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Queens Of Metal Festival in Kleinwenkheim am 19.-21.06.2008

Nach diversen Indoor-Veranstaltungen (Knockout Festival, Music X Treme Festival) ist das Queens Of Metal mein erstes Outdoor-Event in diesem Jahr und auch im weiteren Sinne eine Premiere, da es mich bisher noch nicht ins beschauliche Kleinwenkheim verschlagen hat. Als wir am Freitag Mittag nach relaxter Fahrt durch die Rhön mit vier Leuten das Gelände erreichen ist der Campingplatz schon gut belegt. Am morgigen Samstag wird man ihn gar wegen Überfüllung schliessen müssen, so gross ist die Nachfrage in diesem Jahr.

Freitag, 20.06.2008

Nachdem wir unser Zelt aufgebaut, einige Bekannte getroffen und diverse Bierchen verköstigt haben, erreiche ich das idyllisch in einem Waldstück gelegene Bühnengelände am späten Nachmittag.
So gerade bekomme ich noch die letzten zwei Songs von PERZONAL WAR mit. Die Jungs spielen flotten Thrash Metal und mein Eindruck von ihnen in der kurzen Zeit war absolut okay.
Nach der Hälfte des LENG TCH´E-Sets, die mit ihrem groovigen Grindcore-Gebräu für die ersten lauteren Reaktionen im Publikum sorgen, verkrümele ich mich erstmal wieder in Richtung Zelt zum Abendessen.
VAN CANTO sind auf einem Metal-Festival schon bemerkenswert, denn ausser einem Drumkit gibt es in dieser Formation kein anderes Instrument. Dafür aber vier Sänger plus eine Sängerin, die mit ihren Stimmbändern nicht nur die Vocals singen, sondern auch die fehlenden Bass und Gitarre täuschend echt nachahmen. Coole Aktion insgesamt! Stücke von METALLICA oder NIGHTWISH klingen in diesem Kontext wirklich klasse.

So langsam steht der erste Höhepunkt des Abends ins Haus oder vielmehr eine Band, auf die ich mich gefreut habe. Die Rede ist von SABATON, die mir zum ersten Mal auf der 2006er EDGUY-Tournee auch Interview-technisch begegnet sind. Seit 2005 haben sie fleissig fast jedes Jahr ein neues Album herausgebracht, so dass ihre Gefolgschaft mittlerweile recht gross und auch heute in anständiger Anzahl vertreten ist. Alte Klassiker vom Debüt wie „Primo Victoria“ oder „Panzer Bataillon“ werden von den Anwesenden begeistert bejubelt. Vor dem Hintergrund ihres symphonischen Power Metals zieht sich die Kriegsthematik in Form von „Nuclear Attack“ und dem nagelneuen Song „Ghost Division“ weiter wie ein roter Faden durch die Setlist. Insgesamt ein starker Auftritt der fünf Schweden, die am Ende mit lautem Applaus verabschiedet werden. Ich werde sie mir sicher im Oktober wieder ansehen, wenn sie mit den GRAILKNIGHTS auf Tournee sind, denn die habe ich vorhin leider verpasst.

Nach diesen vergleichsweise melodischen Tönen steht mit den Amis DYING FETUS eine weitere Knüppel-aus-dem-Sack-Combo in den Startlöchern. Und selbiger wird in den folgenden 70 Minuten mehr als ausgiebig geschwungen. Ihr grindiger Death Metal rollt wie eine unbarmherzige Walze in Form von Blastgewittern und Midtempo-Attacken über die Fans hinweg. Durch diese Flexibilität wird das Ganze auch nie langweilig. Genau kann ich es nicht mehr sagen, aber ich meine „One Shot One Kill“, „Raping The System“ und „Fate Of The Condemned“ erkannt zu haben. Aber unabhängig von einzelnen Songtiteln, DYING FETUS haben vollauf überzeugt und waren mit ihrer Performance der passende Gegenpart zum Headliner.

