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Magic Circle Festival 2008 in Bad Arolsen, Prinz Eugen Kaserne am 10.-12.07.2008

Grösser, schöner, bunter: hoch gesteckt waren die Ansprüche an die zweite Auflage des Magic Circle Festivals in Bad Arolsen. Geschürt wurden diese Erwartungen einerseits durch Joey’s Ankündigungen am Abend des 07.07.2007, andererseits durch das sich in den letzten Monaten abzeichnende Line Up, das Namen wie ALICE COOPER, DEF LEPPARD und WHITESNAKE beinhaltete. Da war es schon eine riesige Enttäuschung, dass die beiden Letztgenannten ihren Auftritt in Bad Arolsen abgesagt haben. Seither schieben sich Bands und Veranstalter gegenseitig den schwarzen Peter zu. Doch all diese Ereignisse verkommen im Nachhinein zu einer Randnotiz vor dem tragischen Hintergrund, dass ein Festivalbesucher von einem Rettungswagen angefahren wurde und später seinen schweren Verletzungen erlag. Wir möchten an dieser Stelle seinen Angehörigen und Freunden im Namen der Metalglory-Redaktion unser tiefes Beileid ausdrücken. Wenden wir uns nun wieder der Musik zu. Da ich erst am Freitag anreisen kann, die Kollegen Boerge und Blizzard aber schon seit Donnerstag anwesend sind, übergebe ich hiermit das Wort an die beiden. (Armin)

Vom 09.07.2008 – 12.07.2008 fand in Bad Arolsen die Neuauflage des MAGIC CIRCLE FESTIVALS statt. Dem, von Magic Circle Records bzw. MANOWAR, initiierten Festival konnte man bei der letztjährigen Premiere für schlappe 10€ (!) Eintritt beiwohnen. Dieses Jahr musste man mit 80€ pro Karte dann doch schon wesentlich tiefer in die Tasche greifen, wobei im Gegenzug mit WHITESNAKE, ALICE COOPER; W.A.S.P., DEF LEPPARD oder DORO das Billing doch erheblich aufgewertet wurde. Eric Adams hatte im Vorfeld geführtem Interview ein Festival „nur für die Fans“ angekündigt, an das sie „sich noch Jahre später erinnern und darüber sprechen werden“! Neben der Live Präsentation der ersten sechs MANOWAR Alben, gab es aber leider auch Bandabsagen und andere Unmut erzeugende Geschehnisse (nicht nur) abseits der Hauptbühne. Dies könnte dafür sorgen, dass zumindest der letzte Teil der Adam’schen Ankündigung sich bewahrheitet. Allerdings etwas anders als er sich das gewünscht hat.
Lest selbst...

Donnerstag, 10.07.2008:

Die Anreise verlief einigermaßen problemlos, lediglich ein wenig „Pfadfindertätigket“ war nötig um am Zielort das Campinggelände letztendlich zu erreichen. Mitten im Wald fanden wir einen Ordner der uns auf die Frage wo denn die Presseanmeldung sei, mit Unwissenheit und dem Hinweis „mal einfach 600m weiter fragen da steht der nächste Posten“ über ein Art Stockcartaugliche Piste schickte. Diese führte über das gesamte Campinggelände und sorgte bei uns, ob der recht geringen Auslastung, für eine gewisse Verwunderung. Naja, es war ja erst früher Donnerstagabend und über zuviel Platz soll man sich auch nicht beschweren....
Wie dem auch sei: Wir hatten schlussendlich doch unseren Zeltplatz gefunden, und zu den Klängen von MSG das Zelt hochgezogen. Anschließend fix die Bändchen abgeholt, und auf ging’s zu TED NUGENT. Offenbar ist sein Status bei den Fans aber nicht sonderlich hoch, wie die leidlich besuchte Show offenbarte. TED NUGENT hatte quasi Co-Headliner Status und die geringe Resonanz verwunderte doch ein wenig. Von TED NUGENT bekamen wir allerdings auch nur noch zwei Songs mit, denn der schloss seinen Gig mit „Great White Buffalo“ – stilecht mit indianischem Federschmuck und Bogenschießen auf seine Gitarre – dann etwas früher als geplant; aber wenigstens das Highlight haben wir gesehen.

