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Misery Signals, A Traitor Like Judas, Your Demise, The Number Twelve Looks Like You in B 58, Braunschweig am 16.09.2009

Dass eine der großartigsten modernen Metal(core)-Bands wie MISERY SIGNALS aus Milwaukee, Wisconsin nach nunmehr drei genialen Alben immer noch in so kleinen Läden wie dem Jugendclub B58 in Braunschweig auftreten müssen, ist einerseits ein Jammer, andererseits hat man so die Möglichkeit, Jahr für Jahr intensive und fannahe Gigs der Band erleben zu dürfen. Doch dazu später mehr.



Los gings mit den Mathcore-Recken THE NUMBER TWELVE LOOKS LIKE YOU aus New Jersey, die leider schon spielten als wir ankamen. Der Sound war extrem laut, die Mucke extrem abgefahren und die Supporter der Band extrem gering. Außer einem abzappelnden Die Hard-Fan, dem versprengten Quotenmetaller, der eh jede Band an dem Abend abgefeiert hat und einem interessierten Moshcore-Würfel sah man dem illustren Treiben auf der Bühne überwiegend aus der Distanz zu. Da gab es Kuscheleinlagen des hyperaktiven Frontmanns Jase Korman mit seinem treuesten Fan, diverse Freejazz-, Tanz- und Schunkeleinlagen und ordentlich Prügel auf die Ohren. Schade nur, dass diese Musik nur gut funktioniert, wenn der Sound dafür differenziert genug ist. So fühlte man sich am Ende des Gigs zwar innerlich geläutert, war aber auch irgendwie froh, dass der „Lärm“ vorbei war.



YOUR DEMISE aus dem Vereinigten Königreich waren als Nächstes an der Reihe, die, wie ich später feststellen musste, zu diesem Zeitpunkt bereits einen anderen Sänger als auf dem Debut-Full Length „Ignorance never dies“ präsentierten. Macht im Nachhinein auch irgendwie Sinn, denn der fast die ganze Zeit über mit geschlossenen Augen performende Neuzugang wirkte doch noch ein wenig unsicher. Die meisten Anwesenden schien das nicht zu stören und feierten eine kurze, dafür aber ausgelassene Hardcore-Party, die sowohl Platz für Two-Steps als auch Turnhosenaction bot. War es eigentlich abwegig, während des zwanzigminütigen Gigs eines der auf „Ignorance…“ vertretenen mitunter arschcoolen Techno-Stücke zu erwarten? Wohl schon. Naja, so blieb am Ende nicht mehr als ein solider Hardcore-Gig ohne besondere Höhen und Tiefen.



Die Local Heroes von A TRAITOR LIKE JUDAS hatten sich tatsächlich den Co-Headliner-Slot an Land gezogen. Da ich an die Braunschweiger überhaupt keine Erwartungen knüpfte, war ich am Ende positiv überrascht. Der recht solide Metalcore, der in seinen besten Momenten an eine Mischung aus AS I LAY DYING und MISERY SIGNALS erinnerte, donnerte druckvoll, überzeugend und leidenschaftlich ins nun gut gefüllte Rund. Fronter Jasper war sich dabei seines Heimspiels bewusst und überzeugte mit unbekümmerten Ansagen und selbstbewusstem Stageacting und mobilisierte ein ums andere Mal die letzten Endes doch recht ungestüm agierende Meute. Der beste Sound des gesamten Abends tat sein Übriges, sodass man hinter ATLJ an diesem Abend ein dickes Ausrufezeichen notieren muss.



Dass das Stimmungslevel bei MISERY SIGNALS dann zunächst deutlich weiter unten lag, war klar, zumal sich die Anzahl der erschienenen Gäste ohnehin in überschaubaren Grenzen hielt. Allerdings ließen sich bei aller übermittelten Bescheidenheit und manchmal beinahen Demut gegenüber dem Publikum weder die Morgan-Brüder (Drums und Gitarre), noch der Rest der Band irgendetwas anmerken, dafür sind sie einfach schon zu routiniert und selbstbewusst genug. Mit Knallern wie „In summary of what I am“, „A certain death“, „Weight of the world“ und „5 years“ erzeugten die Jungs von Minute zu Minute mehr von dieser eigentümlichen MISERY SIGNALS- Stimmung, die einen einmal mehr unweigerlich in seinen Bann zog. Dass die Soundverhältnisse erwartungsgemäß nicht optimal waren konnte dabei allerdings nicht über die Hammer-Performance von Trommelkoryphäe Brendan Morgan hinwegtäuschen, der wie sein Bruder und natürlich auch Sänger Karl Schubach eine relaxte, aber keinesfalls gelangweilte Show bot. Mit dem Knüller „The Failsafe“ und „Anchor“ wurde schließlich auch noch das „Mirrors“-Album gewürdigt, sodass es an der Setlist diesmal eigentlich wenig zu meckern gab. Lediglich die Gesamtspielzeit könnte bei der Menge an Hits langsam mal ausgeweitet werden. 40 Minuten sind für diese Band einfach zu wenig, selbst wenn es sich streng genommen um eine Hardcore-Band handelt.















geschrieben am 14.10.2009   von Schneider
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