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Kaltenbach Open Air 2005 in Spital am Semmering/Österreich am 15.-16.07.2005

Ein Jahr ist nun vergangen seit dem letzten Kaltenbach Openair und wieder sind viele Metalheads aus ganz Österreich und 'Umgebung' nach Spital am Semmering im schönen Österreich gepilgert. So auch der Verfasser dieser Zeilen. Letztes Jahr zum ersten mal dabeigewesen, war ich so überwältigt von der Location (die sich wirklich ''schönstes Openair Gelände Österreichs'' nennen darf! Die Bühne steht mitten im Wald in einer Serpentine die sonst wohl für Fahrzeuge des Pistendienstes verwendet wird, 200m nach oben und unten sind dann die Campingplätze verteilt!), von der Bandauswahl, sowie von der Verpflegung und den Hygienebedingungen, das ich 2004 bereits beschloß 2005 auf alle Fälle wieder dabeizusein. Stattgefunden hat das ganze vom 15.-16. Juli, das Wetter war wesentlich besser als letztes Jahr, es regnete nur einmal kurz während dem Auftritt von ENDSTILLE (pünktlich zu ABORTED hats dann ja 'gott-sei-dank' wieder aufgehört..hehe..), sonst nur nachts als, entweder alle schon in den Zelten und Hotels waren bzw. die ''harten Schweine'' einfach im Regen weitergesoffen haben ;) (als Nicht-Alk-Konsument muß man sich doch des öfteren belächeln lassen, DAFÜR HAB ICH ABER IMMER MEIN AUTO GEFUNDEN ihr Säcke..hahaha..)

Also, Donnerstag Nachmittag angekommen, schnell in einem Gasthof eingecheckt und auf zum Campingplatz, wo man sich dann mit Bekannten aus Wien getroffen hat und sie beim aufbauen der Zelte 'bewundern' durfte. Als es dunkler wurde dann nichts wie runter zum Gelände wo jedes Jahr (vor und nach dem Festival) 'ne Metalparty steigt. Die heuer (wohl aufgrund der Temperatur) nicht sonderlich gut besucht war, also nix wie zurück auf den Campingplatz und noch bis 03:00 ein bißchen über Metal philosophiert und dann ab ins Zimmer, auspennen damit man am nächsten Tag pünktlich vor Ort zum Auftakt auch erscheinen kann.

Tag 1. (Freitag 15.07.2005)
Natürlich hab ichs wiedermal NICHT geschafft pünktlich dazusein und hab somit die ersten zwei Bands versäumt. (aufgrund der Menge von Bands werd ich in den nächsten Zeilen auch nur auf die eingehen, die entweder etwas bekannter sind oder MIR trotz 'Newcomer'-Status gut gefielen).
Am frühen Nachmittag wären da erwähnenswert, CREMATION (ST) und WARTUNE (SLO), beide mit etwas härteren Death/Thrash der angenehm-dahinpolternden Art (und einem AC/DC-cover am Schluß des Sets) durchaus zu gefallen wußten.
Die erste Band auf die ich mich gefreut hatte waren Pathology Stench (SK) die allerdings leider absagen mußten. Also raus vom Gelände, Merchandise durchstöbern. (es sei bemerkt: sehr guten Preise!!)
Kurz nach 17:00 wieder rein, noch schnell einen Blick auf SECRETS OF THE MOON (GER) die mit ihren Black Metal zwar die Massen begeistern konnten, mich allerdings mit ihrem, im Midtempo gehaltenen Black Metal nicht wirklich vom Hocker rissen. Auf CD dröhnen die einfach besser.

Danach enterten GODDAMNED X (AUT) die Bühne, die eine Solide Death Metal Show boten. Angenehmer Death Metal der schön dahingroovt und sofort zum bangen animiert, auch wenn man mit dem Material nicht so vertraut ist.
Danach gings für EQUILIBRIUM (GER) zur Sache.Und ich versprach mit sehr viel von ihnen. Laß man schließlich zum letzten Album soviel gutes von ihnen, die CD-Kritiken überschlugen sich ja mit Höchstnoten usw. Aber hey, sorry Leute, das ist KEIN 'oldschool Thrash' wie ich so oft in der letzten Zeit lesen mußte. Equilibrium waren eine nette Mischung aus Thrash&Black Metal, kamen auch bestens bei den Leuten an. Mr.Mikro is ein wahrer Stimmakrobat, nur leider werden die harten und aggressiven Shouts viel zu sehr vernachlässigt. Dafür gibts großteils einfaches gequicke wie man sie von den Schwarzwurzelvertretern zur Genüge kennt. Schade, hatte mich sehr darauf gefreut.