Somit blieb dann auch genug Zeit sich mit den örtlichen Begebenheiten zu beschäftigen, bevor ALICE COOPER die Bühne entern sollte. Mehrere große Theken, eine kleine Schar an Merchandisern und lediglich ein Tresen für feste Nahrung waren das Ergebnis unseres Rundgangs. Aber nun war es erst einmal Zeit für die ALICE COOPER Show! Mittlerweile hatten doch etliche Fans den Platz vor der Bühne aufgesucht, und der Altmeister des Schockrock sollte ihr erscheinen mit einer großartigen Show belohnen. ALICE COOPER präsentierte sich an diesem Abend topfit von seiner besten Seite, die Setlist brachte einen Querschnitt durch alle Phasen seiner langen Karriere. Egal ob „No more, Mr. Nice Guy“, „Welcome to my Nightmare“, „School’s out“ oder „Billion Dollar Babies“: Alle Hits wurden mit der entsprechenden visuellen Begleitung präsentiert. Bei „Dirty Diamonds“ zum Beispiel flogen Halsketten, während „I love the Dead“ wurde der Altmeister gehenkt, und, und und...

Beim Überhit „Poison“ sangen dann alle Anwesenden mit, und sorgten für eine absolut erstklassige Stimmung. „Elected“ beschloss dann die gut 100 Minuten währende ALICE COOPER Show, bei der tanzende Cheerleaderinnen in Ami-Kostümen ein klares Statement präsentierten, wen Herr Cooper sich als nächsten Präsidenten der Amis wünscht. Fazit: Großartige Show, bei der ALICE COOPER die Messlatte für die folgenden Tage verdammt hoch gelegt hat!

Nach diesem Spektakel sollte der Abend aber noch nicht zu ende sein, denn irgendwann sollten die Bay Area Thrasher DEATH ANGEL noch auftreten. Nur niemand wusste genaueres! Nach einigen erfolglosen Nachforschungen zogen wir uns ins Lager zurück, und als DEATH ANGEL dann gegen 3 Uhr morgens die Bühne der „MCF Event Hall“ enterten, lagen wir, wie viele andere Besucher auch, schon in den Schlafsäcken....

Freitag, 11.07.2008:

Am anderen Tag brachen wir schon mittags gen Festivalgelände auf, und konnten dadurch einen stark aufspielenden Tagesopener erleben. KOBUS aus Südafrika war dieser zweifelhafte Status vergönnt, aber die Jungs machten das Beste draus und das recht gut. Während der KOBUS-Show passierte auch das Unglück: Die zur offiziellen Eröffnung entzündete „Flamme des Metal“ erlosch! – Man konnte dies durchaus als dunklen Vorboten deuten. Denn zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass mit DEF LEPPARD und WHITESNAKE zwei Bands ihre Auftritte abgesagt haben, mit denen das MAGIC CIRCLE FESTIVAL im Vorfeld massiv beworben wurde. Nur offiziell wurde auf dem Festival seitens des Veranstalters darüber noch geschwiegen. Dazu später mehr...

STORMWARRIOR standen als nächste Band auf dem Programm. Die Hamburger sind in Bad Arolsen ohne Kai Hansen aufgetreten, so dass man gänzlich auf eigenes Songmaterial zurückgriff. STORMWARRIOR präsentierten während der nächsten 45 Minuten eine gute Show die die Highlights aller Alben beinhaltete, und wurden dafür vom Publikum entsprechend positiv gefeiert. Nach dieser Show stand die Pressekonferenz mit den Kings of Metal an, und man durfte gespannt sein, ob es Neuigkeiten bezüglich DEF LEPPARD und WHITESNAKE gab.... Die gab es, aber nur begrenzt: Die Absage der beiden Bands wurde offiziell bestätigt, aber exakte Angaben zu den Gründen wurden nicht genannt, lediglich das frei interpretierbare „Vertragliche Schwierigkeiten“ wurde in den Raum geworfen. (Blizzard)


