Asphyx - Headshot - Fallen Saints in Braunschweig - Meier Music Hall am 17.01.2009
Die renommierte Konzertagentur Undercover Entertainment stand bisher eher für die ganz großen im Show-Biz. Von den Toten Hosen über Mario Barth bis André Rieu holen die Veranstalter in aller Regelmäßigkeit so ziemlich alles was Rang und Namen hat in die Löwenstadt, in der sich in den letzten Jahren nicht mehr viel in Sachen Metal auf dem Live-Sektor tat.
Mit ASPHYX, HEADSHOT und FALLEN SAINTS wagte man sich dieser Tage erstmals in den Death Metal Underground und lud in die Meier Music Hall. 20 € sind bei einem solchen Billing zwar nicht günstig aber es ist ein Preis, der dem hochprofessionellen Aufwand, der in Sachen Technik und Promotion betrieben wurde, gerecht wird.
FALLEN SAINTS haben bereits um kurz nach 19 Uhr die undankbare Aufgabe, dem Publikum einzuheizen. Allerdings macht es einem das Quintett mit seinem melodischen Death Metal und einem, abgesehen vom bemühten Shouter, steifen Stage-Acting nicht gerade einfach, über den gewohnten Höflichkeitsapplaus hinauszugehen. Hinzu kommen einige, nicht zu leugnende, spieltechnische Mängel.
Das sieht bei HEADSHOT wenig später schon ganz anders aus. Die Thrasher sind die metallische Allzweckwaffe aus Braunschweig und nicht erst seit ihrem letzten Streich „As Above, So Below“ eine der unterbewertetsten Metal-Combos in deutschen Landen.
Allerdings blieb es abzuwarten, wie die sich gestandene Einheit nach dem schmerzlichen Abgang von Ausnahmesänger Andi Bruer live präsentieren würde. Schnell wird jedoch klar, dass man mit „Neu-Sängerin“ Dani (Ex-Uppercut) einen sehr guten Fang gemacht hat. Die sympathische Fronterin schafft es mit einer beachtlichen stimmlichen Leistung, sich in die Herzen der zahlreichen HEADSHOT-Fans zu performen. Ohne die nicht kopierbaren gesanglichen Fähigkeiten von Andi zu entwürdigen, schafft sie es den, im Publikum allseits bekannten, Songs ihren Stempel aufzudrücken. Letzteres taut unter Einfluss der Rythmus-Maschinerie, dem genialen Saiten-Duo Danneberg/Osterloh und einem Thrash-Gewitter aus der vier Alben umfassenden Diskographie merklich auf.
Und auch wenn es am Ende ein eher solider HEADSHOT-Gig ist, wissen die Lokalmatadore zu überzeugen und beweisen einmal mehr, dass mit ihnen auch in Zukunft zu rechnen ist.
Diese musikalische Steilvorlage verwerten ASPHYX danach souverän. Die Niederländer nehmen die inzwischen gut gefüllte Location von der ersten Note an im Sturm.
Seit ihrer Reunion auf dem Party.San 2007 kommt das „Phänomen MS Bismark“ immer besser in Fahrt. Es ist nahezu beängstigend, mit welcher Leichtigkeit, Spielfreude, Offenherzigkeit und jeder Menge Spaß sich die Herren um Martin van Drunen durch ihren zweiten Frühling walzen.
ASPHYX elektrisieren wie noch nie zuvor und erzeugen eine Faszination und eine Atmosphäre, wie man sie sonst nur von ihren britischen Kollegen Bolt Thrower gewohnt ist.
Die Band fährt eine Soundwand vom Format eines Panzerkreuzers auf, die für Staunen, offene Münder und für Glückseeligkeit im Saal führt. Song für Song führen ASPHYX sich und die bangende Meute vor der Bühne durch einen infernalischen Death Metal-Orgasmus.
In dieser Form und mit einer Setlist gespickt aus Klassikern sind die Holländer unschlagbar und entlassen ein enthusiastisches Publikum erst nach mehreren Zugaben in die noch junge Nacht.
Fazit: Ein überaus gelungener Abend, der Metallerherzen glücklich gemacht hat. Bleibt zu wünschen, dass es nicht das letzte Konzert dieser Art unter dem Banner von Undercover Entertainment bleiben wird. Die braunschweiger Metal-Szene hätte es verdient.
geschrieben am 19.01.2009 von Jens
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musikalischer Background des Verfassers Punk, Metal, Black & Death Metal... Heute höre ich alles, sofern es mich in irgend einer Art und Weise berühren kann...
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