Egal welche vertraglichen Probleme Valerij Gaina auch zur Aufgabe seiner ehemaligen Band Kruiz bewegt haben, so hätte er doch unter einem neuen Namen dort weiter machen können wo er aufgehört hat. Er, der schließlich Kruiz seit 1978 vom sanften (Hard) Rock bis hin zum im Westen beachteten und gefeierten Speed und Thrash getrieben hat. Gut, er machte weiter, auch unter einem neuen Namen, nur leider nicht dort wo er aufgehört hatte. 1989 markierte das Jahr, in dem er die Band auflösen mußte. Unter dem Namen Gain scharte er eine neue Mannschaft um sich, bei der der ehemalige Sänger von Tjaschjolnyi Djen hinter dem Mikro stand, und nahm 1990 ein neues Album auf, auf dessen Release man aber geschlagene fünf Jahre (zum Glück?) warten mußte. Das, was man nun zu hören bekam, ließ einen erschaudern. Bevor die Musik aus den Boxen schallt, werfe ich einen kurzen Blick aufs und ins Booklet. Mir stehen die Nackenhaare zu Berge, denn dort flippen ein paar Kerle mit Stretchhosen und rosa Tüchern in bester Poison-, Ratt- oder Mötley Crüe-Manier auf der Bühne rum. Mittlerweile lausche ich den ersten Tönen, und richtig, amerikanischer Poser-Rock, der stellenweise ein bißchen Van Halen durchschimmern läßt, aber da müssen sie schlechte Tage gehabt haben. Valerij was soll das?! Du, der den russischen Thrash Metal im Westen salonfähig gemacht hast, schaust jetzt auf den US-amerikanischen Kommerz? Ich hoffe, daß mich wenigstens der markante Aufkleber auf der CD entschädigen kann, auf dem steht, daß die CD zwei Bonustracks aus der Aufnahme-Session zur nie erschienen Kruiz-Scheibe enthält. Schnell vorgespult… und ich bin froh, daß es zu keiner Kruiz-CD mit Gaina mehr gekommen ist, denn das hätte ich nach dem fantastischen '88er Album nun wirklich nicht hören wollen.
Ein Jahr vor dem Release von "Gain" beteiligte sich Gaina als Gitarrist bei der US-Band Karma. Das gleichnamige Album von 1994 befindet sich nicht in meinem Besitz und bei Titeln wie "Pussycat", "Merry Mary" oder "Americana" glaube ich auch nicht, daß ich es hören möchte. Bleibt abschließend noch zu erwähnen, daß Valerij Gaina konsequenterweise in die USA gezogen ist, wo sich seine Spur verliert.
1995 Gain CD
geschrieben am 30.04.2004 von Børge
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musikalischer Background des Verfassers Death Metal, Experimental, Grind, Doom, Sludge, Hip-Hop, Jazz, Prog in allen Varianten
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