Große Erwartungen hatte ich nicht, als ich mich an diesem Freitag in Richtung Capitol auf dem Weg machte. Zwar konnte ich mich sehr für die letzten beiden Queensryche Alben erwärmen. Doch live sollen sie in den letzten Jahren alles andere als überzeugend gewesen sein – so zumindest war zu hören und zu lesen. Ich selbst hatte schon lange nicht mehr die Gelegenheit, Geoff Tate und seine Truppe auf der Bühne zu bewundern. So war es eine seltsame Stimmung zwischen dezenter Spannung und gelassener Skepsis, mit der ich vor der Halle auf unseren Cheffe Børge wartete.
Wir hatten gerade noch Zeit, das erste Bierchen zu ordern, bevor der Opener FATAL SMILE loslegte. Die Schweden boten eine gute Rock Show. Auch wenn mir einige Songs zu platt waren, kamen insbesondere die Nummern vom aktuellen Album recht cool rüber. Vor dem Hintergrund der aktuellen Mötley Crüe Präsenz in Europa kam dem ein oder anderen zwar vielleicht der Gedanke, dass das Original doch eine Liga höher spielt. Aber die dynamische Show von Fatal Smile sorgte für Kurzweile, und so ernteten die Jungs einen braven und verdienten Applaus. Und das nicht nur von der anwesenden Damenwelt.
Der Plan für den QUEENSRYCHE Gig war vorher bekannt. Die Jungs aus Seattle würden sich auf die Alben „Rage For Order“, „Empire“ und das neueste Werk „American Soldier“ konzentrieren. Dennoch war ich recht überrascht, dass sich die Amerikaner für „Neue Regel“ als Opener entschieden hatten. Queensryche überzeugten vom ersten Moment an und zerstreuten so jeglichen Zweifel, der mich zu Beginn des Abends vielleicht noch gequält hatte. Es sollte ein denkwürdiger Konzertabend werden, bei dem der Headliner weit über zwei Stunden glänzen würde. Das erste Highlight stellte für mich „I Will Remember“ dar – großartiger Song. Der emotionalste Teil des Abends brach mit der „American Soldier“ Phase an. So zum Beispiel, als Geoff bei „The Killer“ die Beweggründe für die Inhalte seines aktuellen Schaffens erläuterte. Der Sänger brachte die Stimmungen der einzelnen Songs perfekt rüber. Dazu hatte er sein Publikum jederzeit im Griff, war keineswegs mundfaul und führte professionell und aufmerksam durch das Programm. Beim Publikum weckte er Begeisterung für die Musik und Interesse für die Inhalte. Ganz nebenbei sang er vortrefflich und packte das ein oder andere Blasinstrument aus.
Beeindruckend auch die Band. Gitarrist Michael Wilton (laut Geoff der einzige Mann dieser Welt, mit dem erSex haben würde) spielte eine grandiose Klampfe. Ergänzt wurde er von Parker Lundgren, den Geoff Tate bald „son-in-law“ nennen darf. Auffällig auch Jason Aimes, der neben dem Keyboard seinen Dienst auch noch sporadisch an der dritten Gitarre und bei einem Duett mit Geoff leisten durfte. Wie auch schon auf dem Album überzeugte „If I Were King“ am meisten. Dieser Song konnte mit dem folgenden „Empire“ Teil mithalten, der insbesondere durch „Best I can“ und „Silent Lucidity“ geprägt wurde“. Lediglich der abschließende Titelsong dieses überragenden Albums konnte das noch steigern.
Queensryche präsentierten sich an diesem Abend in beeindruckender Form. Abschließen möchte ich mit einer Erkenntnis, an der uns Geoff Tate an diesem Abend teilhaben ließ: Es ist nicht schwierig, jeden Abend den gleichen Song zu spielen. Denn jeder Ort und jedes Publikum sind anders. Ein wenig ist es wie Sex. Je öfter man es tut, desto besser wird es. In diesem Sinne...
geschrieben am 26.06.2009 von Christian
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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