Faszination Kuvezin – Faszination Yat-Kha!
Egal ob man das musikalische Schaffen der Herren aus Tuwa nun als Kunst, äußert originellen Folk-Rock, Weltmusik oder als Treffen zwischen Moderne und Tradition sieht: Es ist Musik, die im wahrsten Sinne des Wortes bewegt und eine fast magische Ausstrahlung besitzt. Natürlich nur, wenn man in der Lage ist den Blick auch mal über den Tellerrand zu werfen und seinen Geist für die etwas andere Art der Klänge öffnen kann. Das mag für den ordinären Metaller, der in planlosem und ständig wiederkehrenden Gebolze das Allheilmittel sieht eine schier unüberwindliche Aufgabe sein. Doch zumindest fand sich der eine oder andere Langhaarige an diesem kutten- und nietenfreien Abend ein. Viel war leider nicht los. Gerade einmal (großzügig geschätzte) 35 Leute fanden den Weg in die Brotfabrik in Frankfurt. Gründe für den mageren Zulauf mag es viele geben. Der Eintritt war mit 16 Euro deutlich überzogen. Auf der anderen Seite wundere ich mich dann immer wieder, wenn ein vielfaches dieses Preises für so ein Kasperletheater wie Metallica ausgegeben wird. Zum anderen hat die selbsternannte Europastadt in Bezug auf Musik eine besonders eigenartige Klientel.
Nun ja, zurück zu unseren Freunden aus Tuwa: An der Klasse der Band darf der karge Zulauf nicht liegen. Eine Bühnenshow im eigentlichen Sinne gibt es nicht und bedarf es auch nicht. Die durch und durch sympathischen Musiker standen bzw. saßen auf der Bühne und fokussierten die volle Konzentration der Zuschauer auf die Musik mit ihrer fesselnden Aura. Dabei spielt es erstaunlicherweise keine Rolle, dass die Stücke für unsere Ohren bisweilen sehr wirre Strukturen haben oder prägnante Melodielinien eher selten wahrzunehmen sind. Kuvezins beeindruckt nur nicht nur mit seinem flinken Gitarrenspiel, sondern auch mit seinem tiefen Kehlkopf-Gesang, dem Kanzat, der jeden Death-Metal-Growler wie ein fiependes Vöglein aussehen lässt. Dies reicht in Kombination mit traditioneller Instrumentierung vollkommen aus, um zu begeistern. Kuvezin und Yat-Kha gaben im Laufe der gut 90 Minuten ihres Auftrittes einen imposanten Querschnitt durch das bisherigen Schaffen; von den neueren Re-Covers über rockige und experimentelle Stücke bis hin zu puren Tuwa-Folk, vorgetragen natürlich in Landessprache (eine Turksprache, die dem Kasachischen ähnlich sein soll, wie mir die Band danach erklärte).
Es spricht schon für sich, wenn ausnahmslos alle Besucher begeistert klatschen.
Kuvezin und Yat-Kha sind einfach ungewöhnlich und großartig.
geschrieben am 15.10.2005 von Lex
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musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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