Chris Eckman, Chris Brokaw & Hugo Race als Dirtmusic gastieren in Hannover, das kann man sich nicht entgehen lassen. Vor allem, wenn das Debüt des Projektes so gut ausgefallen ist ( Review ). Und siehe da, die Jungs schaffen es wirklich diese besondere melancholisch-elektroakustische Atmosphäre auf das Publikum zu übertragen.
Leider wurden bloß ca. 50 zahlende Gäste an diesem Abend Zeuge dieser Darbietung. Zur Einlasszeit, gegen 21 Uhr waren es gerade mal zehn Personen, die sich in die Glocksee aufgemacht haben. Kein Wunder, dass die Herren erst zwanzig Minuten vor elf angefangen haben, ihre gut 90-minütige Show (Nettospielzeit) zu präsentieren.
Songs wie u.a. „Summer days“, „The Other Side“ oder „Wasted on” wurden detailgetreu, gefühlvoll als auch kraftvoll umgesetzt. So unterschiedlich auch die jeweiligen Stile der Musiker aus ihren Hauptbands sind, um so „eingespielter“ wirkten sie an diesem Abend. Filigran und intensiv konzentriert waren die Herren bei der Sache, ohne dabei auch mal den Humor aus den Augen zu verlieren. Charismatische Jungs eben.
Ob man das Ganze nun als balladeske Folk-, Independent Rock- oder gar desert-country Musik bezeichnet, spielt bei einer solchen Show nun wirklich keine Rolle. Es ist Kunst, Schluss aus! Es zählt eben wie professionell diese Herren zu Werke gehen und ihre Instrumente behrschen als auch eben harmonieren. „Wie ein Schweizer Uhrwerk“, würde jetzt einer meiner Freunde sagen.
Selbst die dritte Zugabe (Coversong), hatte dem Publikum nicht gereicht und es tat irgendwie nicht wirklich gut, Dirtmusic von der Bühne gehen zu lassen. Doch irgendwann ist jede Show mal vorbei und die Jungs mussten ja auch mal ihr Merchandise loswerden, bei dem sie u.a. ihrer Livescheibe „In the desert“ und sogar die neue Hugo Race & The True Spirit als Vinyl angeboten hatten. Wer also noch Gelegnheit bekommt die Jungs auf Tour zu erwischen, sollte ein etwas mehr Kohle einstecken.
Fannähe scheint bei diesen Herren auch noch eine Bedeutung zu haben, da sie sich unmittelbar nach der Show Fragen und Antworten der Fans gestellt hatten.
...bevor meine persönliche Abschlussbemerkung loswerde, möchte ich an dieser die Statements einiger Besucher preisgeben:
Gaby S. aus Braunschweig meinte: "Gänsehaut pur; es hätte noch viel
länger so weitergehen können, obwohl ich deren CD vor dem Konzert gar nicht richtig kannte".
Frank K. ebenfalls aus Braunschweig: "Ich hatte mich schon im Vorfeld monatelang vor der VÖ auf die CD gefreut. Hugo Race ist nun mal klasse und auch die Walkabouts haben viele geile Alben veröffentlicht,.....was sollte also schief gehen. Als ich die CD das erste Mal hörte, war ich etwas enttäuscht, besonders von der Coverversion "Morning Dew", da gibt es wesentlich bessere wie z.B. die der Einstürzenden Neubauten. Seit dem Konzert höre ich die CD mit ganz anderen Ohren, d.h. ich war/bin begeistert. Drei Musiker die perfekt miteinander harmonierten, keiner hob sich hervor, sie bildeten eine Einheit, die von der filigranen Gitarrenarbeit jedes Einzelnen lebte. Ich kam mit gemischten Gefühlen zu dem Konzert und ging als großer Fan von "DirtMusic". "
Mein Fazit: Man hat während der Show das Zeitgefühl verloren. Diese gut 90 Minuten Vorstellung kam einem vor, wie grad mal geschätzte halbe Stunde. Dieser Satz sagt somit schon so einiges aus, wie gut dieser Abend verlaufen ist, vor allem wenn man weiß, dass es sich nun mal um eher die ruhigere Art der Musik handelt.
Setlist:
The Returning
Erica Moody
Summer Days
The other Side
Sun City Casino
Still running
New cal
Mayflies
Ready for
Face of Evil
Wasted on
Panther hunting
Ballad of a Dream
Morning dew
+ Zugaben 3 Songs
weitere Tourtermine:
06.Mai.2008 - Scheune, Dresden
07.Mai.2008 - Cafe Zapata, Berlin
08.Mai.2008 - Knust, Hamburg
09.Mai.2008 - Loppen, Copenhagen
10.Mai.2008 - Garage, Oslo
geschrieben am 05.05.2008 von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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