561 Besucher Online
 
Statistik für November 2012
Visits: 395416
PageImpressions: 2457987
Statistik und Mediadaten



 
 
Liveberichte (781) alphabetisch:         0..9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

With Full Force Xiv in Flugplatz Roitzschjora in Löbnitz am 29.06.2007
Galerie With Full Force XIV zum Livereview anschauen!
Galerie With Full Force XIV - 2007 zum Livereview anschauen!

Über zwei Monate sind schon vergangen, seit auf dem Flughafen Roitzschjora hardcoremäßig die Metalkuh geflogen ist. Von diesen schönen Tagen wollen wir nun rückblickend berichten. Am Donnerstag, den 29. Juni kamen wir, Sonderberichtserstatter Hoogi und Metalglorys Chicken, endlich auf dem Festivalgelände an und scheckten hochwichtig im V.I.P. Campingbereich ein. Unsere Freunde vom letzten Jahr hatten schon eine gemütliche Grill-/Pavillon Ecke eingerichtet und uns noch einen Zeltplatz freigehalten. Kurz vor unserer problemlosen Ankunft hatte es wohl kräftig gestürmt und geregnet, aber von diesem Zeitpunkt an sollte es nur noch einmal leicht nieseln. Das WFF stand unter einem exzellenten Wetterstern; es blieb die ganze Zeit trocken, und es wurde nicht zu heiß, so dass uns allen das Staubschlucken des letzten Jahres erspart blieb. Donnerstag hieß es vorglühen und die Vorfreude genießen.

Freitag, 30. Juni
Als erste Band gaben wir uns nachmittags im Zelt Zuul FX, und die Franzosen konnten nicht nur bei uns mit ihrer engagierten Show punkten. Sie fuhren ein mächtig aggressives Metalbrett auf, irgendwo in der Schnittmenge von Fear Factory und Machine Head. Am meisten räumten sie aber mit einem geilen Cover ab, nämlich “Demanufacture“, obwohl sie es gar nicht nötig gehabt hätten sich hinter einer Fremdkomposition zu verstecken. Daumen hoch für Zuul FX.
Am frühen Abend schlug dann die Stunde von Brujeria, die zum aller ersten Mal ihre Drogen- und Gewaltfantasien auf einem europäischen Festival vertonten. Die Musiker kamen alle in Kostümen getarnt auf die Bühne. Es war aber ein offenes Geheimnis, dass sich unter dem Cowboyhut des Bassisten Jeff Walker verbarg, und Shane Embury, an der Gitarre!, könnte sich ohne Kopfrasur und Bauchweggürtel sowieso nicht tarnen. Die Bandidos kamen mit zwei “Sängern“ daher und spielten sich nach eher verhaltenen Beginn im Laufe ihres Gigs immer wärmer. Musikalisch ging es eher simpel zur Sache und sie waren auch lange nicht so heftig, wie zuvor gedacht. Die beiden Frontmänner haben weder gesungen noch gegrunzt sondern eigentlich nur herumgebrüllt. Aber im Kontext zu ihrem Aufzug – unter anderem hat einer von ihnen mit einer schön schartigen Gore-Machete herumgefuchtelt – entfalteten sie einen ganz eigenen Charme, und teilweise waren ihre Nummern sogar mitgrölkompatibel. Unterm Strich hat dieser besondere Auftritt wirklich Spaß gemacht, auch und v. a. wegen ihrer witzigen Herumblödelein (wollen wir mal hoffen, dass die “Mexico ich enthaupte dich und dreh mir einen Joint aus deinen haaren Attitüde“ nicht ernst gemeint war).
Kurz danach luden Cannibal Corpse zum Schlachtfest, konnten uns aber mal wieder nicht richtig überzeugen. Sie sind irgendwie zu verkopft, zu steril, zu wenig Rock’n’Roll und zu monoton. Trotzdem gibt es wohl keine andere Combo auf diesem Planeten, die auf der Bühne mehr die Rübe kreisen lässt, und ihre Hardcorefans waren nach dem Auftritt natürlich trotzdem zufrieden.
Dann war Headliner Time mit Korn angesagt. Vor der Bühne war es kackenvoll. Korn spielten einen Supergig, der auch “echten“ Metalhasen wie uns so einigen Respekt entlockte. Die Menge tobte nicht schlecht, doch leider waren wir einen Großteil des Gigs damit beschäftigt einer nur noch grunzenden und sabbernden Alkoholleiche beizustehen, die sich halbnackt im Dreck wälzte und dabei alle Habseligkeiten wie Pfandbecher, Festivalshirt und Portemonnaie in der Gegend verteilte. Zum Dank für unsere Beihilfe trat und beschimpfte er uns, und als allergrößtes Leckerli gewährte er uns einen tiefen Einblick in seinen Enddarmbereich, den er großzügig mit beiden Händen für uns freisperrte. Der Korn Gig war also cool.
Danach war Knüppelnacht im Zelt angesagt. Leider Satans hatten Satyricon die süße blonde Opfer-Nixe Monica Bråten nicht mit nach Deutschland gebracht, aber der Auftritt avancierte trotzdem zu einem Highlight des Festivals. Die Jungs zockten sich durch ihre Bandgeschichte, wobei so einiges an neueren Zeugs gespielt wurde. Das schöne dabei war, dass sie einfach eine verflucht geile Heavy Metal Show ohne Schickimicki und affektivem Gehabe abgezogen haben; atmosphärisch und schön. DAS ist echter Metal Spirit. Und bei “Mother North“ sahen wir Moni dann wenigstens in unserer Fantasie tanzen.
Die Nacht ging voran und bei Rotten Sound holte sich Chicken dann noch eine Portion Deathgrind ab, die sich gewaschen hatte. Die Finnen rockten und groovten wie Hölle. Sie hatten einen richtig guten Sound und spielten schön präzise. Der Drummer war ein Tier vor dem dunklen Herrn. Das hatte Napalm Death Niveau! Noch ein Highlight des Festivals.
Das war es dann für den Freitag. Vomitory waren eher breiig und langweilig und luden ein zum schlafen gehen. Das bedeutete gleichzeitig das Aus für die nachgerückten Pungent Stench, die die Knüppelnacht beendeten.

