Da war er mal wieder. Ihr wisst schon, einer dieser Tage, bei denen man das Gefühl hat, es hat sich wirklich gelohnt. Gelohnt am frühen Morgen in aller Ruhe aufzustehen und sich sogar bereits Monate vorher auf ein Konzert -der besonderen, anderen Art- zu freuen. Schließlich wurde die gesamte Tour der australischen Ausnhameband um Monate verschoben. Doch am 10.10.09 war es in Hannover endlich soweit und Hugo Race & The True Spirit schauten mal wieder vorbei. Dieses Mal mit ihrem aktuellen Werk „53rd State“ (Glittehouse) im Gepäck.
Den Konzertabend im Musikzentrum haben jedoch Odeville eröffnet, die sich ihren düster-klingenden Keyboards, der Musik entsprechend wirkenden Neonlicht und einer eher langsamen Art des Auftretens hingaben. Eine intensive und wirkungsvolle Vorstellung dieser Emo Rock- und progressiv angehauchten Band Gerade weil ihr Sound nicht ganz zu dem von Hugo Race passte und sich wohl deshalb so einige im Publikum zunächst gewundert haben (Warum gerade sie?), war dieser Mix aus Shoegaze, Progressive und Post Rock –für meine Begriffe- hervorragend gewählt, um eben als Support für Hugo Race einzuspringen.
Aber vielleicht lag es auch daran, weil ich selbst in letzter Zeit mit Bands wie Oceansize, Klimt 1918, Isis und Dredg viel anfangen kann und eben der Sound von Odeville (mir bis dato unbekannten Band) sehr zugesagt hat. Nach gut fünfzig Minuten haben die Jungs doch überzeugen können, auch wenn sie gerade Mal vor einer handvoll Leutchen spielen durften. Dies war wohl das einzige Problem, welches es auch der Band nicht so leicht gemacht haben mag.
Danach gab es noch eine Überraschung. Patch Brown, der derzeitigen Live-Gitarristen der True Spirits, bescherte den Zuschauern einen Soloauftritt. Dabei standen fünf Songs seines Projektes Hellhound Brown im Vordergrund (CD-Review zu „What To Do?“ bald hier zu lesen). Auch wenn die One-Man-Show einen gewissen Straßenmusiker-Charakter besaß, so hat dies dem Abend keinen Abbruch getan, im Gegenteil. Die 20 Minuten Blues-Country-Rock Songs (u.a. „Bad Luck“, „Blind Man“) und die humorvolle Art von Patch mit dem Publikum umzugehen, waren allemal sehenswert. Selbst Hugo Race musste sich einige seiner Songs ansehen und mit der Fotokamera festhalten.
Die Stimmung gegen 22:45, zu Beginn von Huog Race, war bereits düster und depressiv. Schließlich haben es an diesem Abend gerade mal an die 40 zahlende Gäste geschafft ins Musikzentrum vorbeizuschauen. Traurig, aber wahr. Traurig, weil dadurch einige eben auch noch den passenden Soundtrack zu einem düster-rockigen Abend verpasst haben. Hugo Race und seine Mannen, die bei den ersten zwei Songs ohne Patch Brown loslegten, taten das, was sie am besten können und was ihr Ding eben ist. Blues Psychedelic Rock in seiner reinsten Form. Eine rauchige Stimme, fließende Gitarrensounds von Hugo, gezielt harte Drumparts von Chris Hughes (man kennt ihn ja, eher als Berserker hinter der Schießbunde – so wird gemunkelt-) und kräftige Bassspuren – alles zusammen: einfach genial. Rau, intensiv und eben einzigartig! Wie zitieren es die Labels und Pressleute doch so nett: „Hugo Race & True Spirit stehen für fantastische, knietief im Leben stehende und doch oft merkwürdig entweltlichte Musik.“ So ist es.
Klar, die Bühne wirkte bei der Anzahl der Zuschauer einfach riesig, aber es tat dem Gesamteindruck einer solchen Performance einfach nur gut. Es stand einem Hugo Race einfach gut zu Gesicht sich hier –in seiner Art und Weise- auszutoben. Seine eher ruhige Haltung, aber dafür enorm wirkungsvolle und äußerste intensive Spielart sind einfach ein Garant dafür, dass Musik eben wertvolle Kunst ist.
Nach einer guten Stunde sollte dann erstmal Schluss sein, bevor sich die Mannen jedoch den lautstarken Zugaberufen (man mag es sich kaum vorstellen, bei der Anzahl) doch nicht beugen konnten. Nach weiteren drei Songs und somit um die gut achtzig Minuten Spielzeit war dann doch (leider) wieder alles vorbei. Verschwitzt, durchaus erledigt wirkend, aber sichtlich doch zufrieden kam die gesamte Mannschaft noch mal runter von der Bühne, um sich mit den Fans zu unterhalten und ihre heißbegehrten CDs loszuwerden.
Fazit: Jederzeit wieder. Prädikat: enorm sehens- und hörenswert!!!
Song - (Album)
01. High on Love (53rd State)
02. On the Bright Side (Taoist Priests)
03. We Create Tomorrow (53rd State)
04. Makes me Mean (The Goldstreet Sessions)
05. Dumb Down (53rd State)
06. Girl Called Sunset (53rd State)
07. Is your Love Strong (The Goldstreet Sessions)
08. When Midnight Comes (53rd State)
09. Midas Touch (The Goldstreet Sessions)
10. 53rd State (53rd State)
11. Sodium Rum (53rd State)
12. Mystery World (53rd State)
+ 3 Zugaben, u.a. LSD is dead
geschrieben am 12.10.2009 von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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