Über DECAPITATED (POL) braucht man glaub ich nicht viele Worte verlieren. Schneller Death Metal, präzise wie ein Uhrwerk runtergehämmert. Auch neuer Sänger Covan tut der polnischen Abrissbirne keinen Abbruch und röhrt sich die Seele aus dem Leib. Spitzen Gig, zuwenig Spielzeit. Wie man an der Menge der Leute vor der Bühne sah, hatte nicht nur ich mich auf den Auftritt von GODDESS OF DESIRE (NDL) gefreut. Und wahrlich, ich sage euch, keiner wurde entäuscht. Was die Jungs für eine Show abgezogen haben sucht definitv ihres gleichen. Brennende Kreuze und Pentagrame, feuerspukende Mädels im Stringtanga, eine laszive 'Lehrerin' die ihren 'Schüler' anmacht und sich anschließend am Tisch räkelt, Schwerter, Ketten, Totenköpfe..etc. Alle möglichen und UN-möglichen Klischees wurden hier bedient! Die Mucke kam spitze an, die man wohl am besten als PowerMetal-orientierte, harte Motörhead-variante beschreiben kann. Eines der Highlights auf dem heurigen Kaltenbach Openair.
Weiter gings mit MANEGRAM (SWE) die Midtempo Black Metal mit Folk-Einschlag boten, sogar ihren hauseigenen Geiger mit hatten und konnten mehr als nur Achtungsapplaus für den hingelegten Auftritt verbuchen.
DEFLESHED (SWE) machten genau das was alle erwarteten. HighSpeedThrash der ganz hurtigen Sorte. Auf CD ja noch ganz geil, wirkt das ganze auf der Bühne dann aber doch arg monoton. Der Meute gefiels und das ist das Wichtigste!

Und wenn man dann nach kurzer Umbaupause mit einem 'Wollt ihr mit uns schwulenen,dänischen Nutten abrocken?!' die Leute begrüßt, hat man schon fast gewonnen. Wenn die Mucke dann auch noch gehörig aus den Boxen dröhnt, gibts kein Halten mehr.
So geschehn bei ILLDISPOSED (DK), die neben Goddess of Desire den größten Unterhaltungsfaktor hatten. Da wurde rumgeblödelt und Witze gerissen am laufenden Band. Und mit dem absolut tight präsentierten Death Metal, den sie uns zwischendurch um die Ohren schmetterten, waren ILLDISPOSED die Sieger des Tages. Funfaktor - TOP, Performance - TOP.

Den, von der Uhrzeit her etwas spät gewählten, Headlinterpostern hatten DISSECTION (SWE) inne. Absolut perfekter Auftritt, Sound war bestens und die Songs wurden hingebungsvoll runtergeschmettert. Zwar waren nicht mehr soviele anwesend (war ja doch schon nach 01:00) und es fing dann auch schon leicht an zu regnen, hatten die noch am Gelände verharrenden Dissection-Fans doch sichtlich ihren Spaß. Auch wenn ich mich mit ihnen und der Mucke nicht anfreunden kann, der Auftritt verdient doch mindestens ein GUT. (auch wenn es sehr nach Routine aussah)


Weiteres fachsimpeln am Campingplatz bis wieder ca. 03:00 und dann gings ab in die Unterkunft, schließlich gibts noch einen vollen Tag Metal-Dröhnung vom feinsten.


Tag 2. (Samstag 16.07.2005)
Augen auf, Belag von der Zunge gekratzt, ein Blick aus dem Fenster - die Sonne scheint, ein Blick auf die Uhr...und dann die traurige Erkenntnis das man auch die ersten zwei Bands des zweiten Tages bereits versäumt hat.
VERDAMMT! (Eyetolegy und Rotten Cold fallen somit leider unterm Tisch). Gleich weiter gings mit VARGSRIKET (AUT) die heftigen Black Metal zelibrieren, gefolgt von LOST DREAMS (AUT) die eher dem Gothic/Metal fröhnen. Erster 'Hinhörer' waren dann erst mitte Nachmittag OLEMUS (AUT) die mit Gothic/Alternativ-Metal und Female-Vocals durchaus zu gefallen wußten.

Noch schnell mit Vladimir von FLESHLESS (CZ) gequatscht, der mir dann auch gleich verklickerte das sie die nächsten seien, die ran 'müssen'. Fetten Death/Grind ballerten die Jungs einem um die Lauschlappen, trotz durchgetretenen Gaspedal zu keiner Zeit 'stressig' konnten FLESHLESS die ersten 'Jubelstürme' des Tages für sich verbuchen.
Weiter folgten nun Thirdmoon (AUT), kein unbeschriebenes Blatt, aber richtig überzeugen konnten sie mit ihrem Death Metal leider auch nicht. Midtempo Gestampfe mit netten Growls und das wars dann auch leider schon.
Mit AEBA (GER) entern nun die ersten namenhaften Vertreter der BlackMetal Szene die Bretter und bieten ganz akzeptablem Black Metal ohne Schnörkel oder Keys. Irgendwie hatte ich die Jungs auf CD allerdings etwas schneller in Erinnerung.
Dann gabs DARFALL aus Österreich die sicherlich einen kleinen aber feinen Heimbonus hatten. Die mit ihrem Thrash/Death die richtigen 'Aufwärmer' für das sein sollten, was noch folgte.