Nachdem ich meine Leute aus Fulda gefunden, mein Zelt bezogen und alle Formalitäten erledigt habe, beginnt für mich mit dem Auftritt von DORO dann auch endlich das diesjährige Magic Circle Festival. Noch ein kurzer Smalltalk mit den Kollegen Boerge und Blizzard, dann legt die blonde Metalqueen mit „I Rule The Ruins“ schon mit ihrem Set los. Man merkt auch hier nach wenigen Minuten, dass DORO sich in den vergangenen 24 Jahren ihrer Karriere eine treue Gefolgschaft erspielt hat, denn die Fans feiern die Düsseldorferin und ihre Band von der ersten bis zur letzten Minute ab. Und mal ganz ehrlich, wer von uns Älteren hatte früher in den 80ern nicht auch ein WARLOCK- oder DORO-Poster im Zimmer hängen? Kein Wunder, dass die Stimmung super ist, wenn man Klassiker wie „Burning The Witches“ und Mitsing-Nummern a la „All We Are“ zu hören bekommt. Zum Ende wird nochmal ganz tief in die Klamottenkiste gegriffen: „Metal Racer“ vom ersten WARLOCK-Album beschliesst einen klasse Auftritt. (Armin)

Wie Blizzard schon an anderer Stelle geschrieben hat, musste Blackie Lawless nach der offiziellen Verkündung der Absagen auf die Bühne. Aber er ist wahrlich ein alter Hase und somit erfahren genug, die Leute sehr schnell von den Unerfreulichkeiten abzulenken und auf seine Seite zu ziehen. Und so feuern Blackie & Co. in der Folgezeit Hits wie „Blind In Texas“, „I Wanna Be Somebody“, „Animal (Fuck Like A Beast)“, „Inside The Electric Circus“ und L.O.V.E. Machine“ in die begeisterte Menge. Noch Fragen? Für mich war es das erste W.A.S.P.-Konzert seit langem wieder mal und hier gilt das gleiche Fazit wie bei DORO: beide Daumen hoch, so kann es weitergehen. Mittlerweile meldet sich der Appetit aufs Abendessen und so marschiere ich erstmal zu meiner Unterkunft zurück, denn zu MANOWAR will ich wieder vorne sein. Die Wege sind auch diese Jahr relativ lang, von unserem Zeltplatz bis vor die Bühne braucht man ca. 15 Minuten bei schnellem Schritt. Daher übergebe ich hiermit wieder an Boerge und Blizzard. (Armin)

Vor W.A.S.P. kam dann ein blonder junger Herr, der sonst für die Ankündigung der Bands zuständig war, auf die Bühne. Unter gellendem Pfeifen und dem Unmut der Anwesenden verkündete er die Absage von DEF LEPPARD und WHITESNAKE. Danach gab es für alle enttäuschten Fans o.g. Bands noch ein generöses Angebot der Veranstalter, das sich wie folgt liest: Wer wegen genannter Bands angereist war, und nun nicht mehr länger bleiben wolle, konnte sich gegen Rückerstattung von 15,-€ sein Festivalbändchen bis Freitagabend 20Uhr an der Ticketausgabe entwerten (=abschneiden) lassen, und hat in der Folge keinen Zutritt zum Festival mehr. Darüber hinaus müsse man einen Lichtbildausweis bereithalten und seine Personalien angeben! Im Klartext hieß das: Kein Manowar „für die Fans“ anderer Bands!
Um die Menge einigermaßen zu beruhigen, gab es dann 10 Minuten Freibier. Nach dessen Ausschank ging man endlich wieder zum normalen Tagesprogramm über, in dem Blackie Lawless nun die Aufgabe hatte, die angeheizte Stimmung wieder in normale Bahnen zu lenken.

Jetzt war es Zeit für die Kings of Metal: MANOWAR! Man wollte gänzlich alle Songs der ersten sechs Alben Live präsentieren, daher standen die Alben Eins bis Drei auf dem Programm, und sollten für einen absolut genialen Abend sorgen. Nach dem großen Regen stiegen MANOWAR leicht verspätet mit „Manowar“ in den Set ein. Die Setlist wurde gegenüber der Alben eigentlich kaum verändert. Damit waren die gesamten Hits quer über den Set verteilt. Nach Knallern wie „Metal Daze“ oder „Battle Hymn“ schnappte sich Joey de Maio das Mikro, um in der Folge die vielleicht 10-12000 Besucher mit einer Ansprache darauf hinzuweisen das man ja wegen Manowar, und nicht wegen Whitesnake oder Def Leppard, da sei – Aha! Anschließend schwenkten die Beschimpfungen auf die Fans, die das Angebot der Rückzahlung annahmen, über. Und Last but not least wurden dann noch die Journalisten Ziel des de Maio’schen Wutausbruchs, die sich erdreistet hatten nach Ersatz für die Absagen zu fragen....