Samstag, 31. Juli

Als aller erstes hat Hoogi nach dem Aufstehen bewiesen, dass er nicht in der Lage ist unbeschadet selbständig mal eben ein Ei wegzubringen. Beim wagemutigen Zwei-Stufen Sprung vom Toilettencontainer trifft er ein Erdkuhle und dehnt sich schön ein paar Bänder. Das Ei trug er dann am Knöchel, und einen kurzen Krankenhausaufenthalt später, war er mit Krücken und Schiene bewaffnet wieder am metallischen Start.
Eigentlich sollte unser musikalischer Samstag mit Dagoba beginnen, die aber leider nicht auftauchten, weswegen wir uns dann den ersten ordentlichen Arschtritt von Benediction abholen wollten. Leider sagten uns die Briten mit ihrem Old School Death Metal überhaupt nicht zu. Sie produzierten viel zu viel Brei; Präzision ist was anderes. Diversen Fans der Band war das egal und sie feierten, aber wir traten enttäuscht den Rückzug an.
Sehr cool dagegen waren allerdings Walls Of Jericho, die ohne Ende Alarm machten. Ohne Verschnaufpause jagte eine Moschriff das nächste, und die übertätowierte Frontsau Candace Kucsulain machte ihren Ruf als alles niederbrüllende Stahlamazone alle Ehre. Neben Slayer entfachten Walls Of Jericho das höchste Energielevel des Festivals (ähm, zumindest was die Auswahl unserer miterlebter Gigs betrifft).
Bei Sick Of It All war natürlich auch richtig Rummel angesagt. Überall wurde getanzt, gepogt und geslamt; Todeswand stand selbstredend auch auf der Agenda. Schade nur, dass ich (Eurer Chicken) überhaupt gar nichts mit der Combo anzufangen wusste. Man waren die sperrig und langweilig. Was für ein belangloser Gesang. Na ja, halt nicht meine Baustelle.
Die Kinder Bodoms mussten ohne uns klarkommen, weil Hoogi etwas fußlahm war und niemand bereit war Chicken für’s Kommen zu bezahlen. Dafür waren wir fit für Knorkator, die pünktlich nach dem 24 Uhr Feuerwerk (bunt, toll) im Zelt das Saturday Night Fever einläuteten. Goile Show. Akrobatisch akkurat. Witzig spritzig. Knorkator sind eine Spaßkombo mit Niveau. Die Musik ist anspruchsvoll, und ihre Texte und Ansagen sind intelligent. Auf der Bühne wurde wie immer viel geboten. Ein rappelvolles Zelt feierte die Band verdienter Maßen ab. Highlight war der Abschlusssong “Weg nach Unten“, bei dem die Band ein kleines Twin Tower Schauspiel aufführte; eine wirklich überzeugende Darbietung.
Danach begeisterte Mambo Kurt traditionsgemäß im V.I.P. Zelt des Backstagebereichs. Internationaler kann man keine Polonaise tanzen.
Um 3:00 Uhr in der Früh beendeten Moonsorrow den Samstag, und alle, die atmosphärischen Heavy Metal mögen, sollten sich unbedingt mal mit den Finnen auseinandersetzen. Ihr Pagan Metal ist einfach traumhaft und leicht psychedelisch angehaucht. Zudem sind sie Live eine Macht.

