Im Rahmen ihrer aktuellen „The Incident“-Tour machten die ProgRock-Größen Porcupine Tree als zweites Date ihrer Deutschlandshows in Bremens geschichtsträchtigem Aladin halt. Einem Laden, wie er für solch einen Auftritt nicht besser geeignet sein könnte, denn er überzeugt durch eine angemessene Größe sowie ein ganz besonderes Ambiente.
Als Opener hatte man Katatonia verpflichten können, welche sich momentan ebenfalls auf Tour befinden, leider nur mit einem Stop in deutschen Landen. Diese legten dann auch mehr als pünktlich los mit ihrem schnörkellosen, aber doch keine Wünsche offen lassenden Set. Schade nur, dass sie ca. 45 Minuten vor angegebener Zeit auf die Bühne geschickt wurden.
Ich stand zu diesem Zeitpunkt zumindest noch in der Garderobenschlage um meine Jacke abzugeben, als schon die ersten Klänge des Openers ertönten. Gut, habe ich halt zwei Minuten verpasst, aber Leute die sich auf die angegebenen Spielzeiten verlassen haben und auch dementsprechend später ins Aladin kamen, guckten mehr oder weniger in die Röhre.
Nun denn, Katatonia lieferten ein mehr als solides Set, Fans der Band bekamen eine gesunde Schnittmenge aus aktuellen sowie mittelalten Stücken geboten, ähnlich der Setlist des aktuellen Live-Albums „Live Consternation“, dazu noch einen brandneuen Song (Forsaker) des am 2.11. erscheinenden „The Great Cold Distance“-Nachfolgers „Night Is The New Day“.
Die melancholischen Stücke der Band funktionieren auch ohne große Show und Bühnenaction, Katatonia wirken eher in Ihre Songs vertieft, bedanken sich nach jedem Lied artig und schüchtern. Sehr sympathisch.
Unsympathisch allerdings das abrupte Ende. Nach dem vorletzten Lied gibt es eine kleine Absprache, danach bedankt sich Sänger Jonas nochmals und kündigt an, das es das letzte Stück gewesen sei.
Was nun folgte war ein Highspeed-Bühnenumbau, inklusive Bühnenteppichreinigung per Staubsauger.
Dazu nur mal am Rande eine kleine Bemerkung: Ich fand es wirklich ärgerlich, dass Katatonia quasi den Strom angedreht bekamen. Sie hatten noch genau ein Stück vor sich und gingen schon vor angekündigter Zeit auf die Bretter. Wenn die Herren Porcupine Tree dann eh eine knapp zweistündige Multimediashow hinlegen und dabei in der Mitte eine zehnminütige Pause machen, hätte man dem Opener ruhig noch seine letzten fünf Minuten lassen können...
Nachdem der Teppich gesaugt war, damit der barfüßige P.T.-Frontmann Steven Wilson nicht in der übriggebliebenen Asche von Katatonia rumlaufen musste, nachdem alle Instrumente gestimmt waren und der Beamer hochgefahren war, betrat der heutige Main Act die Bühne und begann ein fulminantes Set zu ihrem aktuellen Album „The Incident“, welches es in voller Länge zu hören gab. Untermalt von einer angenehm verstörenden Beamershow mit Videosequenzen sowie einem glasklaren Sound stellte sich beim zahlreich erschienenden Publikum Zufriedenheit ein. Wie zahlreich es war, offenbarte sich bei einem Blick nach hinten: Das Aladin war bis auf den letzten Meter gefüllt, ein Gang zur Theke wäre nahezu unmöglich gewesen.
Nach gut 45 Minuten dann die besagte zehnminütige Pause mit seichter Hintergrundmusik sowie countdownender Digitaluhr per Beamer. Danach gab es noch einen Mix aus Stücken älterer Alben zu hören, teilweise ebenfalls mit Filmchen, teilweise ohne. Dennoch gab es auch stets was fürs Auge, denn während die anderen Bandmitglieder eher statisch wirkten, war Sänger Steven Wilson sehr aktiv, tauschte häufig die Instrumente, spielte mal Gitarre (mal E-, mal Akustik), mal Orgel und kommunizierte stellenweise auch mit seinem Publikum. Nach gut zwei Stunden inklusive zweier Zugaben dann Feierabend des heutigen Konzertes.
Fazit: Der Gig war in jedem Fall gelungen, wobei man das von Porcupine Tree sicher auch nicht anders erwartet hätte. Nur der verfrühte Start sowie das ebenso verfrühte Ende von Katatonia verleihen einen leicht bitteren Nachgeschmack, macht aber auch Hoffnung auf eine eventuelle Katatonia Clubtour als Headliner. Vielleicht zum bald erscheinenden Album? Man wird es sehen.
Setlist KATATONIA:
Ghost Of The Sun
July
Criminals
My Twin
Evidence
I´m Nothing
Teargas
Forsaker
Follower
(In The White: nicht gespielt)
Setlist PORCUPINE TREE:
1.Occam's Razor
2.The Blind House
3.Great Expectations
4.Kneel and Disconnect
5.Drawing the Line
6.The Incident
7.Your Unpleasant Family
8.The Yellow Windows of the Evening Train
9.Time Flies
10.Degree Zero of Liberty
11.Octane Twisted
12.The Séance
13.Circle of Manias
14.I Drive the Hearse
10 minütige Pause
15.The Start of Something Beautiful
16.The Sound of Muzak
17.Lazarus
18.Russia on Ice
19.Anesthetize
20.Normal
21.Bonnie the Cat
22.Way Out of Here
Zugabe
23.Mother and Child Divided
geschrieben am 18.10.2009 von Romana
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musikalischer Background des Verfassers Ordentlicher Krach (Death & DOOM)
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