Krautrock! Was soll das eigentlich bedeuten? Ein Rock und ein Krautsalat oder doch eher Rockmusik und das besonders wohltuend süßlich riechende Kraut?! Ist auch egal, auf jeden Fall war dies das Motto des Abends im Capitol.
Jane, Karthago und Ramses! Als ich noch in die Windeln......, da hatten eben diese Bands ihre absoluten Glanzzeiten, um nicht zu erwähnen, den Krautrock miterfunden. Allein die Fülle an Bands, die damals in den 70er aus dem Boden stampfte, ist nicht zu beschreiben. Ein Blick auf u.a. diese Website genügt: http://mitglied.lycos.de/MartinPruckner/index.html .
Natürlich ist auch in diesem Stil nicht alles das, was die Beschreibung des Stil hergibt, aber trotzdem fanden sich darunter so gute Bands von hoher Qualität, dass es auch heute noch Nachfragen nach solchen Abenden wie diesen gibt und hoffentlich geben wird.
LIVE:
Ramses (www.ramses-music.de) begann pünktlich um 20.00 Uhr mit ihrem Set. Melodische Gitarren, taktvolles Schlagzeug und ein bisschen progressive-psychedelic dazu und schon befinden sich die Zuhörer im Bann der ewigen bunten Träume.
Der Sound war völlig OK und das Publikum hatte ihren Spaß, was auch dazu beigetragen hat, dass Ramses neben ihren Tracks wie u.a. „La Leyla“ und „Look at your neighbour“ auch eine Zugaben zum besten gab. Nach einer guten dreiviertel Stunde war es dann jedoch vorbei und die Lokalmatadoren bedankten sich höfflich.
Schöne und nette Vorstellung der Männer und sehr passend zum Motto der Show, auch wenn Ramses durchaus der sog. Schublade des Symphonic Rock zugeordnet werden kann.
Bei Karthago (www.karthago.de), die nicht lange für die Umbaupause gebraucht haben, musste ich nun feststellen, dass sie eher den Blues im Blut haben. Auch wenn die Präsentation auf einem sehr hohen Niveau abgeliefert wurde, so passte nicht ganz diese Hard Rockige-Variante meets Blues zum eigentlichen Krautrock-Abend. Trotzdem hatte das Hannoversche Publikum sichtlich sehr viel Spaß mit den Herren Joey Albrecht (übrigens angekündigt als Barsinghausener), Tommy Goldschmidt, Ingo Bischof und der Familie Rolo und Chris Rodriguez. Da sieht man mal, dass auch die Jugend mit den Sounds der vergangener Tage sehr gut zu Recht kommen kann. „Wie der Papa, so der Sohn“; fällt mir hierzu nur ein. Das ist mal ein erfolgreiches Familienunternehmen.
Echt coole Solis an der Gitarre und im allgemeinen eine echt solide, die musikalisch irgendwo zwischen einer Band wie Toto, dem Hard Rock und dem Krautrock lag. Knappe 70 Minuten dauerte die Show, incl. der sehr guten Präsentation von u.a.: „String Rambler“ und „Going down“.
Doch gegen 22.30 Uhr merkte man doch, dass wirklich die meisten Zuschauer wegen dieser einen nachfolgenden Band den Weg ins Capitol gefunden haben. Aber es war ja auch ein (erneutes) Heimspiel für die Herren um Panka & Co. (http://www.jane-music.com/).
Los ging es mit einem Stück der neueren Scheibe „Genuine“ – „Back again“. Der Track wurde zwar sehr gut angenommen, aber die ersten Schreie nach den älteren Stücken blieben nicht aus. Es folgten u.a. Songs wie „Lady“, das unfassbar geniale „Daytime“ sowie der gefühlsbetont-rhythmische Klassiker „Fire, water, earth & air“.