Nach dieser sehr unschönen und höchst unprofessionellen Ansprache ging es dann im Set aber hochklassig mit Hits wie „Gates of Valhalla“, „Kill with Power“, „Army of Immortals“ weiter. In die Show wurde dann die Live-Premiere des neuen Songs „Die with Honor“ eingebunden. Die Single hatte man während des Tages schon als kostenloses „Give Away“ ins Volk gestreut. Warum allerdings „Warriors of the World“ seinen Weg auf die Setlist gefunden hat, sollte eines der ungelösten Rätsel bleiben. Bevor man die Fans schließlich entließ, wurde beim abschließenden „Bridge of Death“ mittels eines großartig inszenierten Feuer und Pyroinfernos an diesem ein letztes mal Arbeit richtig Stimmung erzeugt. Man muß den Kings of Metal attestieren, das sie trotz des unschönen verbalen Intermezzos an diesem Abend eine beeindruckende Leistung abgeliefert haben. (Blizzard)

Samstag, 12.07.2008:

Am nächsten Morgen war die Kernfrage, wie die Running Order denn nun aussehen mag, denn der Wegfall zweier Bands riss ein ca. vierstündiges Loch in die Running Order. Die Bierbecher, welche man mit der Running Order bedruckt hatte (ziemlich gute Idee übrigens), waren ja nun wertlos. Also auf zum Gelände, Informationen einholen. Man musste dann schon ziemlich genau suchen, bevor man verwertbare Informationen erhaschen konnte. Die aktuelle Running Order wurde nämlich kurzerhand auf DIN A 4 ausgedruckt, direkt in „Schritthöhe“ (!) vor die Wände des Fressstandes geklebt. Da dieser Stand der einzige Ort zur Nahrungsaufnahme in Sichtweite zur Bühne war, kam es doch zu einem ziemlichen Gedrängel. Der eine wollte essen, der nächste wollte einen aktuellen Plan.....

Wir kombinierten erstmal beides. Pommes, Bratwurst, Nackensteak oder Geflügel hieß der „frei zusammenstellbare“ Essensplan während der Drei Tage. Ach ja, auf dem Weg zum Gelände fanden wir, einsam hungrigen Mäulern harrend, ein mobiles Einsatzkommando von „Dinosaur Burger“, einer amerikanischen Burgerschmiede. Aber wirklich Vertrauens erweckend wirkte das schwarze Stück Tier das in einer Art Fass mit Klappe vor sich hin briet nicht, so das wir davon wieder Abstand nahmen. Einem derart knappen Angebot an Verpflegungsmöglichkeiten bin ich selbst auf dem kleinsten Festival noch nicht begegnet. Zur Verdeutlichung: Als Vegetarier hätte man drei Tage Pommes zur Ernährung gehabt....

OK, nach diesem Ausflug in die Welt der Kulinarischen „Genüsse“ zurück zur Tagesgestaltung: Der neue Zeitplan sah dann eine Verschiebung der Anfangszeiten um zwei Stunden vor, MAJESTY und HOLYHELL durften etwas länger auf der Bühne bleiben und mit KRYPTERIA hatte man kurzfristig noch eine Band ins Boot geholt die 30Minuten (??!!) zocken durfte. Schwacher Trost...
Ausserdem widerfuhr uns noch folgende Überraschung: Die vortags angekündigten BRAZEN ABOTT - dort kurzerhand durch BELOVED ENEMY ersetzt - spielen doch. Das letztendlich „nur“ die Slots getauscht wurden, wurde vortags mit keiner Silbe erwähnt. Das Resultat waren missmutige Fans, die auch für BRAZEN ABOTT ihre Kohle locker gemacht haben, und keinen Gegenwert erhalten haben. Wenn man den Auftritt am Samstag dann wegen unzureichender Infos verpasst, kann man den entstandenen Unmut nachvollziehen. Die Zettel an der Freßbude waren nämlich dank der überaus günstigen Postierung kurzerhand von Egomanen entfernt worden, oder Opfer des Geschiebes geworden. Leider ein symptomatisches Beispiel für die schlechte Informationspolitik während des gesamten Festivals! Das wirft die Frage auf – wenn schon keine Infotafeln vorhanden sind – warum der blonde Mann, der Bands ankündigen durfte nicht auch die für Fans relevanten Informationen weitergibt? Für uns begann der Tag dann mit der Liverperformance von MOB RULES. Die Jungs lieferten eine solide Show ab, allerdings ohne richtige Glanzpunkte setzen zu können. (Blizzard)


