeff Waters & Co., und es kann keinen Zweifel daran geben, daß Annihilator mit "Schizo Deluxe" einen satten Volltreffer gelandet haben. Im Vergleich zum Vorgänger "All For You" haben sich einige Änderungen ergeben, zum einen hat jetzt Tony Chappelle anstelle von Mike Mangini auf dem Drumhocker Platz genommen, zum anderen ist es Shouter Dave Padden gelungen, seinem Gesang mehr Geradlinigkeit zu verleihen, indem er seine wandlungsfähige Stimme noch wirkungsvoller einsetzt. Perfekt eingerahmt wird das Ganze von Jeff Waters unverwechselbaren, treibenden Gitarrenspiel, der es sich auch diesmal nicht nehmen ließ, sowohl alle Gitarren-, als auch sämtliche Bassparts selber aufs Band zu nageln. Doch ich will mich nicht zu sehr in Allgemeinplätzchen verlieren, deswegen wenden wir uns besser gleich der Musik zu:
Mit "Maximum Satan" ist der ideale Opener gewählt worden. Der Song basiert auf einem einfachen, aber sehr wirkungsvollen Riff und bohrt sich mit seinem geilen Refrain gleich in die Gehörgänge. Über den folgenden Track "Drive" hat der gute Jeff in unserem Interview ja schon gesagt, daß das mit einer der schnellsten Titel ist, den Annihilator je aufgenommen haben. Da hat er wahrlich nicht übertrieben, gerade hier wird das instrumentale Können aller Beteiligten deutlich, hört euch nur 'mal diesen Stakkato-Bassdrum-Teppich an, Wahnsinn! In eine ganz andere Kerbe schlägt "Warbird", der genau wie "Like Father, Like Gun" tierisch fett groovend im Midtempo aus den Boxen donnert und sich mit heftigen Lyrics gegen Militarismus richtet. Generell sind die Songs auf "Schizo Deluxe" sehr abwechslungsreich, selbst bei rasanten Uptempo Tracks wie "Plasma Zombies" oder "Pride" wird nicht auf Ohrwurm-Refrains oder melodische Gitarren-Leads verzichtet. Etwas verspielter sind dagegen "Invite It", das phasenweise Rock'n'Roll-mäßig daherkommt, vor allem aber der längste Titel "Clare", der stimmungsvoll im Halbakustik-Format beginnt, um zum Schluß in einem Jimi Hendrix-artigen Solo seinen Ausklang zu finden. Bei "Something Witchy" zeigt sich die von mir zu Beginn angesprochene Stärke von Dave Padden, der hier seinen Gesang gelungen zwischen cleanen Vocals und Metalcore-Geschrei zu variieren versteht, wodurch auch dieser Midtempo-Song seine eigene Note erhält.
Der Sound ist allererste Sahne, der überwiegende Teil der Aufnahmen fand in Jeffs eigenem Studio in Ottawa statt. Jeff fungierte selbst als Produzent, abgemischt und gemastert wurde es von Chris Coldrick. Ich kann diesen Ohrenschmeichler nur jedem Metalfan empfehlen, am besten auf voller Lautstärke. Insgesamt ist "Schizo Deluxe" ein energiegeladenes Album geworden, das die aggressive Spannung von der ersten bis zur letzten Minute aufrechterhalten kann und in meiner ganz persönlichen Jahresbilanz 2005 sicherlich zu den fünf besten Alben zählen wird.
Track-List
01. Maximum Satan
02. Drive
03. Warbird
04. Plasma Zombies
05. Invite It
06. Like Father, Like Gun
07. Pride
08. Too Far Gone
09. Clare
10. Something Witchy
Line-Up
Jeff Waters - Guitar
Dave Padden - Vocals
Curran Murphy - Guitar
Tony Chappelle - Drums
9.5 Punkte von Armin (am 31.10.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Thrash-, Speed-, Death- und Black-Metal, Mittelalter-Mugge
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