Danach gab es gleich zwei geniale ruhigere Tracks. Der eine mit einem genialen Hearbeat-Bassklang von Charly und dem Gesangstil von Peter hervorragend in Szene gesetzt, der zweite „Back to the water of...“, welcher in einmaliger akustischer Version -die sich gewaschen hat- von den Herren vorgetragen wurde. Erinnerte mich sehr an die „Lady“-CD. Einfühlsamer geht es kaum. Doch Schluss mit Balladen, schließlich geht es hier um den wahren (Kraut-)Rock. So folgten u.a. „Out in the rain“ (darf ja auch nie fehlen!), „Hangman“ und ein sog. Bill Gates Song „Windows“; unfassbar wie präzise und ausgereift solch ein langer Track, der eigentlich nur aus der „Live at home” LP bekannt sein dürfte, wiedergegeben werden kann.
Die Songliste liest sich wie eine best of Scheibe anno 2005, jedoch LIVE kamen diese ganzen Tracks ganz anders rüber, als es noch auf den CDs der Fall ist. Sowohl die alten als auch die neuen Tracks waren zwar als jene zu identifizieren, aber die hinzu andersklingenden Passagen und Riffs haben dazu beigetragen, dass sie unvergessen und einmalig wirkten. Nur für diesen Abend geeignet!
Trotz der „anderen Art“ des Spielens, waren die unverkennbaren Stimme von Charly, Peter und Klaus der absolute Wahnsinn. Man möchte meinen „Fast wie vom Band und das in bester Qualität“.
Bei der ersten Zugabe, die mit einer verkürzten Version von „All my friends“ endete, wurde die Band auf eine neues vorgestellt. Doch damit nicht genug. Auch wenn mittlerweile die Mitternacht eingebrochen war und das Capitol deutlicher leerer wurde, hatte es die Alt-Rocker erneut auf die Bühne gedrängt. Mit „So, so long“ gab es den Killertrack des Abends. Einsame Spitze! Für mich nach „Windows“ und „Daytime“ mit das allerbeste Lied des Abends.
Selten habe ich eine Vorstellung erlebt die praktisch 100 Minuten andauerte, aber ich das Gefühl hatte, dass eine Band bloß 30 Minuten auf der Bühne stand. Von mir aus hätten Jane noch bis 2 Uhr nachts spielen können, Songs genug haben sie ja.
Es spricht für sich, mit welcher Perfektion und Klasse sowie auf welche Art und Weise JANE Gefühle, Erfahrungen sowie Erlebnisse durch Texte und Musik wiedergegeben haben.
Folgende Zitate möchte ich an dieser Stelle hinzufügen: „Man muss nur die Augen schließen und schon ist man im Jahre 1975“ & „Diese Band wusste schon immer zu begeistern sowohl in den 70er als auch in den 80er, perfekt“! Wie gern wäre ich damals auch dabei gewesen. Doch nach solch einer Vorstellung, bin ich auch froh, dass ich diesen Spirit der 70er und eine solche Atmosphäre auch in der heutigen ach so modernen Zeit zu spüren bekommen habe.
Fazit:
Sound: KLASSE – gute Arbeit Achim Schulze & Co.
Tracks: Was hätten die Jungs sonst noch spielen sollen, vielleicht etwas von der Jane III? Klar, man kriegt nie genug, aber na ja, irgendwann muss ja Schluss sein.
Ablauf und Umbau: sehr gut, pünktlich und somit schnelle Abwicklung der Umbauphasen, trotz eigener Drums für jede Band. Da sah man wirklich auch hier Profis am Werk.
Publikum: Trotz dessen, dass dies ein Heimspiel für die Pankas Band war, so hat mich die Resonanz des Publikums enttäuscht. Gemessen an den Kapazitäten des Capitols war es schon schade. Doch dies tat der eigentlichen Show keinen Abbruch und sowohl die anwesenden Fans als auch die Band hatten das wahre Vergnügen und die Glücksseligkeit auf ihrer Seite; zumindest kam es so an.
Mein Dank geht an Nicoline Ehrhardt für die problemlose und einfache Abwicklung. Vielen Dank.
Weitere Fotos der Show gibt es in der Galerie!
geschrieben am 25.05.2005 von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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