Heute bin ich natürlich ebenso wie alle anderen Festival-Besucher darauf gespannt, welchen Ersatz die Veranstalter aus dem Hut zaubern werden. Einige Wochen nach dem Festival ging das Gerücht durch die Szene, dass sich SABATON -die an dem Wochenende in Deutschland waren- spontan selbst angeboten hätten. Als ich die Tore am frühen Mittag passiere, lese ich dort auf der neuen Running Order zu meiner grossen Freude den Namen KRYPTERIA. Ich habe die Band auf der 2006er Wintertournee von SUBWAY TO SALLY kennengelernt und schon damals konnte mich ihr melodischer, leicht hymnischer Heavy Metal überzeugen. Trotz der frühen Stunde ist ordentlich was los vor der Bühne, als Ji-In und ihre Jungs mit „Sweet Revenge“ einsteigen. Eines kann man hier schon sagen: schade, schade, dass die Vier nur 30 Minuten Zeit bekommen haben. Die Mehrzahl der Zuschauer hätte sich mehr von KRYPTERIA gewünscht. Weiter geht es mit „Lost“ und dem schmissigen „Scream“, bevor man bei „Somebody Save Me“ erstmal durchatmen kann. Leider bleibt keine Zeit mehr für meinen Fave „The Night All Angels Cry“, aber KRYPTERIA ernten nach diesem Kurz-Gig ihren verdienten Applaus. Momentan arbeiten sie an einem neuen Album, man kann gespannt sein. (Armin)

Durch die Nähe zu MANOWAR gehören HOLYHELL quasi schon zum lebenden Inventar des Magic Circle Festivals. Maria Breon ist eine langjährige Bekannte von Joey de Maio und Rhino -muss man noch jemandem erzählen, dass er bei MANOWAR war- gerbt bei HOLYHELL die Felle. In der Folgezeit nutzen die Amerikaner die Gunst der Stunde, dass sich ihre Spielzeit verlängert hat. Mit „Resurrection“, „Eclipse“ und „Dream On“ steht zu Beginn Altbekanntes auf dem Programm. Es ist nicht zu übersehen, dass HOLYHELL ähnlich wie KRYPTERIA mittlerweile eine feste Fanbase haben, die auch auf so einem Festival die Band anfeuert. Es gibt auch zwei neue Songs, nämlich „Revelation B.C.“ und „Prophecy“ zu hören, die stilistisch genau in die Kerbe von der „Apocalypse“-MCD schlagen, was für das neue Album einiges erwarten lässt. Neben „Rising Force“ (YNGWIE MALMSTEEN), welches man schon letztes Jahr im Programm hatte, versuchen sich HOLYHELL zusätzlich respektabel an „Holy Diver“ von DIO. Dennoch fehlt mir „Phantom Of The Opera“, was durch das Duett mit Eric Adams ein Höhepunkt der letztjährigen Show war. Dennoch haben HOLYHELL einen gelungenen Set geliefert, der mit „Last Vision“ und „Apocylypse“ zünftig ausklingt. (Armin)