Es kamen SOUL DEMISE (GER), als einzige Vertreter des Elchtod/Thrash Metal diesen Jahres. Das Set war sehr ausgewogen zwischen alten Gassenhauern und brandneuen Tracks des Hammeralbums 'Blind'. Schade nur durch den etwas matschigen Gitarrensound die geilen Leads die etwas filigraner sind, darin untergingen.
Aber das war bei ENDSTILLE (GER) wohl egal, denn die knüppelten ihren rohen Black Metal unter die Leute als wenn es keinen Morgen gibt. Gebretter ohne Rücksicht auf Verluste, solider Auftritt, aber mein Ding ist das nicht. Mittlerweile fing es dann doch einwenig an zu regnen, das einzige mal wärend dem ganzen Billing!

Aber pünktlich zu ABORTED (BEL) die mir ein bißchen den Anschein hatten als wenn sie die 'heimlichen' Headliner wären, hatte der Werttergott dann doch nachsicht und beendete das 'Gewäsch' ;) Die Jungs sind über vier Alben hinweg zu einer dermaßen geilen Death Metal Kapelle gewachsen das es wahrlich insich hat. Da wird Propellerbanging geboten, geschrien, gekeift, gegrunzt und die Leute angestachelt das einem die Luft wegblieb. Und die Meute dankte es ihnen mit lautstarken 'Zugabe'-Rufen! Absolut genial-geiler Auftritt aber leider viel zu früh im Billing, daher nur eine Spielzeit von ca.40min.
Danach ging es wieder 'oldschooliger' zur Sache, denn Paul Speckmann rief zum Tanze. Diesmal mit MASTER (CZ). Routinierter Oldschool Thrash Metal der einem da um die Ohren fliegt. Gut, aber absolut nix neues.

CARNAL FORGE (SWE) hingegen konnten nicht nur Höfflichkeitsapplaus ernten. Mit einem energiegeladenen Set fegten sie über die Bretter und sie beschallten die Ergebenen vor der Bühne mit ihren fettern SchwedenThrash der neueren Sorte (ala The Haunted), das nicht nur mir und meiner Begleitung die Kinnlade bis zum Boden hing. Jens C.Mortensen war ohnehin schon ein totaler Blickfang für sich, durch die Dreadlockmähne die fast bis in die Kniekehlen hing. Die Jungs rannten über die Bühne wie die Bekloppten und boten eines der Highlights diesen Tages und konnte sich auf alle Fälle viele neue Fans mit diesem Gig erspielen, was man an den Reaktionen rund um mich rum so sehen konnte!

Was sich danach abspielte war unter jeder Kritik. Gegen 23:30 gingen PRIMORDIAL (IRL) auf die Bühne und schafften das, was keine andere Band auf diesem Festival schaffte. Nämlich min. die Hälfte der Anwesenden zu den Biertränken zu jagen, mit ihrer absolut grottigen Performance.
Die Mucke ging ja noch in Ordnung, aber was an den Vocals geboten wurde ist ja wohl das aller-aller letzte! Krächziger Sprechgesang, der es schon schwermachte die 'Ansagen' überhaupt von den Textelementen zu unterscheiden (weil total monoton und emotionslos!!) wurde nur noch getoppt von gequälten Gejammer das absolut gegen JEDEN Melodiebogen, den die Gitarren herbeizauberten, arbeitete. Einer der miesesten Live-Auftritte denen ich jemals beiwohnen 'durfte'.

Zum Abschluß eines, von Primordial mal abgesehn, gelungenen Festivals, kam dann nochmal Thrash Metal satt, in Form von DESTRUCTION (GER). Nach einer etwas längeren Umbaupause, prangten nun drei der explodierten, Destruction-typischen Schädel von der Bühne herab, Rauch zieht auf und schon wird losgebrettert. Destruction spielten sich durch den Backcatalog (der ja wahrlich nicht klein ist) bis hin zu den neuesten Werken. Ein souveräner Schmier(voc) stachelte die doch mittlerweile etwas ausgepowerten Menge nochmal richtig an und es wurde nochmal zum Schluß so richtig abgefeiert.

Ein durch und durch gelungenes Festival das natürlich 2006 nach einem erneuten Besuch förmlich schreit! Wenn weitergemacht wird wie bisher, könnte das Kaltenbach Openair auf dem Extrem-Metal Sektor ein ernstzunehmender Konkurrent zu Veranstaltungen wie dem Party-San oder den Obscene Extreme werden. SPITZE JUNGS und VIELEN DANK für ein absolut gelungenes Festival, man sieht sich 2006!!
(Die Bilder stammen von der offiziellen Homepage! Vielen dank an das KOA Team/Manfred!)














geschrieben am 01.08.2005   von Meaningless
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