Sonntag, 01. Juli

Kacke, was waren wir im Arsch. Vor allem Hoogi mit seinem Füßchen. Kein Wunder, dass wir erst wieder um 17 Uhr einsatzbereit waren. Der Besuch bei The Bones hat sich aber gelohnt. Die schwedischen Boys sind eine der wenigen zeitgenössischen Rotzrockbands, die wirklich abzurocken wissen. The Bones waren tight und mitreißend, was nicht nur wir so fanden. Für diese Uhrzeit haben sie die Hauptbühne sehr ordentlich beschallt.
Und dann endlich der Headliner des WFF. Die Kassierer vernichten mit ihren talentlosen grenzdebilen antimusikalischen Vaginalhymnen die Zeltbühne. Alles tanzt und lacht und freut sich über Wölfis fetten Körper und “Riesen“ Pimmel. Definitiv nichts für Gourmets und Grundschüler.
Slayoooooooooooooir kamen, sahen und ihr wisst schon. Die Könige des Thrashs verteidigten ganz beiläufig ihren Thron auf imponierende Weise. Ganz ohne verbales Anheizen brachten sie das Publikum auf gewaltige Touren. Hit reihte sich an Hit. Selbst Beinpein Hoogi schwang’s kranke Füßerl im schnellen Metzeltakte. Der Sound war endgeil, die Band souverän ohne Ende. Slayer werden nie langweilig und bestätigen ihre regelmäßige Headliner Stellung.
Roitzschjora, der Pegel stimmt, also auf nach Onkel Tom. Waren er und die seinen nüchtern, oder wir einfach nur zu breit? Jedenfalls erlebten wir eine astrareine Säufershow, die auch noch sauber runtergespielt wurde. Im Zelt fanden sich große Scharen, die sich nicht zu fein waren sich zu traditionellem deutschen Liedgut jede Blöße zu geben. Kein Bier auf Hawaii, aber im Zelt; jawoll! Und mit Krücken kann man ganz tolle umgedrehte Kreuze formen.
Im Vollsuff also zu Turisas. Die Typen sind ziemlich durch, wissen die Party aber gut anzuschüren. Ihre fellbekleidete Pagan Metal Polka geht ins Blut. Wirklich kein Wunder, dass die sich gerade auf einem Siegeszug durch die ganze Szene befinden.
Einbein Hoogi drückte doch glatte eine Träne weg, weil Crematory nun doch nicht auftreten sollten, aber The Vision Bleak sind sowieso und überhaupt viel geiler, und ihr Horror Metal war echt nicht von schlechten Eltern. Den Stil den sie auf Platte pflegen können sie livehaftig leider nicht ganz bestätigen (etwas zu ruppiges Auftreten/Ansagen und fehlende Genauigkeit im Spiel), aber es reichte trotzdem ganz locker den letzten noch verharrenden Gestalten Schmackhaftes zu kredenzen. Diese Band wird noch ihren Weg machen. The Vision Bleak spielen Gothic Rock fernab des Kitsches, den die meisten der Genrekollegen so verzapfen.
Schmackhaft, schmecken, geschmeckt hat uns auch der finale Cocktail an der Bar hinten im Zelt. An der stand auch Tonkel Om, der sich von einem Fan - so richtig die Kimme leckend - huldigen ließ. Ganz besonders gefreut hat ihn bestimmt auch der Kommentar von Chickie, welcher ihm doch glatt bescheinigte, zuhause ein paar Scheiben von ihm rumstehen zu haben mit “ein paar ganz coole Liedern“ drauf.
Für die fortgeschrittene Zeit waren Pain noch erstaunlich gut in der Lage, die letzten Endzeit-Krieger aus den Zelten oder aus was auch immer für Löchern heraus ins Partyzelt zu locken, um bei einem tollen Festival gebührend den Vorhang fallen zu lassen.

WFF XIV Fazit von Hoogi:
Hm .. also ich persönlich steh eher auf Wacken, aber das WFF ist eine sehr brauchbare Alternative. Wenn nicht immer diese ausgetickten Hardcore-Freaks wären, die meinen, sich die Nasenbeine zu zertrümmern und diverse Knochen zu brechen wäre total true und cool .. glücklicherweise bilden diese Leute die Ausnahme. Des weiteren möchte ich mich für die hingebungsvolle Betreuung durch die Sanis bedanken, die (leider und absolut nicht selbstverschuldet) selbst keinen Plan hatten, dafür aber das absolut beste daraus gemacht haben. Und Leute, wenn ihr unterwegs seid .. achtet auf diese fiesen Tretlöcher.