Was soll man noch grossartig zu KORPIKLAANI schreiben, ohne reflexartig in die omnipräsenten Lobeshymnen einstimmen zu müssen? Tatsache ist, dass die fröhlichen Finnen ihre Schublade und ihre Fans gefunden haben, die sie auch heute Abend begeistern konnten. In Anlehnung an meine Ausführungen zu DYING FETUS wird die Stimmung ab 23.40 Uhr auf den Kopf gestellt. Nun dominieren flotte Humppa-Weisen, gekleidet in schmissige Metal-Rhythmen. Violine, Flöte und Akkordeon sorgen zudem für die folkigen Elemente. Egal ob sie finnisch oder englisch singen, vor der Bühne tobt eine ordentliche Party. Kein Wunder, wenn man Kracher wie „Beer Beer“ oder „Happy Little Boozer“ im Gepäck hat. Weiter geht’s mit „Wooden Pints“, „Let’s Drink“ und „Hunting Song“, bis sie um 01.00 Uhr eine ausgepumpte, aber zufriedene Meute zurücklassen können. Unser ex-Kollege Barbar war ebenso begeistert wie ich.


Samstag, 21.06.2008

Bedingt durch die leicht ausgeuferten Festivitäten der letzten Nacht lenke ich erst nach dem Mittagessen pünktlich zu FLESHLESS meine Schritte wieder langsam in Richtung Bühne. Heute ist auch unser ex-Kollege Warmaster am Start, so dass wir Drei uns erstmal in Richtung Backstage zurückziehen, um in Ruhe ein Bierchen zu zischen und ihn auf den aktuellen Stand zu bringen. Derweil machen die Tschechen vorne ihre Sache richtig gut. Die Jungs um Frontmann Vladimir metzeln sich ohne Rücksicht auf Verluste durch 35 Minuten garstigen Grind Death. Songs wie „The Final Cut“ oder „To Kill For Skin“ kommen durch den teilweise Frosch-artigen Gesang (?) von Vladimir ziemlich fies daher. Vom aktuellen Album gibt es „DFlesh“, „Carnal Playground“ und „Hate Is Born“ auf die Ohren, sofern ich das richtig verstanden habe.
Im Anschluss daran bieten die fränkischen RUNAMOK lockeren, melodischen Thrash Metal a la ANNIHILATOR feil, was ich aber nur mit einem Ohr mitgekriegt habe, da ich mit einem Mitglied der GRAILKNIGHTS und einem Internetradio-Macher ins Gespräch gekommen bin.
HATRED habe ich heute ebenso verpasst wie später HATESPHERE, aber die für ILLDISPOSED eingesprungenen Landsleute werde ich mir auf dem Eisenwahn Festival garantiert anschauen, versprochen!

Zu END OF GREEN zieht es mich dann wieder zur Bühne. Bisher kannte ich die Düstermänner nur von kleineren Club-Auftritten. Von daher war ich gespannt, wie die atmosphärisch überaus vielschichtigen Songs auf einem Festival rüberkommen würden, zumal es noch taghell war. Ja, und was soll ich sagen? Die Mischung aus Melancholie und massiven Gitarrenwänden verfehlt auch hier nicht ihre Wirkung. Michelle Darkness hat das Publikum sofort im Griff. Er klagt, weint, badet sich in tiefsten Depressionen um eine Sekunde später wieder super-aggressiv diesen Eindruck hinwegzuwischen wie eine lästige Fliege. Neben altbekannten Songs wie „Dead End Hero“ oder „Speed My Drug“ wird mit „Kill Honey“ auch ein Titel vom neuen Album gespielt, das drei Jahre nach „Dead End Dreaming“ Mitte August erscheinen wird. Insgesamt ein klasse Auftritt von END OF GREEN, die mit donnerndem Applaus in den Feierabend entlassen werden.