Anschließend mühte sich der Manowar Klon MAJESTY – jetzt ja Co-Headliner – redlich um die Gunst der Zuschauer. Oh, Verzeihung natürlich heißen sie METALFORCE. Unter diesem Namen firmiert das Kind von Tarek „Metal Son“ Maghary jetzt ja. Diese namentliche Neuorientierung hatte Tarek tags zuvor auf der Pressekonferenz bekannt gegeben und mit sofortiger Wirkung umgesetzt. Angeblich ist ihm dieser Name während einer Traumvision zugeflüstert worden (offizielles Statement dazu auf www.metalforce.de). MAJESTY oder METALFORCE hin oder her: Der Auftritt bekam zwar ein reges Interesse seitens der Fans, aber überzeugend war es nicht. „Heavy Metal Battlecry“ oder „Metal Law“ sind zwar brauchbare Songs, aber gezündet haben sie an diesem Tag nicht. Der ganze Ging wirkte reichlich fahrig und avancierte zu einer ziemlich blutleeren Show. So wird’s definitiv nix mit „...Bring Metal to the Stadiums....“. Da fieberte man lieber dem zweiten Auftritt von MANOWAR entgegen, bei dem die Alben vier bis sechs abgearbeitet wurden.

MANOWAR begannen dann natürlich wieder mit „Manowar“. Im Gegensatz zum Vortag hatte man die Setlist doch gehörig durcheinander gewürfelt, man bearbeitete das Material pointiert auf die Darbietung von „Crown and the Ring“. Unterbrochen wurde die wiederum starke Vorstellung MANOWARS durch die (doch noch) stattfindende Verlosung der Custom Bikes, und durch einen ziemlich peinlichen Heiratsantrag einer stattlichen Weiblichkeit. Barbusige Tänzerinnen umtanzten dann bei Pleasure Slave das gefesselte Objekt ihrer Begierde, wohl um seine Ernsthaftigkeit zu testen..... Abschließend ne Abkühlung durch Herrn de Maio, und die beiden wurden mit seinem Segen von der Bühne geschickt. In diesem Fall war das ansonsten absolut riesige und genauso überflüssige Fahnenmeer, das wie am Vortag absolut nervte und den Blick auf die Bühne nahezu versperrte, hilfreich... Außerdem gab Joey de Maio, nach seiner Dankesrede an alle wichtigen Leute, die groß angekündigte Überraschung preis: Auch 2009 wird es ein MAGIC CIRCLE FESTIVAL geben. Dann wird MANOWAR weltexklusiv den kompletten neuen Longplayer erstmals Live spielen. Darüber hinaus arbeitet man in Kooperation mit Fantasyautor Wolfgang Hohlbein (der auch persönlich auf der Bühne stand) an der Umsetzung des neuen Werkes in Buch, Film und Computerspiel Form!

Gut, das die Show derart viele Höhepunkte beinhaltete, so das man über solcherlei Dinge lächelnd hinwegschauen konnte. Stellvertretend seien hier „Kings of Metal“, „Thor (The Powerhead)“ , „Sign of the Hammer“ oder “Black Wind Fire and Steel” genannt. Vor dem Grande Finale gabs wie am Vorabend den Dopplepack „Warriors of the World / Die with Honor“. Das Finale selbst fiel bei „Crown and the Ring (Laments of the King)“ nicht so imposant wie am Vortag aus, konnte muskalisch aber trotzdem überzeugen, und bildete mit der Hilfe eines Chors einen schönen Schlusspunkt unter eine recht durchwachsene Veranstaltung.

Ein positives Fazit zu ziehen ist schwer, denn durch die Absagen von WHITESNAKE und DEF LEPPARD erlebte das Festival doch einige unschöne Situationen. Unzumutbar war für viele die Dusch-/ Wasserversorgung. „Ein Mini Duschareal und keinerlei Wassertanks“ bemängelten viele Besucher. Addiert man Probleme wie „Essen“, „Informationspolitik“, „unfähige Security“, ergibt sich ein sehr durchwachsenes Gesamtbild. Man muss den Veranstaltern durchaus zugestehen, das man auf diesem Sektor sicherlich Neuland betreten hat. Das MCF fand erst zum zweiten Mal statt, aber wenn man derart lautstark das beste Festival „nur für die Fans“ ankündigt muss man sich angesichts der gebotenen Leistung nicht über derartiges Feedback wundern. Als zusätzliches Beispiel: T-Shirt Preise von 30€ oder mehr sind definitiv nicht „nur für die Fans“. Und warum man bei den Besucherzahlen derart am Ziel vorbeischießt ist mir ein Rätsel. Die lokale Tageszeitung gibt mit ca. 12000 Besuchern eine realistische Zahl. Warum der Veranstalter 35000 Besucher angibt, bleibt dagegen im Verborgenen.
Ein Tiefschlag den man auch nicht vorenthalten darf, sich allerdings nach Beendigung des Festivals ereignete, war der Unfalltod eines Fans gegen fünf Uhr am frühen Sonntagmorgen.