WFF XIV Fazit Chicken:
Das WFF war eines der schönsten Wochenenden des Jahres. Faire Preise, gute Organisation und viele geile Bands ergeben eine runde Geschichte, Ich liebe die große Zeltbühne, da sie bei ordentlicher Größe einen würdigen Rahmen bietet, denn auf den ganz großen Open Air Bühnen sind viele Bands einfach überfordert. Im Zelt ist fast immer Stimmung.
Und ganz generell gilt: Das WFF ist nicht nur für alle die ihre Eier korrekt abzustoßen wissen, eine perfekte Geschichte. Bis nächstes Jahr.










geschrieben am 21.09.2007   von Chickenfires
(NEU!!!!)Über den Artikel diskutieren:
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:

musikalischer Background des Verfassers
Hauptsächlich Metal und 60er/70er Jahre Rock. Daneben alles Mögliche (z.B. EBM, Soundtracks, Folk, diversen Jazz Kram & Krautrock) und manches Unmögliche (z.B. Aqua, Madonna, Torfrock, Björk & Doris Day).
X   Aktuelle Top6
1. Alestorm "Leviathan"
2. Grave Digger "Ballads Of A Hangman"
3. Saxon "Into The Labyrinth"
4. Band Of Horses "Cease To Begin"
5. AC/DV "Black Ice"
6. Opeth "Watershed"
X   Alltime-Klassix Top6
1. Rush "Grace Under Pressure"
2. Böhse Onkelz "Adios"
3. ELP "Brainsalad Surgery"
4. The Fair Sex "Bite Release Bite"
5. Scooter "Encore The Whole Story"
6. Chroma Key "Dead Air For Radios"

[ Seit dem 21.09.07 wurde der Artikel 3796 mal gelesen ]
Einloggen bei myGlory
  Benutzername:
  Passwort:
Auto-Login
  Noch kein Account?! Anmelden!
Die aktuelle Umfrage:
Welchen Metal-Stil favorisierst Du?
  Black Metal
  Death Metal
  Gothic (Metal)
  Doom Metal
  Hard Rock
  Hauptsache Core
  Nu Metal
  Power Metal
  Progressive (Metal)
  Thrash Metal
Um selbst abzustimmen bitte einloggen!
Die neuesten Reviews:
Negator Gates to the Pantheon
Whitesnake Little Box‘O’ Snakes - The Sunburst Years 1978-82
Blue Öyster Cult Setlist: The Very Best Of Live
Molly Hatchet Setlist: The Very Best Of Live
V.A. All My Friends: A Tribute To Jane
Schattenkrieger Saga: The Shadow Cabal
Antigama Meteor
Zero Reset Closed In A Box
Larceny My Fall
Dark Sermon In Tongues
Die neuesten Interviews:
Monarque - 19.06.2013
Mumakil - 19.06.2013
Negator - 19.06.2013
Steak Number Eight - 28.05.2013
Powerworld - 26.05.2013
Die neuesten Artikel:
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
Metalforum Osthessen e.V. sucht Bands für Konzerte - 26.10.2010
Verlosung - 26.10.2010
KONZERTERLEBNISSE - 12.08.2010
Peter Steele - ein Rückblick auf sein musikalisches Vermächtnis - 21.04.2010
Die neuesten Live-Berichte:
Break The Ground - Festival 2013 - 14.06.2013
Vorbericht zum Eisenwahn Festival 2013 - 04.06.2013
Dungeon Rocks - Encounter - Release Party - 03.06.2013
Die neuesten Live-Vorberichte:
Vorbericht: Nick Cave & The Bad Seeds - 04.06.2013
Vorbericht: M´era Luna Festival 2013 - 31.05.2013
Vorbericht: Metal Hammer Paradise 2013 - 22.05.2013
Die neuesten Galerien:
Break The Ground - Festival 2013 - 14.06.2013
Stratovarius im Rosenhof, Osnabrück - 15.04.2013
Matt " Gonzo " Röhr -Osnabrück- 2013 - 01.04.2013
Die neuesten Links:
Second Roses Online Shop Frankfurt
Morgzine - An Independent Brutal Death/grind Fanzi
Deadwebzine - Extreme Metal Guide And Metal Web Pr
All Metal Lyrics
All Metal Videos

© 2004 Metalglory.de - Alle Rechte vorbehalten   |   Haftungsausschluss   |   Impressum   |   Statistiken   |   Werbung   |   Version 5.1.8