Klassischer Schweden Death Metal der alten Prägung muss nicht zwangsläufig aus Skandinavien kommen. Die deutschen FLESHCRAWL beackern diese Parzelle konstant seit 1987. Somit ist die Setlist bunt gestaltet und deckt die ganze Schaffensperiode der Band ab. Angefangen bei „As Blood Rains From The Sky“, über „Soulskinner“ und „Beneath A dying Sin“ wird der Bogen mit „Flescult“ zur Gegenwart geschlagen. Nach 45 kurzweiligen Minuten machen FLESHCRAWL Platz für ein Comeback.

Die britischen ONSLAUGHT sind schon sehr lange im Geschäft. Nach einer zehnjährigen Pause sind sie 2006 mit dem Album „Killing Peace“ zurückgekommen. Es bietet wie immer Thrash Metal a la Bay Area, ohne dabei irgendwie angestaubt zu wirken. Im Gegenteil, alte Songs wie „Angels Of Death“ klingen heute noch taufrisch und werden ebenso freudig zur Kenntnis genommen wie neues Material. Auch zu „Killing Peace“ und „Twisted Jesus“ werden ordentlich die Mähnen geschüttelt. Starke Show, beide Daumen hoch für ONSLAUGHT!

Nun folgt der eigentliche Headliner, denn BRAINSTORM entfachen mehr Reaktionen im Publikum als es zu fortgeschrittener Stunde KNORKATOR vermögen. Ihr thrashiger Power Metal funktioniert heute Abend wirklich hervorragend. Die Jungs spielen 70 Minuten druckvoll nach vorne, ohne dabei die Melodien zu vernachlässigen. Mit dem Opener „Falling Spiral Down“ vom neuen Album treffen sie gleich den Nerv der Fans. Genauso lautstark werden „Fire Walk With Me“ und „End In Sorrow“ gefeiert. Ältere Tracks wie „Painside” und „Shadowland” können ebenfalls punkten. Sänger Andy B. Franck sucht nicht nur ständig den Kontakt zu den Fans, sondern surft noch gleich über die vorderen zehn Reihen. Auch hier: Super Auftritt.

Die Spassvögel KNORKATOR leiden etwas unter der Tatsache, dass nach BRAINSTORM erstmal recht viele Fans zurück zum Campingplatz gegangen sind, um letzte Vorbereitungen für die nächtliche Heimreise zu treffen. Davon lassen sich die Berliner aber nicht entmutigen und spulen routiniert ihr Programm herunter, dass sie fast deckungsgleich auf der 2007er Tournee geboten haben. Leider fehlen heute Abend Songs wie „Ick wern zum Schwein“ oder „Ich lass mich klonen“, aber Altbekanntes a la „Alter Mann“, „Geld“, „An meine Fans“ und „Geschlechtsverkehr“ entschädigen die Fans dann doch ausreichend. Leider ist aufgrund der Absperrung eine Interaktion mit dem Publikum, wie sie die Knorkis bei Clubshows zelebrieren, hier nicht möglich, so dass auf diese Weise einige Lacher flöten gehen. Egal, spätestens bei „Wir werden alle sterben“ schlägt bei mir so langsam aber sicher eine bleierne Müdigkeit durch, die aber nichts mit den Knorkis zu tun hat, so dass ich mich zwanzig Minuten vor dem Ende zu unserer Schlafstatt trolle. Ein kühles Bierchen noch mit den Kumpels und Freundinnen, erste Sachen für die morgige Heimfahrt zusammenpacken und dann geht’s ab in die Heia.

Fazit:

Vielen Dank an die Organisatoren, die für wenig Geld ein tolles Programm auf die Beine gestellt haben. Das gute Wetter, das uns allen durchgängigen Sonnenschein bescherte, hat sicher sein Übriges zum Gelingen dieses Wochenendes beigetragen. Freundliches Personal, lässige Securities und ein vielfältiges Angebot an Speis und Trank zu fairen Preisen runden diesen Eindruck ab. Nächstes Jahr gerne wieder!



Viele Grüsse an:

Lisa, Matze (Queens Of Metal Team)
Barbar, Warmaster (Dann bis zum Eisenwahn, Leute!)



geschrieben am 09.07.2008   von Armin
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