Schlussendlich bleibt ein sehr durchwachsener Gesamteindruck, wobei man den Veranstaltern durchaus die Chance geben sollte es nächstes Jahr besser zu machen. Die Veranstaltung als solches ist jung und kann mit der Aufgabe wachsen, wenn man sich kritisch mit den gemachten Fehlern auseinandersetzt und diese systematisch aufarbeitet.

Wir haben uns per E-Mail um ein Statement des Veranstalters zu einigen Ereignissen und Ungereimtheiten bemüht, das uns dankenswerter Weise beantwortet zurückgesandt wurde und untenstehend kommentarlos angefügt ist:

1. Wieviel Besucher waren es diesmal wirklich?
35.000 an allen Tagen.

2. Whitesnake und Def Leppard sind gemeinsam zurückgetreten. Auf der
Def Leppard Homepage konnte man dies schon am Donnerstagnachmittag
lesen. (News Eintrag auf www.defleppard.com vom 10.Juli 2008; 03:11pm). Frei formuliert wegen "Vertraglicher Schwierigkeiten".
Dazu stellen sich folgende Fragen:

a) Was führte letztendlich wirklich dazu, dass beide Bands geschlossen zurückgetreten sind? - "Contractual Difficulties" ist sehr allgemein formuliert und lässt zuviel Spielraum für Interpretationen seitens der Besucher die gerne Klarheit hätten....
hierzu können wir zurzeit keinen Kommentar geben, weil das Thema bei den Anwälten liegt.

b) Warum wurden die Festivalbesucher aber erst gut 25h später über die
Absage informiert?
Die Richtigkeit der Absage musste geklärt werden bzw. wurde noch versucht die Schwierigkeiten zu beseitigen..

c) wie viel Karten wurden letztendlich zurück gegeben?
Die Rückläufe waren sehr gering. ca. 25 Personen haben Ihre kompletten Tickets zurückgegeben.

3. Die ungenügende Informationspolitik und diversen Verschiebungen in
der Running Order (nicht nur am Samstag) verursachten großen Unmut
unter den Anwesenden. Inwieweit gedenkt man diesen akuten Makel
zukünftig zu tilgen?
Wir geloben Besserung und werden zusätzliches Personal dafür abstellen.

4. Viele Leute beschwerten sich schon vor Ort über z.B.
a) schlecht informierte Security
b) monotone Essenauswahl
c) überforderte Bedienungen an Essen und Getränkeständen
um die wichtigsten zu nennen. Was könnt ihr zu diesen Vorwürfen sagen?
Wir werden alle Anmerkungen prüfen und entsprechend Verbesserungen für das nächste Jahr anstreben. (Blizzard)

Anhang: Manowar Setlists

Freitag:

Manowar
Death Tone
Metal Daze
Fast Taker
Shell Shock
Dark Avenger
William's Tale
Battle Hymn
Warlord
Secret Of Steel
Gloves Of Metal
Gates Of Valhalla
Hatred
Revelation
March For Revenge (By The Soldiers Of Death)
Blood Of My Enemies
Each Dawn I Die
Kill With Power
Hail To England
Army Of The Immortals
Black Arrows
Bridge Of Death

Samstag:
Manowar
All Men Play On Ten
Animals
Thor (The Powerhead)
Mountains
Sign Of The Hammer
The Oath
Thunderpick
Guyana (Cult Of The Damned)
Fighting The World
Blow Your Speakers
Carry On
Violence & Bloodshed
Defender
Drums Of Doom (Solo)
Holy War
Master Of Revenge
Black Wind, Fire & Steel
Wheels Of Fire
Sting Of The Bumblebee
Kings Of Metal
Pleasure Slave
The Warrior’s Prayer
Blood Of The Kings
Kingdom Come
Heart Of Steel
Hail & Kill
Die With Honor
Warriors Of The World United
The Crown And The Ring (Lament Of The Kings)

(Armin)

P.S. Fotos folgen noch!


Viele Grüsse an:

Iris (Focusion Promotion)


geschrieben am 31.08.2008   von Armin
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